Deutscher Wanderverband: Bergmannsroute ist top!

Wanderweg erhält für weitere drei Jahre wichtiges Qualitätszertifikat

Wetzlar/Braunfels (ldk): "Ich bin froh, den Beweis hier in Händen zu halten: Die Bergmannsroute verfügt über eindrucksvolle Aussichten, gut begehbare und trotzdem naturnahe Wege und eine hervorragende Wegemarkierung. Gerne gebe ich diesen Beweis an diejenigen weiter, die einen großen Anteil am Erfolg des Weges haben, indem sie ihn pflegen und unterhalten und für seine touristische Vermarktung sorgen", sagte Wolfram Dette, Ehrenamtlicher Kreisbeigeordneter bevor er die Auszeichnung 'Qualitätsweg Wanderbares Deutschland' an Oberbürgermeister Manfred Wagner übergab. Wagner nahm stellvertretend für die Städte Solms, Leun, Braunfels die Urkunde entgegen.

"Die Bergmannsroute hat zum zweiten Mal bewiesen, dass sie qualitätsorientiert ist und für nachhaltigen Wandertourismus steht. Sie ist durchgehend markiert, abwechslungsreich und über größere Strecken naturbelassen - eine echte Bereicherung für das Lahntal und den Nationalen Geopark Westerwald-Lahn-Taunus", sagt Margot Schäfer von der Stabsstelle Tourismus des Lahn-Dill-Kreises. Der Wanderweg Bergmannsroute hat es im wahrsten Sinne des Wortes in sich. Das liegt weniger an der Streckenlänge von rund 26 km, sondern mehr am steinreichen Erdinneren. Lange Zeit war die Region sehr bedeutend bei der Gewinnung von Eisenerz. Mit rotem Gestein gefüllte Loren halten im Lahn-Dill-Kreis die Erinnerung an den Eisenerzabbau einer ganzen Region wach. In der Blütezeit der Industrialisierung gab es im Lahn-Dill-Kreis mehr als 210 Gruben, in denen Bergarbeiter unter schwierigsten Bedingungen das zur Eisengewinnung so dringend benötigte Material abbauten.

Wanderwege, die das Prädikat 'Qualitätsweg Wanderbares Deutschland' tragen, erfüllen deutschlandweite Standards für Wanderwege gemäß den Kriterien des Deutschen Wanderverbandes. Die Bergmannsroute konnte die Anerkennungskommission des Deutschen Wanderverbandes erneut davon überzeugen, dass der Wandergast all das vorfindet, was er sich für ein eindrucksvolles Wanderlebnis wünscht. Und das ist nicht gerade wenig.

Was ein guter Weg können muss
Die Anforderungen der Wanderer an die Qualität der Wanderwege sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Wanderer erwarten abwechslungs- und aussichtsreiche Wanderwege in natürlicher Umgebung, eine zuverlässige Markierung sowie eine gute Infrastruktur am Wanderweg. Ein vom Deutschen Wanderverband ausgezeichneter Wanderweg legt den Grundstein für ein imponierendes Wandererlebnis. Ein Wanderweg wird nach neun Kernkriterien und 23 Wahlkriterien analysiert. Diese Kriterien machen die Attraktivität eines Wanderweges messbar. Sie sind streng und der Deutsche Wanderverband zu recht unnachgiebig, was die Einhaltung betrifft. Deshalb musste auch an einigen Stellen auf der Bergmannsroute nachgebessert werden, bevor die Kommission zufrieden war und das Zertifikat ausstellte. Einen besonderen Nebeneffekt hat diese Strenge: Die beteiligten Kommunen, in diesem Fall Wetzlar, Solms, Leun und Braunfels, können das Qualitätszeichen als Wettbewerbsvorteil in der Vermarktung des wandertouristischen Angebotes nutzen und sich als Qualitätsmarke profilieren.

Die Bergmannsroute
Die Stabsstelle Tourismus des Lahn-Dill-Kreises hat für alle interessierten Wanderfreunde Informationen zur Bergmannsroute zusammengestellt:

Die Route liegt zwischen Wetzlar und Braunfels und ist rund 26 Kilometer lang. Starten Sie Ihre Wanderung am besten in der Goethe- und Optikstadt Wetzlar. Für Bahnreisende beginnt der Weg bereits ab dem Bahnhof Wetzlar. Von dort gelangt man über den Zuweg zum Lahnwanderweg auf den romantischen Eisenmarkt inmitten der Wetzlarer Altstadt. Ab hier ist die Bergmannsroute mit dem Symbol Gezähe (die beiden gekreuzten Bergmannswerkzeuge Schlägel und Bergeisen, s. Anlage) markiert, welche im historischen Bergbau die grundlegenden Instrumente des Bergmanns waren. Es wird überall dort angewendet, wo eine enge Beziehung zum Bergbau bekundet werden soll. Von Lahn und Dill abwechselnd begleitet, über Wiesen- und Wirtschaftswege erreicht man die ehemalige Klosteranlage Altenberg. Auf Altenberg steht Ihnen die schöne gotische Klosterkirche zur Besichtigung und stillen Einkehr offen. Das angrenzende Café lädt zum Verweilen bei hausgemachten Kleinigkeiten ein. Kirche und Café sind in den Wintermonaten von Dienstag bis Sonntag täglich von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Montag ist Ruhetag. Über Waldwege ist es nicht mehr weit bis zum Besucherbergwerk Grube Fortuna, wo Sie eine besondere Erlebniswelt mit Besucherbergwerk und eigener Grubenbahn mit Lokomotivmuseum erwartet. An besonderen Tagen im Jahr können sie sogar an einer Dampflokfahrt über das Gelände der Fortuna teilnehmen. Die Grube Fortuna ist Geoinformationszentrum im Nationalen Geopark Westerwald-Lahn-Taunus.

Hinter der Grubengaststätte 'Zum Zechenhaus' steigt die Bergmannsroute steil an. Vorbei am alten Maschinenhaus geht es um den westlichen Tagebau herum, an Resten des ehemaligen Obersteigerwohnhauses vorbei. Auf dem nächsten Abschnitt der Route kommen vor allem Naturfreunde auf ihre Kosten. Sie führt durch das vier Hektar große Vogelschutzgehölz Niederbiel. Infotafeln berichten über die hier vorkommende Artenvielfalt an Vögeln, Schmetterlingen, Amphibien und Pilzen. Nach wenigen Kilometern erreichen Sie ein adliges Waldstück, das zu den Ländereien des noch heute existierenden Hochadelsgeschlechtes Solms-Braunfels zählt. An dessen Ende beginnt ein spektakulärer Abschnitt: Über schmale Pfade, Kurven und Treppenstufen erreichen Sie Braunfels. Mit einem Rundgang durch die Altstadt mit ihren reich verzierten Fachwerkhäusern lässt sich die Wanderung ausgezeichnet abschließen. Wer Lust aufs Weiterwandern hat, der kann den Lahnwanderweg für den Rückweg nach Wetzlar (13 km) nutzen. Müde Wanderfreunde übernachten in Braunfels oder steigen in den Bus der Linie 185 am Busbahnhof und lassen sich bequem nach Wetzlar zurückbringen.

Noch Fragen?
Ansprechpartnerin beim Lahn-Dill-Kreis für Fragen zum Thema ist Jutta Garth von der Stabsstelle Tourismus, Tel.: 06441 407-1762, E-Mail: jutta.garth@lahn-dill-kreis.de.

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