Besuch beim Autohaus Jackwerth - ehemals "Schmidt Karl" - in Bischoffen (Foto: Helga Peter)

Autohaus Jackwerth – Familienbetrieb mit Geschichte

Wirtschaftsdelegation Lahn-Dill besucht Unternehmen in Bischoffen

Text und Foto: Helga Peter

Im vergangenen Monat trafen sich Vertreter des Lahn-Dill-Kreises – Landrat Wolfgang Schuster, Erster Kreisbeigeordneter Heinz Schreiber, Wirtschaftsdezernent Wolfram Dette, Sozialdezernent Stephan Aurand – mit Manfred Weber (Handwerkskammer Wiesbaden), Burghard Loewe (Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Lahn-Dill), Kreishandwerksmeister Ralf Jeschke, Sebastian Hoffmanns (Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Lahn-Dill) sowie Bildungscoach Aline Heckmann (GWAB) und Bischoffens Bürgermeister Ralph Venohr im Autohaus Jackwerth zu einem Gedankenaustausch. Es sei obligatorisch, einmal im Monat Firmen im heimischen Raum aufzusuchen, führte Landrat Wolfgang Schuster aus und freute sich gleichzeitig auf den Austausch mit Rudi Jackwerth, einem erfahrenen Innungs-Obermeister.

Rudi Jackwerth stellte heraus, dass das Thema „Auto“ 50 Jahre lang nur positiv gesehen wurde. In den letzten fünf Jahren zeichne sich jedoch ein anderer Trend ab. Zunächst ging Jackwerth auf die Firmengeschichte ein. 2016 konnte das 90-jährige Firmenjubiläum gefeiert werden. Firmengründer Karl Schmidt habe sich 1926 noch mit Holzvergaser-Autos auseinander setzen müssen. 1934 nach Verkauf eines Mercedes-LKW sei eine Vertragswerkstatt vor Ort eingerichtet worden. Nach der Übernahme des Betriebes, landläufig „Schmidt Karl“ genannt, durch ihn bestehe das Autohaus Jackwerth nun seit 1983. Im Laufe der Jahre sei ein Wechsel vom LKW-Transporter-Betrieb zum überwiegenden PKW-Transporter-Betrieb erfolgt und mit Jahresbeginn die nächste Generation in der Verantwortung. „Mein Schwiegersohn Andreas Ignatz war auch mein erster Lehrling“, führte Jackwerth aus und erläuterte weiter, dass der Betrieb derzeit mit zehn Mitarbeitern und vier Familienmitgliedern geführt werde.

„Das Auto geht neue Wege. Das Elektroauto wird kommen. Der Weg zu immissionsarmen Fahrzeugen ist möglich. Mit den Diskussionen über hell- oder dunkelblaue Plaketten ist es nicht getan. Hier werden Werte ganz einfach kaputtgemacht.“ Dabei verwies Jackwerth auf den jüngst in seiner GenerationenWerkstatt durch ihn und vier Schüler fahrtüchtig gemachten PKW (Wert etwa 2500 Euro), der sicher gut fünf Jahre zu gebrauchen sei. Jackwerth sprach auch die vor Jahren vorgenommene Erweiterung seines Betriebes nach Mercedes-Kriterien an. Sein ehemals im Ortsterrain gelegenes Unternehmen sei nach einer Versetzung des Ortseingangsschildes einer Sondernutzungsregelung unterworfen, die mit Kosten verbunden sei, die kaum abgewehrt werden könnten. Als Beispiel führte er die stetige Erhöhung der Straßendecke an.

Auch seien hohe Anforderungen des Gesetzgebers und Vertragspartners zu erfüllen. Dabei sprach der Unternehmer die neu einzurichtende Bremsspurstraße mit digitaler Schnittstelle an. Hinzu käme eine neue Scheinwerfereinrichtung für Millimeter genaue Ausmessung. Dies alles sei erforderlich, um eine Iso-Zertifizierung zu erlangen. Auf Dauer zähle nur gute Leistung, Qualität und eine zügige Behandlung. Das brauche der Kunde, so Jackwerth.

Der Kraftfahrzeugmeister sprach auch die regelmäßig geforderten Gefahrstoff-Schulungen für die Innungsbetriebe an, von denen der Personenkreis, der unangemeldet Kraftfahrzeugarbeiten erledigt, verschont bliebe. Auch die neue Datenschutzverordnung werfe viele Fragen auf, wie ein Handwerksbetrieb mit den Daten umzugehen habe. Burghard Loewe von der Industrie- und Handelskammer machte darauf aufmerksam, dass im Bereich Datenschutz Vorkehrungen getroffen werden müssten. Erster Kreisbeigeordneter Heinz Schreiber führte aus: „Wir gehen zu liederlich mit den Daten um. Schnittstellen brauchen wir und müssen neuralgische Punkte feststellen.“ Wirtschaftsdezernent Wolfram Dette stellte fest, dass dieses Thema für kleinere Betriebe sicher aufwändiger zu händeln sei als für große. Dies alles müsse in Grenzen gehalten werden.

Rudi Jackwerth stellte dem Gesprächskreis in Bezug auf Nachwuchsförderung auch einen 18-jährigen afghanischen Praktikanten mit guten Deutschkenntnissen vor, der die Schule in Mittenaar besucht. Dieser junge Mann stelle sich gut an. „Den Jungen lasse ich nicht im Regen stehen. Der kann eine Ausbildung bei uns bekommen.“   

Ansprechpartnerin beim Lahn-Dill-Kreis für Fragen zum Thema: Meike Menn, Wirtschaftsförderung, Tel.: 06441 407-1222, E-Mail: wifoe@lahn-dill-kreis.de

 

 

 

 

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