Spurensuche

Das Gebiet, das der heutige Lahn-Dill-Kreis umfasst, ist weder landschaftlich noch historisch eine Einheit, aber gerade das macht die Region so interessant.

Geologie

Geologisch betrachtet ist das Gebiet Teil des Rheinischen Schiefergebirges. In den Ausläufern von Rothaargebirge, Westerwald und Taunus jedoch wurden die Gesteine durch die starke vulkanische Tätigkeit und Ablagerungen vorzeitlicher Meere immer wieder umgeformt und überdeckt. Der Abbau von Kalkstein, Schiefer, Basalt und Diabas ist zum Teil noch heute von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Vor allem aber bestimmte der Roteisenstein - das Erz - lange Zeit das Leben der Bevölkerung in weiten Teilen des Kreises. Eine Vielzahl von Eisenerzgruben, Hüttenwerken, eisenverarbeitender Industrie, vor allem aber der Bau von Öfen und Herden sowie die optische Industrie machten die Region zu einem der bedeutendsten Industriestandorte Deutschlands.

Landwirtschaft

Aufgrund der verschiedenen geologischen und landschaftlichen Gegebenheiten war auch die Landwirtschaft von unterschiedlicher Bedeutung für die Region. Für die einzelnen Familien war sie in jedem Falle lebenswichtig. In den kargen, vom Bergbau bestimmten Gebieten lieferte sie als Nebenerwerb ein unbedingt notwendiges Zubrot - mit den Haubergen haben sich hier besondere, noch heute existierende Landnutzungsformen herausgebildet - während im Süden des Kreises gute Böden die Bildung von stattlichen landwirtschaftlichen Betrieben zuließ. Verschieden wie die landwirtschaftliche Nutzung waren demnach auch die dörfliche Siedlungsstruktur sowie Haus- und Hofformen.

Historie

Politisch-historisch zeigt sich der Lahn-Dill-Kreis ebenso vielfältig. Das Gebiet setzt sich zusammen aus ehemals nassauischen, hessen-darmstädtischen und preußischen Landesteilen, dazu das ehemals regierende Haus Solms. Zudem war die Stadt Wetzlar lange Zeit als Reichsstadt auch Sitz des Reichskammergerichts, an dem auch Johann Wolfgang Goethe tätig war. Vor allem während des siebenjährigen Krieges, der napoleonischen Kriege und gegen Ende des zweiten Weltkrieges wurden die Menschen in der Region mit militärischen Auseinandersetzungen konfrontiert, die bis heute noch ihre Spuren hinterlassen haben.

Hier stießen in vieler Hinsicht also einmal Welten aufeinander.

Neben der Vielzahl kulturhistorischer Relikte, die sich überall in der Region finden, sind es vor allem die vielen kleinen und großen, aber immer sehenswerten Museen und Sammlungen, in denen sich dieser Vielfalt nachspüren lässt.

Landschaftsformen, Bergbau, Industrie und Landwirtschaft haben das Leben der Menschen bestimmt - dazu die Politik der Mächtigen.

Das Lahn-Dill-Gebiet war keine reiche Region im üblichen Sinne, überaus reich jedoch an arbeitsamen und zähen Menschen, die durch das Land geprägt wurden und ihm ihren Stempel aufdrückten.

 

 

Kontakt

Jutta Garth

Ländlicher Raum

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