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Kreisausschuss des Lahn-Dill-Kreises
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Der Lahn-Dill-Kreis – ein geschichtlicher Abriss

In seinem heutigen Zuschnitt kann der Lahn-Dill-Kreis neben dem Landkreis Gießen als der jüngste hessische Landkreis bezeichnet werden.

Schließlich ist er ebenso wie der Nachbarlandkreis Gießen als das abschließende Ergebnis der sich über mehrere Reformschritte hinziehenden Gebietsreform im Bundesland Hessen zu be-zeichnen. Beide Kreise entstanden aus dem damaligen „großen“ Lahn-Dill-Kreis, der die Gebiete der früher selbstständigen Landkreise Wetzlar und Gießen sowie des früheren Dillkreises um-schlossen hat, jedoch nur von kurzer Dauer war.

Der Großkreis, dessen Sitz die kreisfreie Stadt Lahn war (ein Zusammenschluss der traditionsreichen Städte Gießen und Wetzlar sowie 14 ihrer Umlandgemeinden), existierte lediglich vom 01. Januar 1977 bis zum 31. Juli 1979. Mit dem Gesetz zum Abschluss der Gebietsreform im Lande Hessen reagierte der hessische Landesgesetzgeber auf die vehementen Proteste, die von den Bürgerinnen und Bürger insbesondere gegen die Bildung der Stadt Lahn erhoben wurden.

Der Lahn-Dill-Kreis in seinen heutigen Grenzen umschließt im Wesentlichen das Gebiet des ehemaligen Dillkreises und weiter Teile des früheren Landkreises Wetzlar. Schließlich waren die heu-te dem Landkreis Gießen zugehörenden Gemeinden Biebertal und Wettenberg mit ihren Ortsteilen ebenso, wie die heute der Gemeinde Langgöns zugeordneten Ortsteile Dornholzhausen, Espa und Kleenheim, Bestandteil des Altkreises Wetzlar.

Wenn man die geschichtliche Entwicklung des Lahn-Dill-Kreises in seinen heutigen Grenzen betrachtet, gilt es, sich die Historie des ehemaligen Landkreises Wetzlar und des früheren Dillkreises vor Augen zu halten.


Landkreis Wetzlar

Der Kreis Wetzlar wurde im Zusammenhang mit den Beschlüssen des Wiener Kongresses 1815 als preußischer Landkreis begründet. Damals war er eine unscheinbare Enklave ohne territoriale Verbindung zu Preußen und mit einer lediglich verwaltungsmäßigen Zuordnung zu dem preußischen Großherzogtum Niederrhein. Kurz darauf wurde er um eine weitere preußische Neuerwerbung erweitert, nämlich um das nassauische Amt Atzbach. Den damaligen theoretischen Anforderungen an eine Kreisreform entsprach er keineswegs: Er hatte weder eine Einwohnerzahl zwischen 20.000 und 36.000 Einwohnern, noch ein abgerundetes Kreisgebiet, noch ein für alle leicht erreichbaren Sitz der Kreisbehörde. 14.000 Einwohner/innen lebten in einem noch nicht einmal territorial zusammenhängenden Gebiet. Diese „Mängel“ wurden zwar durch die Eingliederung des ebenfalls 1816 gegründeten Kreises Braunfels im Jahre 1822 in Teilen beseitigt, doch auch dieses neue Gebilde und das ihm zugewiesene Amt Krofdorf blieben nach wie vor ohne territorialen Zusammenhang. In Folge dieser Veränderungen wuchs die Einwohnerzahl auf 18.000 Köpfe an.

