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Presseinformation
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Nr.: 382/
2009 Auskunft erteilt: Susanne Müller-Etzold (Pressestelle) Telefon: 06441 407-1105 Telefax: 06441 407-1051 E-Mail: presse@lahn-dill-kreis.de Internet: http://www.lahn-dill-kreis.de |
Die Angst vor dem großen Knall: Tierschutz zum Jahreswechsel
Wetzlar/Dillenburg/Herborn, 2009-12-29
Für viele Menschen ist es ein schöner Brauch, reichlich Böller und Kracher zu zünden, um das neue Jahr zu begrüßen. Wolfgang Hofmann, Erster Kreisbeigeordneter und für den Tierschutz zuständige Dezernent des Lahn-Dill-Kreises weist darauf hin, dass dabei aber nicht nur vielfältige Gefahren für die Menschen lauern, sondern auch viele Hunde, Katzen, Vögel und andere Haustiere regelrecht Qualen ausstehen müssen.
Als Folge der Lautstärke können durch Erschrecken Körperzittern und Jaulen bis hin zu Störungen von Körperfunktionen, insbesondere des Magen-Darm-Trakts, auftreten. Aber auch der Schwefelgehalt der Knaller macht vielen Haustieren zu schaffen. Im Explosionsfeld der Knallkörper ist die Luft stark schwefelhaltig. Dieser Schwefel kann zu Schleimhautreizung mit Augenbrennen führen. Zwar versuchen Hunde, deren Geruchsempfindlichkeit viel höher ist als die des Menschen, den Schwefel zu meiden und auszuweichen, das ist aber oft nicht möglich.
Es ist ratsam, die Tiere Silvester in der Wohnung zu lassen, Fenster und Türen geschlossen zu halten, damit die Lautstärke der Knaller möglichst gedämpft wird.
Die Knallerei wird häufig auch von den Tierhaltern als bedrohlich empfunden und sie versuchen, das Tier zu beruhigen. Insbesondere bei Hunden verleiht diese gut gemeinte Reaktion dem Ereignis jedoch eine besondere Bedeutung und es wird ein Angstverhalten auf die Knallerei antrainiert. Durch eine nachfolgende Belohnung wird der Hund diese Reaktion zusätzlich verstärken. Völlig ungeeignet ist es, den Hunden die Ohren zuzuhalten. Dadurch wird die Angstreaktion erheblich verstärkt.
Beruhigungsmittel sollten nur mit Vorsicht gegeben werden. In jedem Fall ist vorher der Rat eines Tierarztes einzuholen. Die meisten Präparate sind bereits längere Zeit vor Silvester täglich zu verabreichen.
Aber nicht nur an die Tiere im Haus muss gedacht werden. Auch Weidetiere stellt die Silvesternacht eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar. Insbesondere Pferde und junge Rinder neigen zu Weideausbrüchen, wenn sie in Panik geraten.
Für weitere Fragen zum Thema steht die Abteilung Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Lahn-Dill-Kreises unter der Telefonnummer 06441 407-7711 zur Verfügung.
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