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Nr.: 023/
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Nächtliche Tiertransportkontrollen auf der A 45 offenbaren Missstände
Wetzlar/Dillenburg/Herborn, 2010-02-03
In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch vergangener Woche kontrollierten Bedienstete der Veterinärbehörde des Lahn-Dill-Kreises in Herborn und der Autobahnpolizei Mittelhessen Lebendtiertransporte auf der A 45 rund um Herborn und Ehringshausen.
Wolfgang Hofmann, für den Tierschutz zuständiger Dezernent beim Lahn-Dill-Kreis: „In der Zeit von 21:00 bis 03:00 Uhr wurden fünf Lebendtiertransporte auf dem Gelände der Tank- und Rastanlage Katzenfurt einer Kontrolle unterzogen. Besonderes Augenmerk wurde hierbei auf die Transportdauer und die Transportbedingungen gelegt.“ Sämtliche Transporte waren beladen mit Schlachtbullen und -kühen, die in die Schlachthöfe Bayerns und Baden-Württembergs verbracht werden sollten.
Ein Sattelzug aus den Niederlanden, beladen mit 34 Schlachtbullen von Greven nach Pforzheim, wies erhebliche Verstöße gegen die Transportbedingungen auf. So stießen die Tiere auf dem doppelstöckig beladenen Transporter mit ihren Rücken an den Zwischenboden bzw. das Dach an. Dadurch wurden den Tieren nicht unerhebliche Schmerzen zugefügt und es bestand die Gefahr, dass sich die Tiere durch die Bewegung des Fahrzeuges den Rücken verletzen. Zumindest wurden hierdurch Hämatome, Prellungen und ähnliche Schäden an der Wirbelsäule der Tiere durch den Beförderer billigend in Kauf genommen. Durch die Amtstierärztin wurde sofort die Anhebung des Daches und des Zwischenbodens angeordnet. Gegen Fahrer und Unternehmer wurden Bußgeldverfahren eingeleitet, vom Fahrer selbst eine Sicherheitsleistung in Höhe von 300,00 Euro vor Ort einbehalten.
Nachdem die Tiere auf dem Transporter wieder in aufrechter Haltung stehen konnten, durfte der niederländische Transporteur seine Fahrt fortsetzen. Wolfgang Hofmann: „Bleibt zu hoffen, dass Fahrer und Transporteur aus den folgenden Bußgeldverfahren lernen werden.“
Erfreulicherweise wiesen drei der fünf Transporte keine gravierenden Mängel auf und konnten ihre Fahrt nach kurzer Zeit wieder fortsetzen. Ein Transport mit 26 Schlachtbullen auf dem Weg von Nordrhein-Westfalen nach Bayern hatte lediglich seine Transportunterlagen nicht vollständig ausgefüllt. Die Eintragungen wurden vor Ort vorgenommen und der Fahrer mündlich verwarnt.
„Bei einer Außentemperatur von bis zu -15° C war diese nächtliche Kontroll-Aktion ein arktisches Unterfangen für Mensch und Tier“, so Wolfgang Hofmann abschließend.
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