Vorsicht vor Teppichreinigungs-Unternehmen!

Kreis warnt vor unseriösen Firmen

Seit Herbst des vergangenen Jahres haben sich fast zeitgleich drei Teppichreinigungs-Unternehmen im Lahn-Dill-Kreis angesiedelt. Alle drei warben mit auffälligen Flyern, die den lokalen Tageszeitungen beigelegt waren. Eines der drei Unternehmen ist mittlerweile wieder geschlossen.

In der Kreisverwaltung kommen nun Bedenken auf. Schon in der Vergangenheit hatte man schlechte Erfahrungen mit unseriösen Teppichhändlern gemacht, die sich kurzzeitig in leer stehenden Gewerbeimmobilien ansiedelten und nach kurzer Zeit wieder verschwanden.

Der Fachdienst Ordnungs- und Gewerberecht der Kreisverwaltung ruft zur Vorsicht vor unseriösen Teppichreinigungs-Firmen auf: Wer einen Teppich zur Reinigung gibt, sollte sich einen verbindlichen Kostenvoranschlag ausstellen lassen. Außerdem sollte man auf vollständige Personalien des Unternehmers in den Geschäftspapieren achten und sich den Personalausweis zeigen zu lassen. Eingelieferte Teppiche lässt man sich quittieren und sollte sie vorher fotografieren. Aggressiver Werbung mit angeblichen Billig-Angeboten sollte man nicht zu viel Beachtung schenken. Sinnvoller ist es, sich bei schon lange hier angesiedelten Teppich-Spezialisten beraten zu lassen, schlägt man aus der Kreisverwaltung vor. Auch bei Anzahlungen sollte man vorsichtig sein. Zahlungen an sich sollten nur bargeldlos abgewickelt werden. Wird das von den Unternehmern abgelehnt, sei das ein deutliches Zeichen für unseriöses Geschäftsgebaren.

Landrat Wolfgang Schuster rät auf jeden Fall zur Vorsicht. "Wir wollen niemanden unter Generalverdacht stellen, aber die Informationen aus anderen Bundesländern, in denen auch die Polizei in vergleichbaren Fällen auf den Plan trat, mahnen zur Vorsicht. Außerdem finden sich auch im Internet zahlreiche Warnungen. Nicht zuletzt haben einige Fernsehsender in diesem Jahr bereits Reportagen dazu gebracht." Hierbei wurden überhöhte Rechnungen gestellt und teure Leistungen für Teppiche verlangt, die deutlich weniger wert waren, als die Reparatur gekostet hat. Gibt es am Ende Differenzen,  z.B. über die Höhe einer Rechnung, kann und darf die Kreisverwaltung nicht helfen, weil ihr das Rechtsdienstleistungsgesetz die Rechtsberatung in zivilrechtlichen Angelegenheiten verbietet. Das wäre dann Sache von Rechtsanwälten oder der Verbraucherzentrale. Bekommen Kunden ihre eingelieferten Teppiche auch nach Fristsetzung nicht zurück, sollte Strafanzeige wegen Unterschlagung erstattet werden, rät man in der Kreisverwaltung.

Was die beiden aktuellen Fälle angeht, fällt auf, dass die Verantwortlichen allesamt nicht aus der Region stammen, sondern aus größeren Städten in Südhessen und Nordrhein-Westfalen. Es gibt Hinweise, dass man die Betreiber nur nach telefonischer Vereinbarung erreicht und nicht etwa während der beworbenen Öffnungszeiten.

Was kann man gegen die unseriösen Unternehmen tun?

Verbraucherinnen und Verbraucher sollten, wie beschrieben, sehr wachsam sein und gut aufpassen, wenn sie ihre Teppiche zur Reinigung bringen. Aber auch die Vermieter von leer stehenden Gewerbeimmobilien können ihren Teil zu seriösen Abläufen beitragen, indem sie darauf achten, dass im Pachtvertrag eine natürliche Person steht oder eine richtige im Handelsregister eingetragene Firma. Auf jeden Fall sollten sie sich einen Personalausweis zeigen lassen - bevor sie selbst Schaden davon tragen: In einem Fall im Südkreis gehören offenbar auch die Vermieter zu den Geprellten. Von ihrem ehemaligen Teppichladen-Mieter haben sie noch Mietzahlungen in vierstelliger Höhe zu bekommen.

Noch Fragen?

Ansprechpartner in der Kreisverwaltung ist Frank Schuster, Tel. 06441 407-2430, E-Mail: frank.schuster@lahn-dill-kreis.de

Kontakt

Nicole Zey

Pressestelle

Karl-Kellner-Ring 51
35576 Wetzlar

06441 407-1102
06441 407-1051
presse@lahn-dill-kreis.de