Wie steht es um die Bildung im Lahn-Dill-Kreis? Der erste Bildungsbericht gibt Aufschluss... (Foto: LDK)

Kreis stellt ersten Bildungsbericht vor

Überblick über Bildungsarbeit, Bildungszugänge und Chancengerechtigkeit

Der Lahn-Dill-Kreis hat seinen ersten Bildungsbericht vorgestellt. Damit wird erstmalig ein umfassender Fokus auf die verschiedenen Aspekte der Bildungsarbeit in der Region gerichtet. Ziel ist es, Transparenz über Bildungszugänge im Lahn-Dill-Kreis herzustellen und Chancengerechtigkeit zu prüfen. Der Bericht bezieht sich i.d.R. auf das Jahr 2016.

Die Aufgabe des ersten Bildungsberichts ist es, kompakt, aber auch differenziert die aktuelle Bildungslandschaft im Lahn-Dill-Kreis darzustellen. Sein Ziel ist es, Unterschiede zu erkennen und Fragestellungen anzustoßen, um überall im Kreisgebiet gleichwertige Chancen auf Entwicklung und Teilhabe zu ermöglichen. Der Bericht zeigt Unterschiede und Gemeinsamkeiten der einzelnen Kommunen im Bereich Bildung auf und geht auf Stärken und Herausforderungen ein.

Berufsausbildung läuft vorbildlich im Kreis 
Sehr gut sieht es im Lahn-Dill-Kreis zum Beispiel in Sachen Berufsausbildung aus. Der Anteil der Auszubildenden beträgt 6,2 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Damit liegt der Kreis deutlich über dem hessischen Durchschnitt von 4,6 Prozent und auch über dem bundesdeutschen Durchschnitt von 5,1 Prozent.

Zahl der Schüler ohne Abschluss ist gering
 Auch die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss ist bemerkenswert. Sie fällt vergleichsweise gering aus. Im Schuljahr 2015/2016 waren es insgesamt 202 Schülerinnen und Schüler, die die Schule ohne einen Hauptschulabschluss verlassen haben. Das sind 3,7% aller Schüler im Kreis. Wird davon ausgegangen, dass in jedem Jahr gut die Hälfte der Abgänger ohne Hauptschulabschluss aus dem Vorjahr einen Hauptschulabschluss nachholt, bleiben nur noch wenige eines Jahrganges übrig, die gar keinen Hauptschulabschluss haben.

Migration im Blick
Auch das Thema Migration findet seinen Bereich im ersten Bildungsbericht des Lahn-Dill-Kreises. So wird zum Beispiel deutlich, dass  40% der zur Rückstellung empfohlenen Einschulungskinder einen Migrationshintergrund haben. Insgesamt beträgt ihr Anteil an allen Einschulungskindern 27%. Was erwachsene Einwanderer betrifft, zeigt der Bericht, dass sich diejenigen, die einen Integrationskurs abgeschlossen haben, mehrheitlich in einfacher Sprache verständigen können. Für die Aufnahme einer Berufsausbildung reichen diese erworbenen Sprachkenntnisse oftmals allerdings nicht aus. Hier gilt es, weiter zu qualifizieren.

Kommunale Unterschiede in Kinderbetreuung und Volkshochschulbesuchen
Eine große Spanne gibt es in der Kinderbetreuungsquote in den einzelnen Kommunen des Landkreises. In Siegbach im Nordkreis zum Beispiel gingen im März 2017 54% der 1- bis 6-jährigen in eine KiTa. In Waldsolms, Südkreis, hingegen liegt die KiTa-Besuchsquote bei 88%. Ähnlich schwankend ist die Teilnahmequote bezüglich der Angebote der Lahn-Dill-Akademie und der VHS Wetzlar. 1% der Bürgerinnen und Bürger in Waldsolms haben im Jahr 2016 an einem Angebot teilgenommen und 6% der Dillenburger Bürger. Diese kommunalen Schwankungen sind per se weder schlecht noch gut. Wichtig ist, genau hinzuschauen und die Unterschiede zu verstehen und ggf. nach Wegen zur Verbesserung zu suchen. Dies soll mit den Akteuren vor Ort geschehen.

Bildung und Teilhabe muss publik gemacht werden
Was ist also die Anforderung, die dieser erste Bildungsbericht an die zuständigen Akteure des Lahn-Dill-Kreises stellt? "Zum Beispiel hat der Bericht gezeigt, dass das Bundesprogramm 'Bildungs- und Teilhabepaket' im Lahn-Dill-Kreis zwar genutzt wird, aber dass durchaus noch Luft nach oben ist. Dieses Paket ist eine finanzielle Entlastung für antragsberechtigte Familien. Es ermöglicht zum Beispiel einen Zuschuss zum Mittagessen in KiTa und Schule oder zu Klassenfahrten", sagt Erster Kreisbeigeordneter und zuständiger Dezernent Heinz Schreiber. Die verstärkte Bekanntmachung des 'Bildungs- und Teilhabepaketes' bei den Bürgerinnen und Bürgern ist deshalb auch als eine von insgesamt 20 Handlungsempfehlungen im Bildungsbericht definiert.

 

Download:

Bildungsbericht 2018

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