Gefahr durch indirekten Übertragungsweg: Die Afrikanische Schweinepest kann über kontaminierte Lebensmittel übertragen werden. (Foto: Pixabay.de)

Schweinepest durch Wurstbrot?

Besonders Fernfahrer und Reisende sollten gut aufpassen

Wetzlar/Dillenburg/Herborn (ldk): Ein einziges Wurstbrot im Raststätten-Mülleimer reicht schon aus, um die Seuche ausbrechen zu lassen. Und das ist laut Kreis-Veterinäramt die größte Gefahr im Moment. Dass ein mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) infiziertes Schwein aus einem osteuropäischen Land über die deutsche Grenze läuft und hier ein Schwein ansteckt, ist eher unwahrscheinlich. Es sind vielmehr Fernfahrer und Reisende, die das gefährliche Virus zu uns nach Deutschland einschleppen könnten. Die Gefahr, dass die ASP nach Deutschland kommt, ist nach wie vor hoch.

"Die ASP kann auch indirekt übertragen werden. Wenn beispielsweise ein Fernfahrer in Polen ein Wurstbrot mit kontaminiertem Schweinefleisch kauft, die Reste hier in Deutschland in einem Mülleimer auf der Raststätte entsorgt und diese dann von einem Wildschwein gefressen werden, dann ist das Virus im Umlauf", Dr. Hans-Joachim Stumpf, Leiter des Kreis-Veterinäramtes, zeigt sich besorgt. Gegen die ASP gibt es keine Impfung. Ein Ausbruch der Seuche hätte fatale Folgen für die Landwirtschaft und fleischverarbeitende Industrie. Infizierte Tiere sterben innerhalb weniger Tage. Da es sich bei der Virusinfektion um eine Seuche handelt, gelten verschärfte Regeln: Wenn ein Tier erkrankt ist, müssen alle Schweine auf dem betroffenen Hof sowie in einem Umkreis von drei Kilometern rund um den Hof getötet werden. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft macht aktuell mit einer Plakataktion auf die Gefahr der Seuche durch unsachgemäße Lebensmittelentsorgung aufmerksam.

Für den Menschen ist die Afrikanische Schweinepest ungefährlich. Auch der Verzehr von infiziertem Fleisch stellt keine Gefahr dar. Der Mensch spielt eine ganz andere, tragende Rolle: Er kann viel dazu beitragen, das Virus fernzuhalten. "Wir alle sind in gewisser Weise mit dafür verantwortlich, dass Risiko der drohenden Seuche einzudämmen. Und wir können auch alle aktiv etwas dagegen tun, indem wir wachsam sind", sagt der Erste Kreisbeigeordnete Heinz Schreiber.

Mit penibler Hygiene gegen ASP
Die ASP breitet sich immer weiter in Osteuropa aus. Betroffen sind sowohl Wildschwein- als auch Hausschweinbestände. Neben Landwirten, Tierärzten und Jägern ist die gesamte Bevölkerung - insbesondere Touristen - dazu aufgerufen, das Risiko eines Eintrages zu minimieren. Die strikte Einhaltung von Hygienemaßnahmen spielt hierbei eine Schlüsselrolle:

  • Essensreste nicht an Schweine verfüttern!
  • Von unkontrolliert aus Ländern, in denen die ASP aufgetreten ist, mitgebrachten Schweinefleisch-Produkten, geht eine große Gefahr aus. Diese Produkte sollten auf keinen Fall unsachgemäß entsorgt werden, sondern in jedem Fall nur in verschließbare Müllbehälter geworfen werden.
  • Generell sollte auf eine gute Betriebshygiene geachtet werden (Personal, Gerätschaften, ggf. Zugangsbeschränkungen zu Stallungen, Schutzkleidung, Schädlingsbekämpfung, usw.)
  • Der direkte oder indirekte Kontakt von Hausschweinen zu Wildschweinen sollte dringend verhindert werden.

Fragen rund ums Thema
Nutztierhalter, Jäger, Tierärzte oder Privatpersonen können sich bei Fragen zur drohenden Schweinepest gerne mit dem Veterinäramt des Lahn-Dill-Kreises in Verbindung setzen:

veterinaeramt@lahn-dill-kreis.de
Tel. 06441 407-7711

 

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