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Nr.: 126/
2008 Auskunft erteilt: Stefan Röger Telefon: 06441 407-1813 Telefax: 06441 407-1801 E-Mail: Stefan.Roeger@lahn-dill-kreis.de Internet: http://www.lahn-dill-kreis.de |
Ergebnis des Sortierversuches liegt vor – nur 44,3 Prozent Restabfall in den grauen Tonnen
Wetzlar/Dillenburg, 2008-06-18
Rund 12,2 Millionen Euro hat den Lahn-Dill-Kreis die Restabfallentsorgung im vergangenen Jahr gekostet. Da spielt jede Tonne Restabfall, die nicht schon vom Bürger zu Hause, sondern erst in der Mechanisch-Biologischen Abfallbehandlungsanlage (MBA) getrennt wird, am Ende eine buchstäblich „gewichtige“ Rolle. Leider ist der Anteil an Wertstoffen in den Restabfallgefäßen noch immer zu hoch: Nur 44,3 Gewichtsprozent des in den grauen Tonnen gesammelten Abfalls sind tatsächlich Restabfälle. Das ist das Ergebnis des Sortierversuches, den die Heuchelheimer AC Consult & Engineering GmbH im Auftrag der Abfall- und Energiewirtschaft Lahn-Dill (AEWLD) durchgeführt hat. Wie bereits Ende April 2008 berichtet, sind dazu auf dem Gelände der kreiseigenen Deponie in Aßlar-Bechlingen knapp 5 Tonnen Abfall aus Dillenburg und Siegbach per Hand sortiert worden.
• Nach den Restabfällen stellen die Sortierreste mit 16,4 Prozent die größte Fraktion dar. Dabei handelt es sich um Material, das so klein oder miteinander verbunden ist, dass es händisch nicht mehr zu trennen ist.
• Gleich danach folgen mit 8 Prozent die Leichtverpackungen – also Stoffe, die eigentlich in den Gelben Sack gehören.
• 5,3 Prozent macht der Bioabfall aus, 5,2 Prozent sind Hohlglas, 4,7 Prozent Bauschutt, 4,6 Prozent Altpapier und
• 4 Prozent stoffgleiche Nichtverpackungen, darunter vor allem Folien ohne den Grünen Punkt.
• Der Rest setzt sich wie folgt zusammen: Altkleider (2,5 Prozent), Altholz (2,5 Prozent) und Metall (1,5 Prozent). Elektroschrott (0,9 Prozent) und Schadstoffe (0,3 Prozent) spielen erfreulicherweise nur eine untergeordnete Rolle.
„Die vielen Wertstoffe im Restabfall sind leider ein Zeichen dafür, dass es im Lahn-Dill-Kreis noch nicht selbstverständlich ist, die Getrennterfassungssysteme wie Gelber Sack, blaue Papiertonne, braune Bioabfalltonne, Glascontainer oder Wertstoffhöfe zu nutzen“, zieht AEWLD-Betriebsleiter Frank Dworaczek ein erstes Fazit. Hohes Gewicht verursachen insbesondere Glas und das so genannte inerte Material – also Bauschutt. Und genau hier will der Eigenbetrieb Abfall- und Energiewirtschaft zuerst ansetzen.
Ab sofort können Lahn-Dill-Kreis-Bürger (ohne Stadt Wetzlar) an der Entsorgungsanlage in Aßlar-Bechlingen Bauschutt auf einem Anhänger mit bis zu einer Tonne Nutzlast kostenlos anliefern.
Bislang waren nur Anlieferungen im Pkw kostenfrei.
Welche weiteren Anreize geschaffen werden können, um das Sortierverhalten positiv zu beeinflussen, darüber wollen die Verantwortlichen des Lahn-Dill-Kreises nun beraten. Fest steht aber bereits, dass es keine Kontrollen der Abfallgefäße und somit keine Sanktionen geben wird. „Unsere Abfallwirtschaft versteht sich als Partner der Bürgerinnen und Bürger. Müll-Detektive wird es im Lahn-Dill-Kreis nicht geben“, stellt Landrat Wolfgang Schuster klar. Stattdessen baut man auf die Solidarität der Bürgerinnen und Bürger, die durch gewissenhafte Abfalltrennung einen wichtigen Beitrag zur Gebührenstabilität im Lahn-Dill-Kreis leisten können.
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