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"Euro-Gewinnbenachrichtigungszentrale" - EURO plus24 UG, Postfach 1125, 28801 Stuhr
Warnung veröffentlicht am 26. Februar 2010.
Ergänzt/überarbeitet am 6. April 2010.
Aufmerksame Bürger aus
- dem Landkreis München,
- Ingolstadt und
- Weimar in Thüringen
schicken uns Ihre Einladungen und machen so diese Warnung - auch und gerade mit Angaben, wo die Schwindel-Briefe gerade kursieren - erst möglich.
Informieren Sie Ihre Lokalpresse!
Geben Sie Ihren örtliche/n Zeitung/en Bescheid und verweisen Sie auf diesen Warnlisten-Eintrag (Abdruck mitgeben, Link senden). Wird die Presse aktiv, sind die klassischen Opfer der Kaffeefahrten-Branche, unsere Senioren nämlich, gewarnt. Wir haben Hinweise dafür, dass Fahrten, vor denen öffentlich gewarnt wurde, mitunter ausfallen. Damit wäre dem Verbraucherschutz ein guter Dienst erwiesen.
WARUM DIE EINLADUNG UNSERIÖS IST
Sie weist die typischen Merkmale auf, die eine unseriöse Veranstaltung erwarten lassen.
IM EINZELNEN:
1. IN 99% ALLER EINLADUNGEN/GEWINNMITTEILUNGEN VERSCHLEIERN DIE VERANTWORTLICHEN IHRE WAHRE IDENTITÄT
Tatsächlich gibt es kaum Gewinnmitteilungen, in den wirklich existierende Firmen genannt sind. Hier ist es tatsächlich anders. Die Firma ist zwar nicht in Stuhr wohl aber im Handelsregister des Amtsgerichtes in Bremen registriert. Im Internet kann jeder die entsprechenden Informationen kostenfrei einsehen.
Von daher könnte eine Verbraucher mit entsprechender Einladung auf die Idee kommen, den versprochenen Gewinn, gestützt auf den § 661a des BGB, einzuklagen. Zur Erfolgsausicht einer solchen Klage können wir allerdings nichts sagen. Natürlich wird sich die Firma mit Händen und Füßen wehren.
2. VERSPRECHEN VON GEWINNEN, GESCHENKEN UND ANDEREN ZUWENDUNGEN
Im vorliegenden Fall wird jedem Empfänger vorgegaukelt, er habe beim Bargeldgewinnspiel den 1. Preis im gewonnen: 10.000 € in bar!
Die Sache hat aber gleich mehrere Pferdefüße
Die Kaffeefahrten-Branche benutzt in derartigen Schwindel-Briefen eine eigene Sprache, die übersetzen muss, wer die Einladung zur Abzocke richtig verstehen will. Wir klären auf:
In dem Feld, in dem der 10.000-€-Gewinn genannt wird, stehen zwei schwer erkennbare aber sehr entscheidende Worte zu lesen, nämlich:
- "nominiert ist" und
- "Rubbellosgewinner".
Nominiert bedeutet eigentlich so viel wie vorgesehen oder vorgeschlagen. Damit eröffnet sich die Branche aber ein Hintertürchen, um etwaige Forderungen nach dem Gewinn zurückzuweisen, denn wer vorgeschlagen oder vorgesehen ist, muss es ja nicht werden!
In das gleiche Feld ist zudem das Wort "Rubbellosgewinner" eingetragen und zwar so klein, dass es nur von Menschen mit gutem Sehvermögen überhaupt gelesen werden kann. Auch das ist eine gern verwendete Floskel, die bedeutet, dass man (vielleicht) ein Rubbellos gewonnen hat aber eben nicht den genannten Bargeldbetrag.
Die Geldgewinne gibt es nie, ebenso wenig wie attraktive Sachpreise oder -geschenke. Letztere gibt es höchstens für Teilnehmer, die etwas Überteuertes kaufen und so die Billigware aus ostasiatischer Produktion mehr als mitbezahlen.
