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Krankheitsüberträger Zecke

Was für Tiere sind Zecken?

Zecken gehören zu den Spinnentieren, genauer zur Ordnung der Milben. Die Zugehörigkeit zu den Spinnentieren erkennt man z. B. an den acht Beinen der erwachsenen Zecken. Zecken sind Parasiten, d. h. sie brauchen andere Lebewesen (in diesem Fall Tiere oder den Menschen), von deren Blut sie sich ernähren, ähnlich wie Stechmücken, manche Fledermäuse oder Blutegel. Zecken brauchen aber viel mehr Blut als andere Parasiten. Sie müssen im Extremfall bis zu 15 Tage lang auf einem Wirt bleiben und Blut trinken. Aus diesem Grund ist es für die Zecke auch besonders wichtig, vom Wirt nicht bemerkt zu werden und einen möglichst festen Halt auf seiner Haut zu finden, um auch Kratzen oder Scheuern unbeschadet zu überstehen. Hierfür haben Zecken besondere Strategien entwickelt.

Zecken sind vor allem in der wärmeren Jahreszeit aktiv. Viele Zecken enthalten Krankheitskeime, die für sie selbst unschädlich sind, die sie aber mit dem Stich auf den Menschen übertragen können. So sind sie für den Menschen die Überträger zweier Krankheiten, die Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Beide Erkrankungen können in seltenen Fällen auch gleichzeitig vorkommen. Zecken, die die Borreliose-Erreger in sich tragen, kommen überall vor. Für die FSME sind hingegen in Hessen der Stadtkreis Darmstadt und die Landkreise Darmstadt-Dieburg, Offenbach, Groß Gerau, Bergstraße, Odenwaldkreis, Main-Kinzig-Kreis und der Kreis Marburg-Biedenkopf Risikogebiete, d. h. Gebiete, in denen die Zecken den FSME-Virus in sich tragen.

Der Lahn-Dill-Kreis jedoch ist kein FSME-Risikogebiet!

Weitere Risikogebiete für die FSME liegen in Bayern und Baden-Württemberg und teilweise in den neuen Bundesländern. Außerhalb Deutschlands sind die Hauptverbreitungsgebiete der FSME Ost- und Mitteleuropa, vor allem bestimmte Gebiete in Österreich, Polen, Ungarn, dem ehemaligen Jugoslawien, der Slowakei und Tschechien, der ehemaligen Sowjetunion (besonders Lettland) sowie Skandinavien.

Die aktuellen FSME-Risikogebiete in Deutschland und Europa sind in Karten dokumentiert (im PDF Format), die Sie von dieser Internetseite aus downloaden können.

Datei zum Download:
FSME-Risikogebiete in Deutschland im PDF Format

Zecke im Nymphen-Stadium
Zecke der Gattung "Ixodes ricinus" (Gemeiner Holzbock) im Nymphen-Stadium (Größe: <1mm)

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) Borreliose
Überträger Schildzecken der Gattung Ixodes
Erreger FSME-Virus Borrelia burgdorferi
Erregerlokalisation Speicheldrüsen Mitteldarm
Erregerübertragung Sofort nach Stich Ca. 12-24h nach Stich
Verbreitung FSME-Endemiegebiete in Europa und Asien Gemäßigte Klimazonen weltweit
Saisonalität von März bis Dezember
Inkubationszeit Im Mittel 1 Woche Im Mittel 5 Wochen
Krankheitsverlauf 1. Phase: "Sommergrippe" 1. Stadium: Lokalinfektion
2. Phase: Manifestationen 2. Stadium: Generalisation
• Meningitis (50%) 3. Stadium: Organmanifestation
• Meningoenzephalitis (40%)
• Myelitis (10%)
• Radikulitis
Folgeschäden Je nach Verlaufsform Dauerschäden möglich (30-40%); 3% Rollstuhlpflichtigkeit Möglich
Letalität 1 - 2% Sehr selten
Immunität nach Erkrankung Lebenslang Re-Infektion möglich
Therapie Keine Antibiotika
Impfung Ja Nein
Altersverteilung Alle Altersgruppen
Meldepflicht Ja Nein

Weiterführender Link:
Bei weiteren Fragen zu Zecken und FSME bzw. Borreliose

Wie schütze ich mich und meine Kinder vor Zecken?

Einen sicheren Schutz vor Zecken gibt es nicht. Aber man kann dennoch einiges tun, um Zeckenstiche zu vermeiden:

Auf die richtige Kleidung achten. Geschlossene Kleidung mit langen Ärmeln und lange Hosen tragen. Da Zecken hauptsächlich im Unterholz und an Gräsern sitzen, ist es sinnvoll, die Socken über die Hosenbeine zu ziehen. Helle Kleidung ist günstiger als dunkle, da man Zecken darauf gut erkennen und noch vor einem Stich entfernen kann.