Selbst die Gebietsveränderungen im Jahre 1866 in Folge des preußisch-österreichischen Krieges konnten nicht genutzt werden, eine territoriale Anbindung des Amtes Krofdorf an den Landkreis Wetzlar herbeizuführen. Die nahezu unmittelbar an die Stadt Wetzlar angrenzenden und zu dem damaligen Landkreis Gießen gehördenden Ortschaften Hermannstein, Naunheim und Waldgirmes wurden nicht in den Landkreis Wetzlar integriert sondern dem Landkreis Biedenkopf zugeschlagen. An dieser Situation sollte sich erst im Jahr 1932 mit der Herauslösen des Landkreises Wetzlar aus der Rhein-Provinz und der Zuordnung zu dem Regierungsbezirk Wiesbaden etwas ändern. Damals wurde aus den vorübergehend aufgelösten Nachbarlandkreisen Biedenkopf und Usingen 13 Ortschaften dem Landkreis Wetzlar zugeordnet.

An seinem so entstandenen gebietlichen Zuschnitt traten erst Ende der 60-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts mit der sich anbahnenden Gebietsreform die, durch freiwillige Zusammenschlüsse einzelner Kommunen gekennzeichnet war, Veränderungen ein.


Dillkreis

Die Geburtsstunde des früheren Dillkreises schlug am 22. Februar 1867, als auf der Grundlage einer königlich-preußischen Verordnung u. a. in dem vormaligen Herzogtum Nassau aus den ehemaligen nassauischen Ämtern Dillenburg und Herborn der Dillkreis geschaffen wurde. In der Geschichte des Dillkreises blieb der zeitweise Zusammenschluss mit großen Teilen des vorübergehend aufgelösten Landkreises Biedenkopf in der Zeit vom 01. Oktober 1932 bis 01. Oktober 1933 eine kurze Episode. Im Zuge der Neuordnung nach dem II. Weltkrieg wurde der Landkreis dem Bundesland Hessen zugeordnet. Das Kreisgebiet blieb in der Folge bis zur gebietlichen Neuordnung, die auch in dem heutigen Nordkreis ausgehend der 60-er Jahre mit freiwilligen Gemeindezusammenschlüssen begann, unverändert.


Der große Lahn-Dill-Kreis und die Stadt Lahn

Am 31. Dezember 1976 endete die Existenz des Dillkreises und auch die des Landkreises Wetzlar. Gemeinsam mit dem Landkreis Gießen wurden die beiden Kreise zu dem neuen Lahn-Dill-Kreis zusammen geschlossen. Die beiden Städte Gießen und Wetzlar bildeten mit ihren Umlandgemeinden die kreisfreie Stadt Lahn. Diese einschneidende Gebietsreform war jedoch nicht von Bestand. In der Bevölkerung war massiver Widerstand, insbesondere gegen die Großstadt Lahn, aber auch gegen den als nahezu unregierbar geltenden Flächenkreis, der eine Ausdehnung etwa der des Saarlandes hatte, zu verspüren.


Der heutige Lahn-Dill-Kreis

Bereits 31 Monate später wurde der Lahn-Dill-Kreis und die Stadt Lahn wieder aufgelöst. Im Osten des Gebietes des Großkreises entstand der Landkreis Gießen wieder, der aus der Kommunalreform gestärkt hervorging. Ihm wurde die bis zur Gebietsreform kreisfreie Stadt Gießen zugeordnet. Ferner wurde er um einige Gemeinden des früheren Landkreises Wetzlar erweitert.

Aus dem Gebiet des ehemaligen Dillkreises und dem verbliebenen früheren Gebietsbestand des Landkreises Wetzlar wurde der Lahn-Dill-Kreis in seinen heutigen Grenzen mit der Kreisstadt Wetzlar gebildet. Wetzlar ging aus der Gebietsreform ebenfalls gestärkt hervor und ist mit seinen mehr 50.000 Einwohnern inzwischen eine von sieben Sonderstatusstädten im Lande Hessen (Städte mit Teilfunktionen einer kreisfreien Stadt). In Dillenburg, der früheren Kreisstadt des Dill-kreises, unterhält der Lahn-Dill-Kreis heute eine Verwaltungsstelle.

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Ahnengalerie der Landräte des Landkreises Wetzlar, Dillenburg und des Lahn-Dill-Kreises nach 1945

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