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Presseinformation


Erster Kreisbeigeordneter
Wolfgang Hofmann
Nr.: 197/ 2010
Auskunft erteilt:
Susanne Müller-Etzold (Pressestelle)
Telefon: 06441 407-1105
Telefax: 06441 407-1051
E-Mail:
presse@lahn-dill-kreis.de
Internet:
http://www.lahn-dill-kreis.de

Ratschläge des Vogelparks Herborn: Jungvogel gefunden – was nun?

Herborn, 2010-07-19

Diese Frage stellt sich in den letzten Wochen vielen Naturliebhabern. Christin Dederich vom Vogelpark Herborn teilt hierzu mit, dass scheinbar aus dem Nest gefallene Jungvögel nicht unbedacht mitgenommen werden sollten. „Bei den Jungvögeln muss man wissen, ob es sich um einen „Nestling“ oder „Ästling“ handelt“, betont die Diplom-Biologin.

Als Nestlinge werden die Jungvögel bezeichnet, die nur wenige Tage alt und noch nackt oder erst leicht befiedert sind. In diesem Fall könne man davon ausgehen, dass das Tier aus dem Nest gefallen ist. Ist das Nest auffindbar, sollte der Vogel wieder dorthin zurückgesetzt werden. Oftmals glauben Vogelliebhaber, dass sie die Jungvögel nicht anfassen dürfen, da dann der Geruch des Menschen die weitere Aufzucht beeinflussen könnte. Jedoch gilt dies nur bei den Säugetieren; fast alle Vögel hingegen können schlecht riechen, sodass Jungvögel in der Regel problemlos zu ihren Geschwistern zurück gesetzt werden können.

Ästlinge sind Jungvögel, die noch nicht gut fliegen können, das Nest aber schon zu ersten Flugversuchen verlassen. Sie wurden nicht von ihren Eltern „im Stich gelassen“, wie es oft den Anschein macht, sondern stehen durch ihre Bettelrufe mit ihnen in Verbindung und werden von den Altvögeln weiter versorgt. Diese Vögel mitzunehmen und von Hand groß zu ziehen ist deswegen nur allzu oft falsch verstandene Tierliebe. Ästlinge sollte man in jedem Fall sitzen lassen. „Denn von Hand aufgezogene Jungtiere haben selbst bei fachgerechter Pflege sehr viel schlechtere Überlebenschancen als die in der Natur aufgewachsenen“ betont Christin Dederich.

In den letzten Tagen kommt es im Vogelpark Herborn besonders häufig zu Anfragen wegen jungen Mauerseglern. Wie die Herborner Zoopädagogin mitteilt, wird es in diesem extrem warmen Sommer den Jungvögeln häufiger zu heiß in ihrem Nest, sodass sie dieses frühzeitig verlassen. Im Gegensatz zu vielen anderen Vögeln, wie Amseln oder Sperlinge, versorgen Mauersegler ihre Jungen nicht mehr am Boden. In solchen Fällen ist dann wirklich Hilfe geboten. Allerdings muss das Vogelparkteam darauf hinweisen, dass aus Gründen der begrenzten Kapazitäten des Parks und aufgrund der Tierseuchenhygiene in der Uckersdorfer Auffangstation nur seltene Arten wie Greifvögel, Eulen oder Stelzvögel aufgenommen werden können.

Im Falle betroffener Kleinvögel ist deswegen Eigeninitiative der Tierfreunde gefragt. Tipps zur erfolgreichen Aufzucht erhalten diese im Internet unter www.wildvogelhilfe.org.

Vogelfreunde müssen auch bedenken, dass die Fütterungszeiten zwischen 07:00 Uhr und 22:00 Uhr liegen und der kleine „Piepmatz“ alle zwei Stunden nach seinem Futter verlangt.

Im Falle eines jungen Mauerseglers, der auf den ersten Blick auch häufig mit einem kleinen Greifvogel verwechselt werden kann, empfiehlt sich ein Blick auf die Homepage der Deutschen Gesellschaft für Mauersegler e. V. in Frankfurt www.mauersegler.com. So lange in der Frankfurter Mauerseglerklinik Kapazitäten frei sind, besteht grundsätzlich auch die Möglichkeit Fundtiere dort in sachkundige Hände abzugeben. Telefonisch zu erreichen ist diese unter der Rufnummer: 069 35351504 oder Mobil: 0173 3604167.

Presseinformation des Vogelparks Uckersdorf vom 16. Juli 2010, presserechtlich verantwortlich: Dipl.-Biologin Christin Dederich, Vogelpark Herborn, Im Beilsbach 16, 35745 Herborn-Uckersdorf, Tel. 02772 42522, mobil: 0177 4103285, E-Mail: info@vogelpark-herborn.de, Internet: www.vogelpark-herborn.de.

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