Wie können wir uns schützen?

Landwirte sollten Vorkehrungen gegen drohende Schweinepest treffen

Aufgrund der aktuellen Bedrohungslage durch die Afrikanische Schweinepest (ASP) in Deutschland, gibt das Kreis-Veterinäramt nun Handlungsempfehlungen für alle Schweinehalter im Lahn-Dill-Kreis heraus. Das oberste Ziel ist es, ein Übergreifen der Seuche auf die einheimischen Hausschweinbestände zu verhindern.

"Jäger, Landwirte und die Behörden müssen Hand in Hand arbeiten. Ist die ASP erst einmal in einem Betrieb ausgebrochen, führt das dort zu immensen finanziellen Verlusten", sagt Dr. Giuseppe Bosco vom Kreis-Veterinäramt. Das sei aber nur die Spitze des Eisbergs. Denn die darüber hinaus notwendig werdenden Sperrmaßnahmen und Handelsbeschränkungen können zum wirtschaftlichen Desaster für ganze Regionen werden, so Bosco weiter. Es gilt also, jetzt besonders sorgfältig zu agieren, damit es erst gar nicht zu einem Ausbruch kommt.

Landwirte müssen sehr wachsam sein
Landwirte sollten sich dringend an die empfohlenen Biosicherheitsmaßnahmen halten. Dazu gehören:

  • Kein Zutritt zu den Schweineställen ohne Schutzkleidung.
  • Der Zugang für betriebsfremde Personen sollte auf einen bestimmten Personenkreis beschränkt werden. Zutritt nur mit betriebseigener Schutzkleidung.
  • Grundsätzlich ist die Verfütterung von Speiseabfällen an Klauentiere verboten. Die strikte Einhaltung der Bestimmungen der Schweinehaltungshygieneverordnung, wie konsequente und regelmäßige Schadnagerbekämpfung und Absicherung des Gehöftes gegen das Eindringen von Schwarzwild, wird vorausgesetzt.
  • Die Lagerung von Futtermitteln und Einstreu muss unzugänglich für Wildschweine sein (Maissilos und Strohmieten z.B. durch Elektrozaun schützen).
  • Bei Zukauf von Tieren darf Eingliederung in den Bestand nur nach durchgeführter Quarantäne erfolgen.

Nutztierhalter, Jäger und Tierärzte sollten zusätzlich genau beobachten, ob ihnen unklare Erkrankungs- oder Todesfälle bei Schweinen auffallen. Wenn ja, muss eine umgehende Meldung an das Veterinäramt erfolgen.

Was können Landwirte vorbeugend tun?
Die strikte Einhaltung von Hygienemaßnahmen spielt eine Schlüsselrolle für die Verhinderung des Seucheneintrags in den Betrieb:

  • Speise- oder Küchenabfälle dürfen nicht an Schweine (Haus- und Wildschweine) verfüttert werden.
  • Beachtung der Schweinehaltungshygiene-Verordnung
  • Im Betrieb sind Sauberkeit und strikte Hygiene einzuhalten (z. B. Trennung von reiner und unreiner Seite; Zugangsbeschränkungen zu den Ställen; betriebseigene Schutzkleidung; Zukauf von Tieren nur aus Betrieben mit bekanntem Gesundheitsstatus; Desinfektionsmatten; Reinigung und Desinfektion aller Fahrzeuge; Abholung toter Tiere außerhalb des Betriebsgeländes; Schädlings- und Schadnagerbekämpfung).
  • Hausschweinen sollten auf keinen Fall in Kontakt mit Wildschweinen geraten. Weder direkt noch indirekt (z. B. wildschweinsichere Umzäunung des Betriebsgeländes und unzugängliche Lagerung von Futtermitteln und Einstreu). Freilandhaltungen von Hausschweinen sind demnach besonders gefährdet.

Wie wird ASP verbreitet?
Das Virus kann direkt von Schwein zu Schwein über Körperflüssigkeiten, insbesondere Blut, oder indirekt über vom Schwein stammende Lebensmittel oder kontaminierte Gegenstände, die mit dem ASP-Virus kontaminiert sind, übertragen und damit weiterverbreitet werden. Für den Menschen ist die ASP ungefährlich.

Betriebe im Kreisgebiet
Im Lahn-Dill-Kreis gibt es aktuell 180 Schweinehaltungen. Die drei größten darunter halten zwischen 300 und 842 Tiere, fünf mittelgroße Betriebe halten zwischen 50 und 300 Schweine, alle restlichen 172 Schweinehaltungen betreuen unter 50 Tiere.

Fragen rund ums Thema
Landwirte, Jäger, Tierärzte oder Privatpersonen können sich bei Fragen zur drohenden Schweinepest gerne mit dem Veterinäramt des Lahn-Dill-Kreises in Verbindung setzen:
veterinaeramt@lahn-dill-kreis.de
Tel. 06441 407-7711

Kontakt

Nicole Zey

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