Wie unseriös die Gewinnversprechen sind, erkennt jeder leicht, der sich Folgendes vor Augen führt:
Pro eingesetztem Bus werden erfahrungsgemäß zwischen
1.500 (laut Bundesgerichtshof in einem Strafverfahren gegen einen Kaffeefahrten-Unternehmer im Jahr 2002) und
5.000 (Medienberichten zu Folge) Einladungen versandt. Diese Einladungen zu "Gewinnübergaben", also Kaffeefahrten, sind immer identisch. Allen Empfängern wurde der gleiche „Gewinn“ versprochen. Multipliziert man jetzt die Zahl der Einladungen also 1.500 bis 5.000 mit dem angeblichen Gewinn von 10.000 €, stellt man fest, dass die Schwindel-Firma zwischen 15 und 50 Mio. € pro Bus (!) ausschütten müsste. Stellt man jetzt noch in Rechnung, dass derartige Einladungen nicht nur örtlich, sondern überregional, manche sogar bundesweit gestreut werden, können sich die „Gewinn“-Summen pro Einladung auf dreistellige Millionen-Beträge aufschaukeln, in diesem Fall sogar Milliarden-Beträge, gegen die sich jeder Lotto-Jackpot wie ein Taschengeld ausnimmt. Damit ist eigentlich schon alles gesagt.
Tatsächlich dienen derartige Versprechen nur dazu, die Empfänger der Einladung, darunter oft gutgläubige ältere Menschen, zu einer Verkaufsfahrt zu locken, auf der dann überteuerte Ware, die
- mit falschen Versprechungen,
- Lügen hinsichtlich der Preiswürdigkeit (z.B. Apotheken-Trick mit der PZN-Nr.) angeboten und
- zum Teil auch durch Ausüben von Druck
verkauft wird.
Fast immer werden Produkte angeboten, die gut für die Gesundheit sein sollen, z.B. Magnetfeldprodukte oder Nahrungsergänzungsmittel, gerne als „Trink-Kur“ bezeichnet. Ältere Menschen, nicht selten gesundheitlich angeschlagen, sind da eine empfängliche Zielgruppe. Die Wirkung der Produkte ist so gut wie nie bewiesen, auch wenn in den Veranstaltungen anderes behauptet wird. Zudem enthalten Nahrungsergänzungsmittel keine pharmakologisch bedeutsamen Wirkstoffe, denn dann wären es apothekenpflichtige oder sogar verschreibungspflichtige Arzneimittel, die frei überhaupt nicht verkauft werden dürften. Ergebnis: Gut ist das kaum für die Gesundheit, sondern nur für die Geldbeutel der Abzocker, die regelmäßig im Dunkeln bleiben. Übrigens: Dass diese Waren zum 30-fachen bis zum 100-fachen des Einkaufspreises angeboten werden, ist normal! Etwaige angebliche „Geschenke“ hat der Käufer dann selbstverständlich mehr als mitbezahlt.
Obgleich diese Masche schon seit Jahrzehnten bekannt ist und Verbraucherschützer, Polizisten und Journalisten in Presse Funk und Fernsehen immer und immer wieder warnen, fallen immer noch viele Menschen darauf herein. Darunter sind oft ältere Leute, die sich der Tricks und Lügen der "Sprecher" vor Ort kaum erwehren können. Wir wissen, dass die Opfer den rhetorisch geschickt vorgetragenen Verkaufs-Attacken oft mehrerer Sprecher hintereinander ausgesetzt werden - stundenlang. Das belegen uns vorliegende Teilnehmerberichte sowie zahllose Berichte in den Tageszeitungen und in den Verbrauchermagazinen der TV-Sender.
Wer nicht widerstehen kann und etwas kauft
- bekommt mitunter keinen Durchschlag des Kaufvertrages ausgehändigt oder
- hat es manchmal angeblich mit einer Firma im Ausland zu tun oder
- hat im Kaufvertrag möglicherweise eine Firma stehen, die es nicht gibt.
