Preisträger, Gäste und Gastgeber (Foto: M. Heller)

Altes Rathaus in Haiger-Allendorf (Foto: LDK)

Alte Schule in Aßlar-Werdorf (Foto: LDK)

Pelzige Vierbeiner fühlen sich auf dem Biosonnenhof "schafewohl" (Foto: Zinke)

Denkmal- und Naturschutzpreis 2015 des Lahn-Dill-Kreises

wurde am 14. Juli 2016 in einer Feierstunde gemeinsam mit der "Kreisspitze" verliehen.

Die Preise des Lahn-Dill-Kreises für die Umsetzung besonderer Projekte im Naturschutz und im Denkmalschutz wurden im Rahmen einer kleinen Feierstunde am 14.Juli 2016 im Wetzlarer Kreishaus verliehen.

In seinem Grußwort hob der Erste Kreisbeigeordnete Heinz Schreiber die zukunftsweisende Bedeutung des Naturschutzes und des Denkmalschutzes hervor. Es handele sich um wichtige Aufgaben, die auch zukünftigen Generationen zugutekommen würden. Dies könne die öffentliche Hand alleine nicht bewältigen, alle seien gefragt. Es gehe um die Beziehung der Menschen zu ihrer Umwelt und zu ihrer Geschichte, um die Wertigkeit und den Schutz unseres Lebensraumes. Mit historischen Gebäuden in seinem Lebensumfeld verbindet der Mensch mehr als nur die Wertigkeit als Immobilie. Der Mensch ist Teil seiner Umwelt, lebt mit und in ihr und gibt Wissen und Werte an kommende Generationen weiter.

Naturschutzpreis

Der mit 1.500,00 Euro dotierte Naturschutzpreis ehrt Leistungen auf dem Gebiet des Artenschutzes, der Gestaltung von Biotopen, der Landschaftspflege und Projekte zur nachhaltigen Entwicklung im heimischen Raum. Der Naturschutzbeirat hat als Preisträger benannt:

Familie Zinke auf dem Bio-Sonnenhof in Braunfels-Neukirchen

Von besonderer Bedeutung für den Erhalt und die Verbesserung der Biodiversität ist die offene Kulturlandschaft. Wiesen, Äcker und Weiden mit ihren Landschaftselementen, wie Hecken, Feldgehölzen, Streuobstwiesen und Wiesenwegen dienen der Vernetzung von Biotopen und vor allem unsere Ackerwildkräuter sind für viele Insekten und damit auch unsere Vogelwelt unersetzbar. Durch die Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung und den Einsatz von Pestiziden sind jedoch gerade diese Strukturen gefährdet. Die Familie Zinke aus Braunfels hat sich dieser Thematik angenommen. Auf ihrem ökologisch betriebenen Sonnenhof leben viele gefährdete Haustierrassen. Zudem werden 30 verschiedene Gemüsearten erzeugt. Die Produkte werden in einem Hofladen vertrieben. Die herausragende Bedeutung des Betriebes liegt aber woanders. Im Rahmen einer solidarisch betriebenen Landwirtschaft werden die Lebensmittel nicht über den Handel vertrieben, sondern quasi genossenschaftlich verwertet. Private Haushalte und der landwirtschaftliche Betrieb bilden eine Wirtschaftsgemeinschaft von Produzent und Abnehmer. Insofern wird bedarfsorientiert gewirtschaftet. Es geht ihr um den Aufbau ökologisch-ökonomischer Strukturen in der Region. Regionale Produkte, biologische Vielfalt und nachhaltige Bewirtschaftung sind die Schlagworte. Zudem soll Wissen vermittelt werden über die Entstehung landwirtschaftlicher Produkte und die Verwendung von Lebensmitteln – Wissen, das vielfach gar nicht mehr vorhanden ist. Landschaftspflege, bodenschonende Bewirtschaftung, gesunde Ernährung und Öffentlichkeitsarbeit werden hier zu einem sinnvollen Ganzen verbunden.

