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Landrat
Wolfgang Schuster
Nr.: 092/ 2008
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Stefan Röger
Telefon: 06441 407-1813
Telefax: 06441 407-1801
E-Mail:
Stefan.Roeger@lahn-dill-kreis.de
Internet:
http://www.lahn-dill-kreis.de

Abfall aus dem Lahn-Dill-Kreis wird unter die Lupe genommen –
Sortierversuch auf dem Gelände der Abfallentsorgungsanlage in Aßlar

Wetzlar/Dillenburg, 2008-04-29

Was steckt drin im LDK-Abfall? Dieser Frage ging jetzt die Heuchelheimer AC Consult & Engineering GmbH nach. Im Auftrag der Abfall- und Energiewirtschaft Lahn-Dill wurde auf dem Gelände der kreiseigenen Abfallentsorgungsanlage in Aßlar-Bechlingen ein Sortierversuch durchgeführt.

Ausgerüstet mit Overall, Harke und Handschuhen machten sich insgesamt neun Männer und Frauen über knapp fünf Tonnen Abfall her. Die Stichprobe soll Aufschluss geben über Abfallzusammensetzung und Trennverhalten im Lahn-Dill-Kreis. Denn nur wenn die Fachleute der Abfallwirtschaft wissen, was trotz Gelbem Sack, Biotonne, blauer Tonne und Altglascontainern sowie den 20 kommunalen Wertstoffhöfen im Kreis noch immer an Wertstoffen in der Restmülltonne landet, kann auch gezielt etwas unternommen werden.

Dass in unserem Landkreis Handlungsbedarf besteht, belegen die Statistiken: In Sachen spezifischer Restabfallmenge rangiert der Lahn-Dill-Kreis im oberen Drittel im Vergleich mit den anderen hessischen Landkreisen. Insgesamt sind es rund 68.000 Tonnen im Jahr. Weniger Restabfall bedeutet jedoch weniger Kosten, und so will der Eigenbetrieb Abfall- und Energiewirtschaft nun nachjustieren. „Unser Ziel ist es die Restabfallmengen in den nächsten Jahren sukzessive zu reduzieren und die getrennt erfassten Wertstoffmengen zu erhöhen, um so auch auf lange Sicht Gebührenstabilität im Lahn-Dill-Kreis zu gewährleisten“, erläuterten Landrat Wolfgang Schuster und Betriebsleiter Frank Dworaczek die Hintergründe des Sortierversuchs. Um die gesteckten Ziele zu erreichen, setzt der Eigenbetrieb vor allem auf Information. Ein entsprechendes Kommunikationskonzept wird erarbeitet.

Damit das Ergebnis der Stichprobe möglichst repräsentativ ausfällt, wurde vom Abfuhrunternehmen SITA eine Extra-Route gefahren, bei der sowohl Restmüllbehälter in städtischen als auch in ländlichen Gebieten geleert wurden. Und auch Straßen mit vorwiegend gewerblichen Ansiedlungen wurden berücksichtigt. Die Wahl der Entsorger fiel auf Teile von Dillenburg und Siegbach. So landete schließlich der Abfall aus rund 200 grauen Tonnen auf dem Sortiertisch. Knapp zwei Arbeitstage benötigte das Team von AC, um diesen Müllberg zu trennen und abzuwiegen. Dabei stand nicht Tempo, sondern Genauigkeit im Vordergrund. In 12 Fraktionen wurde aufgeteilt: Altpapier, Altholz, Altkleider, Bauschutt, Bioabfall, Elektroschrott, Hohlglas, Metalle, Schadstoffe, Verpackungen und stoffgleiche Nichtverpackungen sowie Restabfall. Eine Auswertung des Versuchs wird in zwei bis drei Wochen vorliegen und bekanntgegeben. Auf den ersten Blick war aber bereits ein hoher Anteil Verpackungen und Altpapier festzustellen.


Ran an den Abfall: Rund fünf Tonnen Abfall aus Dillenburg und Siegbach wurden bei
dem Sortierversuch in der kreiseigenen Abfallbehandlungsanlage in Aßlar getrennt.

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