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Kopfläuse

Kopfläuse. . . was tun?

Seit jeher sind Kopfläuse in Europa heimisch. Sie übertragen keine Krankheiten, verbreiten sich aber sehr leicht.
Daran haben auch die heute so hygienischen Standarts nichts geändert, denn Kopfläuse zu bekommen, ist keine Sache der persönlichen Sauberkeit. Auch auf einem bestens gepflegten Kopf können sich Läuse wohl fühlen und vermehren - sie sollen sogar frisch gewaschenes Haar bevorzugen.
Jeder kann also Kopfläuse bekommen und keiner muss sich dafür schämen. Wichtig ist jedoch, dass man die lästigen Blutsauger möglichst schnell wieder loswird und ihre weitere Verbreitung verhindert.

[Quelle: Broschüre der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung]

Kopflaus, vergrößert
Kopflaus, vergrößert

Informatives über Kopfläuse
Lebenszyklus der Laus Larve schlüpft nach durchschnittlich 7 – 9 Tage aus der Nisse; innerhalb von 10 Tagen entwickelt sich aus der Larve die geschlechtsreife Laus;die weibliche Laus lebt ca. 30 Tage und legt pro Tag bis zu 9 Nissen
Größe und Farbe Läuse werden ca. 3 mm groß und sind grau (wenn sie frisch Blut gesaugt haben,bekommen sie einen rötlichen Farbton); Nissen nennt man die weißlich glänzenden Eihüllen, sie sind ca. 0,8 mm groß
Lebensraum Am liebsten hinter den Ohren und im Nackenbereich des Kopfes; volle Nissen haften in der Nähe des Haaransatzes (bis 1cm) wasserunlöslich an den Kopfhaaren
Bei starkem Befall Eiablage auch an Bart, Augenbrauen, Achselhaaren, Stofffasern von Kopftüchern, Mützen, Schals, Haarbändern etc.
Temperaturen zwischen 28°C und 32°C
Luftfeuchtigkeit bei ca. 70%
Ernährung Ernährt sich ausschließlich von Menschenblut
Ohne Nahrung stirbt sie bei Temperaturen von 25°C – 30°C nach etwa 55 Stunden
Übertragungswege Übertragung meistens von Kopf zu Kopf
Sehr hohe Mobilität; eine Laus kann sich am selben Tag auf mehreren Köpfen aufhalten
Übertragung durch Mützen, Haarbürsten, Kopfpolster möglich
Übertragungsarten Läuse können nicht fliegen oder springen, sie klettern von Haar zu Haar
Die Laus kann sich außerhalb der Haare kaum fortbewegen. Deswegen ist eine Laus auf dem Fußboden nicht gefährlich.
Nur die Laus kann übertragen werden. Eine Übertragung von Nissen findet nicht statt.
Läuse werden nur von Mensch zu Mensch übertragen. Eine Übertragung über Tiere ist nicht möglich
Symptome des Kopflausbefalls Ungewohnt starker Juckreiz
Stiche im Nackenbereich
Nissen oder Läuse im Bereich Nacken, Schläfen, hinter den Ohren
Nissen erkennen Das Haar gut durchbürsten, um Knoten zu lösen
Mit Hilfe eines Nissenkammes das Haar Schritt für Schritt durchkämmen
Zwischendurch den Kamm auf einem Küchenpapier abstreifen
Nissen kleben an den Haaren, lassen sich nicht einfach wie Schuppen lösen
Für das bessere Erkennen eine Lupe verwenden

Weiterführender Link:
Internetseite des Robert Koch Instituts

Maßnahmen bei Kopflausbefall

Die Vernichtung der Läuse funktioniert nur mit der intensiven und sachlichen Mitarbeit aller Beteiligten!


• Sofort der Gemeinschaftseinrichtung melden, damit Kontaktpersonen informiert werden können
• In der Apotheke rezeptfrei oder mit der Verordnung Ihres Arztes ein Mittel zur Bekämpfung besorgen
• Tag 1: Das Mittel genau nach Packungsbeilage anwenden. Jedes Detail ist wichtig!

• Nach der Behandlung die Nissen entfernen
• Achtung: Auch die Familie und Freizeitfreunde Ihres Kindes informieren bzw. nachzuschauen und gegebenenfalls mitbehandeln. Am besten scheiteln Sie das Haar mit einem Kamm und suchen streifenweise die Kopfhaut und den Kamm mit einer Lupe ab. Besonders gründlich sollten Sie die Stellen an der Schläfe, um die Ohren und im Nacken nachsehen. Augenbrauen und Wimpern können auch befallen sein.
• Tägliche Kontrolle des Kopfes über mindestens zwei Wochen
• Tag 5: nasse und mit Haarkur oder Pflegespülung benetzte Haare mit einem engmaschigen Kamm auskämmen und Larven entfernen
• Tag 8, 9 oder 10: die zweite Behandlung mit insektizidhaltige Mittel durchführen
• Tag 13 und 17: Kontrolle durch nasses Auskämmen, wie oben beschrieben

• Kämme, Haarbürsten, Haarspangen, Kopfbedeckungen, Schals reinigen
• Fußböden und Polstermöbel gründlich absaugen. Autopolster nicht vergessen.

• Handtücher, Leib- und Bettwäsche, Kleidung und Plüschtiere bei 60° waschen und im Wäschetrockner trocknen oder chemisch reinigen lassen. Auch Überwärmen (+45°C über 60 Minuten) oder Unterkühlen (-15°C über 1 Tag) oder Einschließen über 3 Tage im Plastiksack vernichtet Läuse.

Datei zum Download:
Eltern-Merkblatt der Abteilung Gesundheit

Kopflausbefall
Starker Kopflausbefall (Nissen im Kopfhaar)
Mittel gegen Kopfläuse

Arzneimittel gegen Kopfläuse
enthalten insektentötende (insektizide) Substanzen, z.B.:
• Pyrethroide
• Permenthrin
• Allethrin
Bei der Auswahl des Mittels berät Sie Ihr Arzt oder Apotheker.

Es notwendig, mindestens zweimal im Abstand von 8-10 Tagen mit zwei unterschiedlichen Mitteln zu behandeln (Resistenzvorbeugung). Überlebt auch nur ein einzelnes Ei in seiner Nisse, geht nach einigen Tagen die Plage wieder aufs Neue los!!!


Nicht geeignete Mittel und Methoden (unzuverlässige Wirksamkeit)
• Mittel mit Neebaumextrakt (Teebaum)
• Aloe vera-Extrakte
• Ölbehandlung
• Saunabesuche
• Warmlufthauben

Vermeiden von Fehlern bei der Behandlung
• Zu nasses Haar verdünnt das Mittel und beeinträchtigt die Wirkung – Haar muss handtuchtrocken sein
• Zum Abtrocknen unbedingt ein neues Handtuch verwenden
• Das Mittel vom Haaransatz zu Kopfmitte auftragen
• Nach 8 – 10 Tagen die Behandlung wiederholen
• Nissen können die Behandlung überleben, deshalb müssen alle Nissen entfernt werden!

Die Behandlung von Schwangeren, Säuglingen und Kleinkindern sollte unter ärztlicher Anleitung erfolgen. Auch bei Kopfhautentzündung sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Nisse (vergrößert)
Nissen (vergrößert)
Kopfläuse (vergrößert)
Kopfläuse (vergrößert)

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