Ehrenpreis für Harald Würges (Foto: LDK)

Preisträger Familie Khalili, Aßlar (Foto: LDK)

Preisträger Gemeinde Mittenaar (Foto: LDK)

Emotionale Würdigung vor großem Publikum

Lahn-Dill-Kreis verleiht ersten Integrationspreis

Wer hat eine gute Idee, um Menschen mit unterschiedlicher Sprache, Herkunft und kulturellem Hintergrund in unsere Gesellschaft zu integrieren und wie sieht sie aus? So lautete der Aufruf des WIR-Beirates des Lahn-Dill-Kreises Ende des vergangenen Jahres. Die Antwort – kam zehnfach. Zehn engagierte Bürgerinnen und Bürger bzw. Institutionen haben sich daraufhin um den Integrationspreis des Lahn-Dill-Kreises beworben. Der Preis ist zum ersten Mal ausgeschrieben worden und war mit 1.500 Euro dotiert. Die vom WIR-Beirat (WIR = Wirksame Integrationsansätze Realisieren) eingesetzte Jury hat sich dafür entschieden, gleich drei Bewerber mit dem Preis zu würdigen.

Zweimal erster Preis

„Die Bewerbungen waren so unterschiedlich, so vielseitig und kreativ. Ich bin froh, dass sich das auch in der Auswahl der Gewinner widerspiegelt“, so Sozialdezernent Stephan Aurand. Einer der beiden ersten Plätze ging an Said Khalili. Er kommt aus Aßlar und wurde von einem Nachbarn vorgeschlagen. Das Besondere, aber auch traurige: Der Preis wurde posthum verliehen. Said Khalili ist im Herbst 2017 verstorben. Seine Familie hat den Preis entgegen genommen. Tochter und Enkelsohn fanden rührende Worte für den Geehrten. Khalili war es immer wichtig, sich gut zu integrieren. Das hat er seinen Kindern und Enkelkindern mitgegeben. Den Kontakt zu den Nachbarn zu pflegen, egal welcher Herkunft oder Nationalität sie seien, darauf komme es an. Der zweite erste Preis wurde an das ‚Netzwerk für Flüchtlinge Mittenaar‘, stellvertretend an Sarah Goos, vergeben. Hier stehen besonders die Themen Integration ins Dorf- und Vereinsleben im Mittelpunkt sowie die Unterstützung bei der Vermittlung von Praktikums- und Ausbildungsplätzen und die Kooperation mit Sportcoach Andrea Thielmann von der Hessischen Sportjugend in Mittenaar.

Einmal Ehrenpreis

Eine besondere Würdigung galt dem Wetzlarer Harald Würges, der den Integrationspreis als Ehrenpreis erhalten hat. Der Diakon hat sich bereits in den 90er-Jahren für die Integration Geflüchteter eingesetzt – damals für die Menschen, die aufgrund der Kosovo-Krise vom Balkan nach Westeuropa kamen. Integration war schon immer ein Thema für Würges. „Wir freuen uns, dass wir unter den Preisträgern auch einen Menschen haben, der auch nach seinem aktiven Wirken noch ausgezeichnet wird“, so Aurand weiter. Harald Würges hat als Diakon im besten Sinn auch weit über Wetzlar hinaus gewirkt, beispielsweise als Gründer der Tafelarbeit, als Beauftragter für die kirchliche Flüchtlingshilfe und unermüdlicher Förderer von Kindern. Seine stärkste Motivation fasste er nach der Verleihung des Preises persönlich zusammen: „Damit Kinder wieder lachen können.“

Über 200 Menschen sind zur Verleihung des ersten Integrationspreises ins Nachbarschaftszentrum nach Wetzlar-Niedergirmes gekommen. Mit jeweils einem kurzen Videoclip haben die Bewerber sich und ihr Ideen vorgestellt, bevor die Preise verliehen wurden. Es ist geplant auch in 2019 wieder einen Integrationspreis für besonderes Engagement in diesem Bereich zu verleihen.

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