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Presseinformation


Erster Kreisbeigeordneter
Wolfgang Hofmann
Nr.: 178/ 2010
Auskunft erteilt:
Susanne Müller-Etzold (Pressestelle)
Telefon: 06441 407-1105
Telefax: 06441 407-1051
E-Mail:
presse@lahn-dill-kreis.de
Internet:
http://www.lahn-dill-kreis.de

Naturschutzbeirat besichtigt wertvolle Biotope im Lahn-Dill-Kreis

Wetzlar/Dillenburg, 2010-07-01

134 Naturdenkmale gibt es im Lahn-Dill-Kreis, dazu geschützte Landschaftsbestandteile und über 30 Naturschutzgebiete. Allerdings ist dies nur die berühmte Spitze des Eisberges. Der gesamte Raum ist wie kaum eine andere Region mit einer unglaublichen Vielfalt an Naturschönheiten gesegnet. Schon die naturräumliche Gliederung – Hoher Westerwald, Rothaargebirge, Lahn-Dill-Bergland, Hintertaunus, Hüttenberger Land, dazu die unterschiedlich ausgeprägten Täler von Dill und Lahn – lassen auf spannende Entdeckungen schließen.

Eines dieser Kleinode hat der Naturschutzbeirat des Lahn-Dill-Kreises bei einer Begehung genauer unter die Lupe genommen – den Weipersgrund und das Steinerbachtal zwischen Braunfels-Neukirchen und -Altenkirchen. Der abgelegene Talzug war seit je her durch das Nebeneinander von Feuchtbereichen mit Seggen und Binsen, wechselfeuchten Brachen und extensiver landwirtschaftlicher Nutzung charakterisiert. Dieser Zustand hatte sich in den letzten Jahren einerseits durch die Aufgabe, andererseits durch die Intensivierung der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung verschlechtert. Dazu kam die Verlegung der überregionalen Gasleitung durch die EON-Ruhrgas AG, dessen Folgen noch lange Zeit im Landschaftsbild ablesbar sein werden.

In den letzten Jahren hatten verschiedene Naturschutzvereinigungen bereits damit begonnen, Feuchtbereiche wieder herzustellen und Absprachen mit Landwirten über eine sinnvolle Nutzung der Bachaue zu treffen. Rudolf Fippl, Vorsitzender des Naturschutzbeirates, hatte nunmehr Gelegenheit, den Beiratsmitgliedern und Mitarbeitern der Abteilung Bauen und Umwelt des Lahn-Dill-Kreises diese Biotope vor Ort vorzustellen. Besonderes Augenmerk richtete das Gremium auf einen größeren Bestand des Breitblättrigen Knabenkrauts (Dactylorhiza majalis), eine Orchideenart, deren Standort bei der Leitungsverlegung gerade noch verschont blieb. Dabei erwächst die Bedeutung der Fläche nicht nur aus den Pflanzen selbst, sondern vor allem aus der Funktion als Lebensraum für viele besonders geschützte Tierarten. Da Orchideen einen feuchten Standort benötigen, ist hier jede Form der Entwässerung (z. B. Drainage), etwa im Rahmen landwirtschaftlicher Nutzung, zu vermeiden.

Um den dauerhaften Erhalt des ökologisch wertvollen Tales zu erreichen, hat die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) die Ausweisung des Weipersgrunds als geschützter Landschaftsbestandteil beantragt.


Mitglieder der Exkursion

Die Besichtigungstour durch den Süden des Kreisgebietes führte die Gruppe auch zu einem ebenfalls gefährdeten Naturdenkmal in Solms-Albshausen. Eine der unter Naturschutz stehenden Eichen an der Kirche ist leider nur noch als Relikt vorhanden. Vor allem die Einengung durch einen gepflasterten Weg hat in den letzten 20 Jahren zum weitgehenden Absterben der Krone des ca. 400 Jahre alten Baumes geführt. Mit einem Umfang von 8 m hat er den mächtigsten Stamm im Kreisgebiet und ist bundesweit bekannt. Um das Überleben der Eiche zu sichern, soll darauf hingewirkt werden, das jetzige Pflaster teilweise durch Rasengittersteine zu ersetzen.

Um die Naturdenkmale im Lahn-Dill-Kreis stärker ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken und die außerordentliche Schönheit vieler dieser Biotope – alte Eichen, Buchen und Linden, Wacholderheiden, aufgelassene Steinbrüche und geologische Aufschlüsse – zu verdeutlichen, will der Lahn-Dill-Kreis eine Veröffentlichung über die Naturdenkmale herausgeben. Auch im Internet werden Daten und Fotos dann einsehbar sein. Mitglieder des Naturschutzbeirats unterstützen diese Dokumentation durch Begutachtung von Naturdenkmalen und Beschaffung von Bildmaterial. Ausdrücklich begrüßt werden diese Aktivitäten vom Ersten Kreisbeigeordneten und Naturschutzdezernenten Wolfgang Hofmann – er hofft, dass der Band bis zum Jahresende vorliegen kann.

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