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Handaufzucht bei Papageien

Handaufzucht bei Papageien ist tierschutzrelevant!

Das man bei der Aufzucht von Papageien viel falsch machen kann und die Handaufzucht von Jungtieren sogar tierschutzwidrig ist, darauf verweist die Hessische Landestierschutzbeauftragte, Frau Dr. Madeleine Martin, in Ihrer folgenden aktuellen Pressemitteilung:


In den letzten Jahren erfreuen sich Handaufzuchten von Papageien zunehmender Beliebtheit. Viele Käufer legen nämlich größten Wert auf zahme Vögel. Isolierte Handaufzuchten können so zahm sein, dass das Anfassen, der Umgang und sogar tierärztliche Maßnahmen toleriert werden. Da solche Tiere höhere Preise erzielen als Naturbrut, ist die Handaufzucht auch für viele Züchter interessant. Die Wegnahme des Geleges führt zudem dazu, dass die Elterntiere oft erneut brüten und so eine größere Jungtierzahl pro Paar und Brutsaison zu erreichen ist.
Davor warnte nun die Landestierschutzbeauftragte Madeleine Martin heute in Wiesbaden: „Papageienhaltung ist an sich schon sehr schwierig, da die Tiere hohe Ansprüche an artgerechte Haltung und Pflege stellen. Sie brauchen große Flugvolieren und müssen zu mehreren gehalten werden. Tiere, die aus isolierten Handaufzuchten stammen, bergen aber zudem viele Schwierigkeiten: sie haben zeitlebens Verhaltensprobleme, da sie eben ohne Eltern und ohne Kontakt zu anderen Papageien aufwachsen. Als Sozialpartner haben sie immer nur den Menschen erlebt. Dieser kann aber den Artgenossen nie ersetzen“. Bei Eintritt der Geschlechtsreife bei den 2 - 6jährigen Papageien kommt es dann zu dramatischen Situationen: Die Tiere werden oft aggressiv, beißen und attackieren ihre Besitzer. Häufig bekommen die Tiere, die von ihren Eltern nie richtige differenzierte Lautäußerungen lernen konnten, Schreianfälle. Federrupfen und Selbstverstümmelung folgen oft nach.
Martin weiter: „Wer solche Tiere als Jungtiere kauft, macht sich mitschuldig an diesem Tierelend: diese Papageien bleiben verhaltensgestörte Krüppel und leiden lebenslang unter dieser Situation. Eine Vergesellschaftung solcher Vögel mit Artgenossen ist nämlich aufgrund der bewussten Fehlprägung nur noch in Einzelfällen und durch den Fachmann möglich“.
Deshalb rät Martin, wenn überhaupt, Papageien nur aus Nachzuchten zu kaufen, in denen Naturbrut üblich ist. Als vorbildlich bezeichnet sie die rechtliche Situation in Österreich, dort sind künstliche Handaufzuchten von Papageien aus kommerziellen Gründen nämlich seit dem 17.12.2004 verboten.

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