Denkmalschutzpreis

Der Denkmalschutzpreis ist mit 5000,00 Euro dotiert. Der Denkmalbeirat übernimmt die Aufgabe der Fachjury. Der Denkmalschutzpreis kann als Einzelpreis oder für bis zu drei denkmalpflegerische Leistungen verliehen werden, die Vorbildcharakter besitzen und über das gebotene Maß hinausgehen. Der Denkmalbeirat hat nachstehende Preisträger benannt:

Dieter Wölfel für die Sanierung des Alten Rathauses in Haiger-Allendorf – 2.500,00 Euro

Das Alte Rathaus in Haiger-Allendorf ist ein stattlicher zweigeschossiger Fachwerkbau des ausgehenden 17. Jahrhunderts in nahezu ungestörter Konstruktion. Nach der Eingemeindung von Allendorf in die Stadt Haiger wurde das Gebäude nicht mehr als Rathaus benötigt. Die dann folgenden Nutzungen waren der Gebäudesubstanz nicht förderlich. Die Nord- und Westseiten mussten durch Folie gegen Feuchtigkeit gesichert werden, Gefache fielen heraus. 2014 war der Zustand kritisch, eine öffentliche Nutzung des denkmalgeschützten Gebäudes war aus Kostengründen nicht möglich. Da wurde Dieter Wölfel, Inhaber einer Zimmerei und Eigentümer mehrerer denkmalgeschützter Objekte, auf das Alte Rathaus aufmerksam. Er kaufte das Gebäude und begann sofort mit notwendigen Sicherungsmaßnahmen. Weitgehende Fäulnisschäden am Holz des Fachwerks waren zu beseitigen. Vor allem aber wurde die neuzeitliche Treppe durch eine Rekonstruktion der bauzeitlichen Treppe ersetzt. Auch denkmalgerechte Fenster wurden eingebaut und das Dach wurde in Naturschiefer in „Altdeutscher Deckung“ erneuert.

Das Projekt wurde aus Mitteln des Landesamtes für Denkmalpflege und der Denkmalpflege des Lahn-Dill-Kreises unterstützt.

Michael Becker für die Sanierung von Dach und Fassade der Alten Schule in Aßlar-Werdorf – 2.500,00 Euro

Die Alte Schule in Aßlar-Werdorf wurde 1848 an Stelle des Pfarrhauses errichtet. Der Bau mit der auffälligen Gestaltung des Fachwerks war wohl ursprünglich verputzt. Das Objekt wurde bis 1987 als Schulgebäude genutzt, zuletzt als Lager und zu Wohnzwecken.

Ab 1987 folgte dann die Freilegung des Fachwerks, eine Innensanierung und vor allem die Erneuerung der Dacheindeckung mit Naturschiefer. Der neue Anstrich der Fassade einschließlich der erforderlichen Freilegungs- und Reinigungsarbeiten erfolgte in Eigenleistung. Michael Becker als Eigentümer erhielt dabei Unterstützung von Freunden und Verwandten.

Die Maßnahmen wurden durch das Landesamt für Denkmalpflege und die Denkmalpflege des Lahn-Dill-Kreises gefördert.

Ansprechpartnerinnen beim Lahn-Dill-Kreis für Fragen zum Thema sind Kerstin Broich, (Denkmalschutzpreis), Tel. 06441 407-1719, E-Mail: kerstin.broich@lahn-dill-kreis.de und Andrea Schäfer (Naturschutzpreis), Tel. 06441 407-1746, E-Mail: andrea.schaefer@lahn-dill-kreis.de.

Preisträger, Gäste und Gastgeber, von links:

  • Tim Schönwetter (Vorsitzender des Denkmalbeirates und Laudator);
  • Carmen Zülsdorf-Gerhard (Vorsitzende des Gesundheitsausschusses);
  • Wolfgang Keller (Bürgermeister Braunfels),
  • Falk und Martina Zinke (Preisträger Naturschutz),
  • Heinz Schreiber (Erster Kreisbeigeordneter, verdeckt),
  • Rudolf Fippl (Vorsitzender des Naturschutzbeirates und stellv. Landesvorsitzender der HGON – Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e. V.);
  • Michael Becker und Barbara Lambert (Preisträger Denkmalpreis);
  • Mario Schramm (Bürgermeister Haiger),
  • Dieter Wölfel (Preisträger Denkmalpreis),
  • Udo Schreiber (Landesamt für Denkmalpflege);
  • Jutta Mößer (Begleitung von Herrn Wölfel);
  • Landrat Wolfgang Schuster,
  • Roland Esch (Bürgermeister Aßlar),
  • Kreistagsvorsitzende Elisabeth Müller.
Kontakt

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