Nach einem Besuch im Freien in einem Zeckengebiet sollte man den ganzen Körper nach Zecken absuchen. Zecken suchen sich erst eine geeignete Stelle bevor sie stechen und krabbeln meist eine zeitlang am Körper entlang. Zecken bevorzugen dünne und warme Hautstellen, deshalb sollte man sich unter den Armen, in den Kniekehlen, am Hals, auf dem Kopf (vor allem bei Kindern) und im Schritt besonders gründlich auf Zecken untersuchen.

Den Aufenthalt im hohen Gras oder Unterholz vermeiden.

Insektenabweisende Mittel (Repellentien) verwenden. Diese helfen zumindest eine Weile. Aber auch sie stellen keinesfalls einen sicheren Schutz vor Zecken dar. Wie wirken die zeckenabweisenden Mittel? Zecken suchen sich ihre Opfer nach dem Geruch: Mit dem Hallerschen Organ nehmen sie ganz bestimmte Stoffe wahr, die von ihnen als "attraktiv" eingestuft werden. Es gibt aber auch bestimmte Duftstoffe, die Zecken nicht mögen.

Falls Sie in einem FSME-Risikogebiet leben oder sich dort häufig besuchsweise aufhalten, sollten Sie mit Ihrem Arzt über eine notwendige FSME-Impfung sprechen.

Die STIKO (Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut) empfiehlt die FSME-Schutzimpfung
• für Personen, die in Risikogebieten wohnen oder arbeiten und für die das Risiko eines Zeckenstiches besteht und
• für Personen, die sich aus anderen Gründen in Risikogebieten aufhalten und dabei gegenüber Zecken exponiert sind.

Bürgerinnen und Bürger, die sich in ihrer Freizeit in Risikogebieten aufhalten und dort verhaltensbedingt das Risiko eines Zeckenstiches tragen, haben ein erhöhtes Infektionsrisiko und sollten sich deshalb gegen FSME impfen lassen.
Auch Urlauber aus anderen Bundesländern, die sich vorübergehend in den Risikogebieten, z. B. in Baden-Württemberg oder Bayern aufhalten, können ein entsprechendes Infektionsrisiko tragen, das durch eine zeitgerechte Schutzimpfung minimiert werden kann. Ein zeitlich begrenzter Impfschutz (etwa für Urlauber) erfordert mindestens zwei Gaben des Impfstoffs; ein länger bestehender Impfschutz jedoch drei. Auffrischungen werden in Abständen von 3 bis 5 Jahren empfohlen.

Der Lahn-Dill-Kreis ist aktuell kein FSME- Risikogebiet, daher besteht auch keine FSME-Impfempfehlung für die Einwohnerinnen und Einwohner sowie die Besucherinnen und Besucher des Lahn-Dill-Kreises. Die FSME-Schutzimpfung bietet keinen Schutz gegen die Erkrankung an Borreliose!

Anzeichen einer Borreliose-Erkrankung ist eine ringförmige Hautrötung, das so genannte Erythema Migrans, um die Bissstelle herum. Im Frühstadium ist die Borreliose mit Antibiotika noch gut behandelbar.

Da Zecken, die die Borreliose-Erreger in sich tragen, überall vorkommen, ist die sorgfältige Einhaltung der genannten Vorsorgemaßnahmen notwendig. Die Übertragung der Keime beim Zeckenstich braucht nach den vorliegenden wissenschaftlichen Untersuchungen bis zu 24 Stunden. Je länger die Zecke im Körper haften bleibt, desto höher ist also das Risiko einer Infektion. D. h. es ist auf jeden Fall ein sofortiges Absuchen der Kleidung bzw. des Körpers nach möglichem Zeckenkontakt sinnvoll.

Datei zum Download:
FSME-Verbreitungsgebiete in Europa im PDF Format


Weiterführender Link:
Internetseite des Robert-Koch-Instituts

Wie entferne ich Zecken richtig?

Die Zecken sind aus dem Körper durch vorsichtiges Ziehen, am besten mit einer speziellen Zeckenzange oder mit einer Pinzette, zu entfernen. Dabei sollen die Zecken so nah an der Haut wie möglich gefasst und ohne zu reißen herausgezogen werden (nicht den Hinterleib quetschen). Danach sollte die Einstichstelle idealer weise mit sterilem Alkohol betupft und durch einen Arzt kontrolliert werden. An schwer zugänglichen oder sehr empfindlichen Hautbereichen haftende Zecken (z. B. Genitalbereich, Gehörgang oder Augenlider, Bindehaut) sollen nicht durch den Patienten selbst, sondern durch den Arzt/Facharzt, manchmal sogar unter mikroskopischer Hilfe, entfernt werden.

Haben Sie noch Fragen? Bitte wenden Sie sich an die Abteilung Gesundheit des Lahn-Dill-Kreises, Schlossstrasse 20, 35745 Herborn, Fachdienst Infektionsschutz, Tel. 02771 oder 06441 407-1618, -1620, -1642.

Zecken
Zecken in den Entwicklungsstadien: Larve, Nymphe, erwachsene Zecke

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