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Erster Kreisbeigeordneter
Wolfgang Hofmann
Nr.: 166/ 2010
Auskunft erteilt:
Susanne Müller-Etzold (Pressestelle)
Telefon: 06441 407-1105
Telefax: 06441 407-1051
E-Mail:
presse@lahn-dill-kreis.de
Internet:
http://www.lahn-dill-kreis.de

Schutz vor Zerstörung, Beschädigung, Diebstahl und Plünderung:
Burg Greifenstein erhält Plakette nach Haager Konvention

Wetzlar/Dillenburg, 2010-06-17

Mit der so genannten „Haager Konvention“ sollen Kulturgüter, die für das kulturelle Erbe der Völker von großer Bedeutung sind, während eines Krieges oder bewaffneten Konfliktes vor der Zerstörung bewahrt werden. Die Kennzeichnung erfolgt durch eine blau-weiße Plakette.

Die Burgruine Greifenstein – schon seit langem als einziges Denkmal von nationaler Bedeutung in unserer Region deklariert und weit über unsere Kreis-Grenzen hinaus als erlebbare Sehenswürdigkeit bekannt – hat nun die Plakette der Haager Konvention erhalten. Diese Kennzeichnung (die zugleich auch eine Art Auszeichnung ist) der Burgruine Greifenstein bildet den Auftakt zu einer ganzen Reihe von weiteren Kennzeichnungen heimischer Kulturgüter. Im Lahn-Dill-Kreis – ohne die Stadt Wetzlar – sollen ca. 145 Objekte gekennzeichnet werden. In nächster Zeit ist die Kennzeichnung des Schlosses in Braunfels, des Kloster Altenbergs, der Schlossberganlagen in Dillenburg und in Herborn der „Hohen Schule“ und des Rathauses vorgesehen.

Was steckt dahinter?

Haager Konvention
Die Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten ist ein völkerrechtlicher Vertrag. Er wurde 1954 mit dem Ziel beschlossen, Kulturgut während eines Krieges oder bewaffneten Konfliktes vor Zerstörung, Beschädigung, Diebstahl, Plünderung und anderen Formen widerrechtlicher Inbesitznahme zu schützen.

Als Kulturgut wird „bewegliches oder unbewegliches Gut, das für das kulturelle Erbe der Völker von großer Bedeutung ist“ definiert. Hierzu zählen Kulturgüter wie Denkmäler, Archive, Museen und Bibliotheken oder Gemälde, Bücher und archäologische Funde. Mit Stand März 2010 sind 123 Staaten Vertragspartei der Haager Konvention.

Die Burgruine Greifenstein – ein „Denkmal von nationaler Bedeutung“
Die Burgruine Greifenstein trägt seit 1995 das Prädikat „Denkmal von nationaler Bedeutung“. Sie ist als landschaftsbeherrschende Höhenburg die bedeutendste Wehranlage des Westerwaldes. Die prägnante Silhouette mit den beiden Türmen „Nassauer-Turm“ und „Bruderturm“ sind hessenweit und darüber hinaus bekannt und als unverwechselbare Landmarke weithin sichtbar.

Innerhalb der Typengeschichte der deutschen Burgen und der übergreifenden Geschichte des Europäischen Wehrbaues hat die Burgruine durch die ungewöhnlich weite Ausdehnung und die lückenlos ablesbare Staffelung der inneren und äußeren Befestigungsringe nationale Bedeutung.

Die Geschichte der Burg Greifenstein
Die Geschichte der Burg Greifenstein beginnt bereits um 1100. Nach der Zerstörung um 1300 wurde die Burganlage gegen Ende des 14. Jahrhunderts durch die Grafen zu Solms-Greifenstein wieder aufgebaut. Die Burg überstand unbeschadet den 30-jährigen Krieg und bot in dieser Zeit der Verwüstung und Gewalt vielen Menschen in der Umgebung Schutz. Um 1700 erfolgte unter Graf Wilhelm Moritz der Umbau der Wehrburg zum Barockschloss. Davon zeugt heute noch die evangelische Kirche. In dieser Zeit, noch vor der baulichen Vollendung der Kirche, zog der komplette Hof nach Braunfels um. Seit dieser Zeit bis zur Gründung des Greifenstein-Vereins 1969 verfiel die Burg zur Ruine.

Der Greifenstein-Verein e. V.
Der Greifenstein-Verein übernahm vor über 40 Jahren nicht nur das Grundeigentum, sondern auch die volle finanzielle Verantwortung für die komplette Anlage. Zu den ordentlichen Vereinsmitgliedern zählen bis heute engagierte Bürgerinnen und Bürger und auch namhafte Vertreter der Politik. Mit bewundernswertem Einsatz gelang es ihnen die Burgruine zu sichern und darüber hinaus zu einem beeindruckenden Freilichtmuseum auszubauen.

Die Anlage beherbergt eine gut angenommene Gastronomie. Die Einrichtung des „Deutschen Glockenmuseums“ in die Rossmühle, den mächtigsten Geschützturm der ehemaligen Burg, ist ebenso ein Anziehungspunkt wie die verschiedenen Veranstaltungen im Heimatmuseum. Dieses ist in der Talstraße, am Fuße der Burg gelegen, im ehemaligen Torbau untergebracht.

Ihre Ansprechpartnerin beim Lahn-Dill-Kreis für Fragen zum Thema ist Susanne Milch, Tel. 06441 407-1707.


(von links nach rechts)
Axel Hahn, Vorsitzender des Denkmalbeirates, Susanne Milch, Vertreterin der Unteren Denkmalschutzbehörde, Clemens Reif, Landtagsabgeordneter, Günter Klute, stellv. Vorsitzender Greifenstein- Verein, Wolfgang Schuster, Landrat und Vorsitzender Greifenstein-Verein, Wolfgang Hofmann, Erster Kreisbeigeordneter, Elisabeth Müller, Kreistagsvorsitzende, Martin Kröckel, Bürgermeister

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