Presseinformation


Landrat
Wolfgang Schuster
Nr.: 289/ 2009
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Neuer Schwindel-Brief: Euro-Gewinnbenachrichtigungszentrale verspricht 10.000 €

Wetzlar/Dillenburg, 2009-09-28

Schon wieder kursiert im Kreisgebiet eine Gewinnmitteilung, die nach Überzeugung des Fachdienstes Ordnungs- und Gewerberecht des Landratsamtes in einer Kaffeefahrt endet. Die ersten Einladungen erreichten die Kreisverwaltung, die als einzige Behörde in Deutschland im Internet eine entsprechende Warnliste betreibt, aus Bayern und aus Nordrhein-Westfalen. Zuletzt aber meldeten sich viele Bürger aus dem Lahn-Dill-Kreis. Auch aus dem Wetteraukreis und dem Landkreis Gießen sind entsprechende Einladungen bekannt.

Unter den Überschriften „Euro-Gewinnbenachrichtigungszentrale“ und „Wintergewinnspiel 2008/2009“ wird allen Empfängern vorgegaukelt, sie hätten den 1. Preis in einem Gewinnspiel gewonnen: 10.000 €. Bei näherem Hinsehen fällt aber auf: In dem Feld, in dem der 10.000-€-Gewinn genannt wird, sind zwei - allerdings sehr entscheidende - Worte zu lesen, nämlich: "nominiert ist" und "Rubbellosgewinner". "Nominiert ist" ist eine von der Kaffeefahrten-Branche gerne verwendete Floskel, die bedeutet, dass man überhaupt nichts gewonnen hat. Und "Rubbellosgewinner", kaum zu lesen, weil sehr klein geschrieben, bedeutet, dass man (vielleicht) ein Rubbellos gewonnen hat aber eben nicht den genannten Bargeldbetrag.

Beim Fachdienst Ordnungs- und Gewerberecht weiß man, dass pro Bus, der eingesetzt wird, zwischen 1.500 und 5.000 Einladungen verschickt werden. Die versprochene Gewinnsumme würde sich so auf 15 bis 50 Mio. Euro multiplizieren – pro Bus. Stellt man dann noch in Rechnung, dass das Papier bundesweit kursiert, belaufen sich die Versprechungen auf zig Millionen oder sogar Milliarden Euro. Alleine daran könne man schon erkennen, wie unseriös das Ganze sei.

Nicht nur, dass die Gewinnversprechen ein Schwindel sind, sie dienen, selbst wenn sie wasserdicht formuliert werden, nur dazu, die Eingeladenen, zu einer Verkaufsfahrt zu locken, auf der dann

- überteuerte Ware (oft gesundheitsbezogene Produkte wie beispielsweise Nahrungsergänzungsmittel oder Magnetfeldunterbetten)
- mit falschen Versprechungen,
- Lügen hinsichtlich der Preiswürdigkeit angeboten und
- zum Teil auch durch Ausüben von Druck,

verkauft wird.

Die Fahrt soll angeblich nach Rüdesheim führen. Auch da ist man im Landratsamt misstrauisch. Im Juli hatten sich in kurzer Zeit drei Verbraucher gemeldet, die gleichermaßen davon berichteten, jeweils nicht in den Orten gewesen zu sein, die in der jeweiligen Einladung genannt waren. Im krassesten Fall lagen tatsächliches und vermeintliches Ziel 344 km auseinander.

Kontakt: Frank Schuster – Tel. 06441 407-2430, Fax 06441 407-2900 – E-Mail: kaffeefahrten@lahn-dill-kreis.de - Internet: www.lahn-dill-kreis.de, anschließend Wirtschaft und „unseriöse Kaffeefahrten“ anklicken.