Super-GAU Stromausfall

Gefahrenabwehr übt den großen Blackout

Wetzlar/Dillenburg/Herborn (ldk): Was wäre, wenn Stürme übers Land fegen würden, die so heftig sind, dass Umspannleitungen stark beschädigt werden? Atomkraftwerke müssten vom Netz genommen werden, um Schlimmeres zu verhindern. Schließlich stünde ein vollständiger Netzausfall bevor. Es käme zum Blackout. Ein kompletter Stromausfall im gesamten Land - innerhalb kürzester Zeit. Bis der Strom wieder da ist, können einige Tage vergehen. Und in der Zwischenzeit? Genau dieses Szenario hat die Katastrophenschutzbehörde mit etlichen Städten und Gemeinden im Lahn-Dill-Kreis am vergangenen Wochenende geübt.

"Auf den Straßen herrscht Chaos, Ampelanlagen fallen aus. Sämtliche elektronische Türen öffnen und schließen nicht mehr, Aufzüge bleiben stecken, die Kommunikationsnetze sind tot, die Zapfsäulen an den Tankstellen fallen aus, Kühlschränke tauen ab, es gibt kein Licht mehr. Und damit ist beispielhaft nur ein Bruchteil genannt, der uns bevor steht, wenn es zu einem Blackout kommt", erklärt Kreisbrandinspektor Rupert Heege. Bei einem großflächigen Stromausfall kommt das gesamte Leben innerhalb kürzester Zeit zum Erliegen. Und dass es tatsächlich einmal so weit kommt, sei laut Heege gar nicht so unwahrscheinlich. Dies zeige zum Beispiel auch der aktuelle Fall aus Wiesbaden. Umso wichtiger sei es, gut vorbereitet zu sein für den Ernstfall.

Haupt- und Ehrenamt arbeiten Hand in Hand
Wie können wir miteinander kommunizieren? Wie stellen wir die öffentliche Ordnung wieder her? Und vor allem: Wie ist eine Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln, Trinkwasser und Wärme überhaupt noch möglich? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der insgesamt über 250 Übungsteilnehmer. Der Katastrophenschutzstab hat sich in der Leitstelle in der Wetzlarer Spilburg zusammen gefunden. Außerdem haben die Führungsstäbe der Städte und Gemeinden mit ihren Technischen Einsatzleitungen der Feuerwehren aus13 Kommunen des Kreises mit geübt. "Ohne das Engagement unserer Ehrenamtlichen im Kreis könnten wir eine solche Krise im Ernstfall nicht bewältigen", sagt Landrat Wolfgang Schuster. Zusammen mit dem Ersten Kreisbeigeordneten und Vize-Landrat Heinz Schreiber war er im Katastrophenschutzstab vor Ort, um sich ein Bild von der Lage zu machen. "Eine solche Übung ist mehr als hilfreich. Wir werden die Erfahrungen auswerten und mit den Städten und Gemeinden besprechen", so Schuster weiter. Besonders die Erarbeitung eines Sondereinsatzplanes Stromausfall soll dabei im Mittelpunkt stehen.

In den Führungsstäben der 13 teilnehmenden Kommunen waren jeweils die Bürgermeister sowie teilweise weitere Verantwortliche aus den Verwaltungen vor Ort, daneben die Technischen Einsatzleitungen. An der Übung beteiligt waren Bischoffen, Dietzhölztal, Dillenburg, Driedorf, Ehringshausen, Eschenburg, Hohenahr, Lahnau, Leun, Mittenaar, Schöffengrund, Solms und Waldsolms.

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