Erster Fall von Vogelgrippe im Lahn-Dill-Kreis

Wildgans in Wetzlar positiv auf H5N8 getestet

Wetzlar/Dillenburg/Herborn (ldk): Die Vogelgrippe hat den Lahn-Dill-Kreis erreicht. Wie das Friedrich-Löffler-Institut in Greifswald (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) bestätigt, wurde eine Wildgans positiv auf das H5N8-Virus getestet. Am 17.01.2017 war das tote Tier in Wetzlar gefunden worden.

Wie sollen sich Geflügelhalter jetzt verhalten?
Um den Fundort herum wird jetzt ein Sperr- und Beobachtungsgebiet eingerichtet. Das Sperrgebiet umfasst etwa einen Radius von einem Kilometer, das Beobachtungsgebiet etwa einen Radius von drei Kilometern rund um den Fundort. 


Als Sperrgebiet festgelegt wurden Teile der Stadt Wetzlar. Zum Beobachtungsgebiet zählen Wetzlar (Gemarkungen Nauborn, Steindorf, Garbenheim, Wetzlar, Niedergirmes und Hermannstein) und die Gemeinde Solms (Gemarkungen Altenberg und Albshausen). Eine genaue Beschreibung der betroffenen Bereiche kann der neuen Allgemeinverfügung entnommen werden. Alle Geflügelhalter, die sich in diesem Gebiet befinden, werden per Allgemeinverfügung durch das Veterinäramt dazu verpflichtet, bestimmte Verhaltensregeln zu befolgen. Alle Geflügelhalter außerhalb des Radius sind von den neuen Maßgaben nicht betroffen und müssen sich weiterhin, wie bisher, an die Aufstallungspflicht und die Beachtung der Biosicherheitsmaßnahmen halten.

Gibt es verschärfte Vorsichtsmaßnahmen?
Ja. Für das Sperr- und Beobachtungsgebiet gibt es jeweils neue, verschärfte Vorsichtmaßnahmen, die in der neuen Allgemeinverfügung für diesen Bereich detailliert festgehalten sind. Demnach müssen Geflügelhalter im Sperr- und Beobachtungsgebiet unter anderem folgende Vorsichtsmaßnahmen befolgen:

  • Gehaltene Vögel dürfen nicht verbracht werden. Ausnahmen von diesem Verbot können vom Lahn-Dill-Kreis bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen genehmigt werden.
  • Wer einen Hund oder eine Katze hält, hat bis zur Aufhebung der Sperrbezirks- und Beobachtungsgebietsfestlegung sicherzustellen, dass diese im Sperrbezirk oder im Beobachtungsgebiet nicht frei umherlaufen.
  • Gehaltene Vögel dürfen nicht zur Aufstockung des Wildvogelbestandes freigelassen werden.
  • Federwild darf nur mit Genehmigung des Lahn-Dill-Kreises bejagt werden.

Die verschärften Maßnahmen gelten innerhalb des Sperrbezirks für die Dauer von 21 Tagen. Danach geht der Sperrbezirk automatisch für weitere neun Tage in den Beobachtungsbezirk über. Damit lockern sich die Maßnahmen zunächst. Nach insgesamt 30 Tagen werden die Maßnahmen dann aufgehoben – sollte es keine weiteren Fälle von Vogelgrippe im Kreis geben. 

Was sind die Symptome der Vogelgrippe?
Das Virus kann aus einem leicht oder schwer krankmachenden (pathogenen) Typ bestehen, wobei auch beim leicht pathogenen Typ die Symptome wie Atemnot, Apathie, Ödeme (Flüssigkeitsansammlungen) an der Kopfregion, Durchfall, Abfall der Legeleistung, Blauverfärbung der Haut und eine hohe Sterblichkeitsrate, unterschiedlich ausgeprägt sein können. Die Vogelgrippe ist hochansteckend. Die Inkubationszeit (Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch) beträgt Stunden bis zu 21 Tagen. Die Seuche verläuft danach schnell und endet meist tödlich.

Wenn Anzeichen der Geflügelpest im eigenen Bestand festgestellt werden, kontaktieren Sie bitte umgehend das Veterinäramt des Lahn-Dill Kreises.

Ist das Virus eine Gefahr für die menschliche Gesundheit?
Der Konsum von vollständig durcherhitztem Fleisch und vollständig durcherhitzten Eiern von mit AI befallenen Tieren bedeutet keine Gefahr für die menschliche Gesundheit. Falls der menschliche Organismus gleichzeitig eine Infektion mit einer menschlichen Influenza (Grippe) und dem Virus der Geflügelpest abwehrt, besteht eine sehr kleine Möglichkeit, dass sich aus beiden Viren ein neues Virus bildet. So kann eine neue Virusvariante entstehen, die viel gefährlicher für den Menschen sein kann als die Ursprungsviren. Die Wahrscheinlichkeit des Eintretens eines solchen Falles ist allerdings sehr gering. Generell gilt aber, dass beim Betreten von Ställen Mundschutz und Schutzbrille getragen werden sollte.

Sind Haustiere gefährdet?
Nein. Für Haustiere, wie zum Beispiel Hunde oder Katzen, ist die Krankheit nach jetzigem Kenntnisstand nicht ansteckend. Die Tiere können die Krankheit allerdings nach direktem Kontakt mit erkranktem Geflügel oder dessen Ausscheidungen übertragen. Daher dürfen Hunde und Katzen in den Restriktionszonen nicht frei laufen.

Auffinden verendeter Wildvögel
Alle Bürger des Lahn-Dill-Kreises werden um Meldung über erkrankte und verendete Vögel gebeten. Tote Vögel können nach telefonischer Absprache beim Veterinäramt des Lahn-Dill-Kreises, Schlossstr. 20, 35745 Herborn oder im LHL (Landesbetrieb Hessisches Landeslabor) Schubertstr. 60, Haus 13, 35392 Gießen, für die Untersuchung auf Geflügelpest abgegeben werden. Beim Einsammeln der Tiere sollten Mundschutz und Einmalhandschuhe verwendet, sowie ggf. auch Händedesinfektionsmittel benutzt werden. Tote Vögel aus den Restriktionszonen sollten nicht selbst eingesammelt werden, sondern bei der Abteilung für Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Lahn-Dill-Kreises gemeldet werden. Infektionen des Menschen mit H5N8 sind bisher nicht bekannt. Eine Übertragung des Erregers (H5N8) über infizierte Lebensmittel ist theoretisch denkbar, aber unwahrscheinlich.

Fragen rund ums Thema
Geflügelhalter können sich bei Fragen gerne mit dem Veterinärwesen des Lahn-Dill-Kreises in Verbindung setzen: 

veterinaeramt@lahn-dill-kreis.de
Tel. 06441 407-7711

Ausführliche Informationen zum präventiven Umgang mit der drohenden Geflügelpest gibt es hier.

Kontakt

Nicole Zey

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