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Presseinformation
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Nr.: 290/
2009 Auskunft erteilt: Susanne Müller-Etzold (Pressestelle) Telefon: 06441 407-1105 Telefax: 06441 407-1051 E-Mail: presse@lahn-dill-kreis.de Internet: http://www.lahn-dill-kreis.de |
Fünf Jahre Runder Tisch gegen Häusliche Gewalt;
Vernetzung soll Frauen besser vor Gewalt schützen – Neu: Hilfen für Kinder und Täter
Wetzlar/Dillenburg, 2009-09-28

Der Runde Tisch gegen Häusliche Gewalt im Lahn-Dill-Kreis und in der Stadt Wetzlar feiert sein fünfjähriges Bestehen. Am 28. September 2004 wurde das Netzwerk von den Frauenbüros des Lahn-Dill-Kreises und der Stadt Wetzlar sowie dem Frauenhaus Wetzlar ins Leben gerufen. Mittlerweile gehören dem Kreis Vertreterinnen und Vertreter von rund 40 Institutionen an. Neben Polizei, Staatsanwaltschaft und Gerichtshilfe sind Ehe- und Familienberatungsstellen, das Jugendamt, der Kinderschutzbund, die Lahn-Dill-Arbeit, Rechtsanwältinnen und Ärztinnen, Opferschutzorganisationen, der Internationale Bund, das Gesundheitsamt sowie eine Reihe weiterer Institutionen und Organisationen beteiligt.
Durch Vernetzung und regelmäßige Fachveranstaltungen zum Thema Häusliche Gewalt will der Runde Tisch dazu beitragen, dass Gewalt, die zu Hause im privaten Bereich ausgeübt wird, in der Gesellschaft offen diskutiert und aus dem „Dunkelfeld“ heraus geholt wird. „Ziel ist betroffenen Frauen durch frühes Erkennen von Häuslicher Gewalt und vernetzte Hilfen schneller aus ihrer Situation heraus zu helfen“, so Petra Schneider, Frauenbeauftragte des Lahn-Dill-Kreises.
Nach einer ersten Phase, in der die beteiligten Institutionen ihre Angebote und Verfahrensweisen abstimmten, arbeiten die Teilnehmer des Runden Tisches derzeit an der Einbeziehung weiterer Akteurinnen und Akteure, wie beispielsweise von Ärztinnen und Ärzten und dem Gesundheitssektor. Außerdem wird überlegt, wie weitere Zielgruppen besser erreicht werden können, etwa von Gewalt betroffene Kinder und Migrantinnen.
„Unsere Arbeit trägt konkrete Früchte“, so José Ruijgers von der Interventionsstelle gegen Häusliche Gewalt. „Der Flyer ‚Zoff daheim’ beispielsweise wendet sich gezielt an Kinder, die Häusliche Gewalt erlebt haben“, so Ruijgers. Die Unter-Arbeitsgruppe „Kinder“ des Runden Tisches hat den Flyer herausgegeben, der Weiße Ring hat ihn finanziert. Die erste Auflage ist bereits vergriffen. Auf der Fachtagung „Häusliche Gewalt und Migration“ im Januar 2009 beschäftigten sich die Mitglieder des Runden Tisches damit, wie man von Gewalt betroffene Migrantinnen besser erreichen kann.
Seit 2007 befasst sich die Unterarbeitsgruppe „Täter“ damit, wie qualitativ gute Täterarbeit aussehen und im Kreis angeboten werden kann. Derzeit bieten drei Stellen im Kreis Hilfen für Täter Häuslicher Gewalt an. Informationen dazu gibt es bei der Interventionsstelle gegen Häusliche Gewalt, Tel: 06441 46364.
Die Mitglieder des Runden Tisches feierten das Jubiläum schon am Freitag, 25. September 2009, auf einer der regulären Arbeitssitzungen des Runden Tisches im Neuen Rathaus der Stadt Wetzlar. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Institutionen und Organisationen, die beim Runden Tisch mitarbeiten wollen, können sich an das Frauenbüro des Lahn-Dill-Kreises wenden, Tel: 06441 407-1242, E-Mail: frauenbuero@lahn-dill-kreis.de, Internet: http://www.lahn-dill-kreis.de.
Hintergrundinformationen zum Thema Häusliche Gewalt im Lahn-Dill-Kreis
2007 wurden von der Polizei im Lahn-Dill-Kreis 196 Fälle von Häuslicher Gewalt registriert. Zwei (versuchte) Tötungsdelikte, 152 Körperverletzungen, darunter 29 schwere und gefährliche, vier Vergewaltigungen, 23 Bedrohungen, zwei Nötigungen und zwei Freiheitsberaubungen. Von den 202 Opfern Häuslicher Gewalt waren 183 Frauen und 19 Männer.
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