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Erster Kreisbeigeordneter
Wolfgang Hofmann
Nr.: 031/ 2010
Auskunft erteilt:
Susanne Müller-Etzold (Pressestelle)
Telefon: 06441 407-1105
Telefax: 06441 407-1051
E-Mail:
presse@lahn-dill-kreis.de
Internet:
http://www.lahn-dill-kreis.de

Offizielle Übergabe und Indienststellung eines mobilen Hochwasserschutzsystems für den Lahn-Dill-Kreis

Wetzlar/Dillenburg/Herborn, 2010-02-05

Nach dem Hochwasser Ende 2006 und dem Sturm Kyrill Anfang 2007 galt es die Vorsorge und Vorkehrungsmaßnahmen für Hochwassergefahren nochmals zu überprüfen. Unter der Berücksichtigung, dass bauliche Maßnahmen nicht kurzfristig umzusetzen sind und es immer wieder Stellen gibt, an denen mit Hochwasser und plötzlich auftretenden Bächen nicht gerechnet werden kann, wurde nach einer mobilen Lösung zum besseren Schutz gesucht.


Nachdem der Kreistag die notwendigen Finanzierungen sichergestellt hat, wurde seitens der Abteilung Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz des Lahn-Dill-Kreises eine Arbeitsgruppe auf Landkreisebene eingerichtet. Beteiligt waren an dieser Arbeitsgruppe die Vertreter der Feuerwehren der Städte Wetzlar, Herborn, Dillenburg und Haiger. Nach einer Markterkundung wurde seitens der Arbeitsgruppe festgestellt, dass für ein mobiles und schnelles System, verteilt über den gesamten Lahn-Dill-Kreis, nur ein sogenanntes „Schlauchsystem“ als Rückhaltemöglichkeit für Hochwasser und sonstige Gefahrenlagen in Betracht kommt.

Hiernach wurden die führenden Hersteller dieser Schlauchsysteme nach Wetzlar eingeladen. Im Rahmen einer praktischen Überprüfung aller Systeme am Jakob-Krosche-Weiher in Wetzlar wurden die Anforderungen der Systeme in der Praxis mit den aufgestellten Anforderungen der Arbeitsgruppe verglichen.

Unter Berücksichtigung der Wertung und Gewichtung nach dem aufgestellten Anforderungsprofil für den Lahn-Dill-Kreis erhielt schließlich das System der Firma Mobildeich den Zuschlag. Gleichzeitig einigte man sich darauf, dass innerhalb des Lahn-Dill-Kreises die Beschaffungsmaßnahmen der Städte und Gemeinden und des Kreises sich nach dem einheitlichen System richten. Folglich werden in einzelnen Städten und Gemeinden kurze Schlauchabschnitte für einen sehr schnellen Einsatz vorgehalten. Die großen Längen werden als überörtliche Reserve in einem sogenannten Abrollbehälter am Feuerwehrstützpunkt Herborn deponiert. Die kommunalen sowie auch kreiseigenen Systeme sind 100%ig identisch und kompatibel.


Mit dem jetzt in Dienst zu stellenden Abrollbehälter Hochwasserschutz ist ein sehr flexibles und schnell einsetzbares Hochwasserschutzsystem konzipiert worden. Das eigentliche Hochwasserrückhaltesystem besteht aus einem Zweikammernschlauchsystem, das Hochwasser bis zu einer Stauhöhe von 40 – 50 cm zurückhalten kann. Gleichzeitig bietet dieses System auch die Möglichkeit der Überströmfähigkeit von einer Schutzhöhe von 60 cm. Damit ist insbesondere in der statischen Stabilität dieses Systems eine besondere Bedeutung gelegt. Insgesamt sind auf dem Abrollbehälter des Lahn-Dill-Kreises 480 m in 12 Rollen à 40 m verlastet.

Die Gesamtkosten des Abrollbehälters inkl. der Beladung belaufen sich auf rund 150.000 Euro.

Die Einsatzfähigkeit des Systems wird durch das Wechselladerfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Herborn und einer Bedienmannschaft aus der Freiwilligen Feuerwehr Herborn-Schönbach sichergestellt.

Unabhängig des Hochwasserschutzes kann dieses System auch als Löschwasserrückhaltung, Löschwasserzwischenbehälter und Vorratsbehälter, als Auffangbehälter oder auch als künstliches Wehr in fließenden Gewässern Verwendung finden.

Mit dem Hochwasserschutzsystem hat der Lahn-Dill-Kreis eine wesentliche Verbesserung zum Schutz gegen vielerlei Gefahren erreicht. Insbesondere die Geschwindigkeit gegenüber Sandsacksystemen bzw. dem Aufbau von Sandsackwällen oder -deichen ist von herausragender Bedeutung. Die kompakte und schnelle Verfügbarkeit in einem Abrollbehälter und auch die kurzen Aufbauzeiten führen zu einem großen Sicherheitsgewinn. Damit ist der Lahn-Dill-Kreis in der mobilen Abwehr auf dem aktuellen Stand des technisch Machbaren.

Nähere Informationen auch unter www.mobildeich.de und www.lahn-dill-kreis.de/Abrollbehälter Hochwasserschutz.


Kai Reeh, Stadtbrandinspektor Herborn; Rupert Heege, Kreisbrandinspektor; Dipl.-Ing. Walter Wagenhuber, Firma Mobildeich; Hans Benner, Bürgermeister Stadt Herbonr; Landrat Wolfgang Schuster; Erster Kreisbeigeordneter Wolfgang Hofmann; Clemens Reif, MdL

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"Was ist drin?" - Beladeliste

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