In diesen Fällen können die abgezockten Käufer noch nicht einmal mehr vom Kaufvertrag zurücktreten, obwohl ihnen dieses Recht (§ 312, § 355 BGB) eigentlich zusteht. Angezahlte Beträge sind häufig verloren, weil viele Geschädigte wegen zweistelliger Beträge keinen Anwalt bemühen. Das kalkuliert die unseriöse Branche ein!
Wer sich vor Augen führt, dass die verantwortlichen Unternehmen kommerziell ausgerichtet sind und vom Verschenken höchstens Pleite gehen können, ahnt sicherlich schon, was ihn erwartet.
Auch wer auf Kaffeefahrten Reisen bucht, wird oft getäuscht. Deswegen raten wir auch hier: Finger weg!
Warum man auf Kaffeefahrten auch niemals eine Reise buchen sollte und sei sie auch vordergründig „gewonnen“ oder scheinbar günstig, können Sie in unserem Merkblatt lesen, das am Ende dieses Beitrages verlinkt ist.
3. MAN KANN WEITERE PERSONEN MITBRINGEN
"Personenzahl: ___ ", heißt es auf der Antwortkarte, mit der man sich zur Busfahrt anmelden soll. Auch das ist typisch für Einladungen zu Kaffeefahrten.
4. ZIEL: UNBEKANNT ODER FALSCH
Das Ziel der Fahrt wird nicht genannt. Fehlende, sehr allgemein gehaltene oder gar falsche Angaben zum Ziel der Kaffeefahrt sind typisch und dienen (auch) dazu, Ordnungsämtern und Polizei das Einschreiten gegen die in aller Regel illegalen Veranstaltungen zu erschweren.
Um die Empfänger der betrügerischen Briefe in die Busse zu bekommen, werden manchmal sehr attraktive Ziele genannt. Dazu ist zu sagen, dass wir im Juli 2009 kurz hintereinander drei Teilnehmerberichte bekommen haben. In allen drei Fällen, endeten die Fahrten weit vom ausgewiesenen Ziel entfernt. Im krassesten Fall 344 km!
5. ADRESSE BEREITS ALS UNSERIÖS BEKANNT
In einschlägigen Internet-Foren wird bereits vor der Fa. EURO plus24 UG gewarnt. Zudem steht die Firma auch in der Warnliste der Verbraucherzentrale in Hamburg. Auch bei uns liegen zwischen zwei unterschiedliche Einladungen vor, die die Postfach-Adresse der Fa. EURO plus24 UG als gemeinsames Merkmal haben.
6. BESONDERHEITEN
Die unbekannten Verantwortlichen wollen den Empfänger der Einladung regelrecht Schuldgefühle einreden.
- "Erstes Einschreiben - nicht abgefordert",
- "Telefonische Benachrichtigung - nicht erreicht" und
- "Erinnerungsschreiben - keine Reaktion",
heißt es da und gipfelt in dem Satz: "Auf das Schreiben vom --.--. 2009 erhielten wir keine Antwort von Ihnen. Uns erscheint es ungewöhnlich, wollen Sie vielleicht wirklich auf das Bargeld verzichten?" Ignorieren Sie diese Formulierungskünste denn: Nichts von dem Gesagten stimmt. Alle Formulierungs- und Gestaltungs-Tricks in derartigen Schummel-Briefen dienen nur dem Zweck, möglichst viele Leute in die Busse zu bekommen und dann abzuzocken.
Die gleiche Einladung wie hier wurde auch bereits in Verbindung mit anderen als unseriös bekannten Postfach-Adressen aus dem Raum Bremen-Cloppenburg-Oldenburg, dort befindet sich das Zentrum der Kaffeefahrten-Industrie, verwendet. Das kommt sehr oft vor. Offenbar beauftragen unterschiedliche Veranstalter bzw. Planer die gleichen Druckereien mit der Herstellung und dem Versand der irreführenden Post. Die Druckereien machen sich offenbar nicht die Mühe neue Einladungen zu verfassen. Sie greifen vielmehr auf vorhandene Muster zurück – so auch hier.
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