Brennende Kerzen sollten keine Sekunde aus den Augen gelassen werden, wenn Haustiere im Raum sind. (Foto: LDK)

Feiern ohne tierischen Stress

So wird es eine sorglose Weihnachtszeit auch für vierbeinige Hausgenossen

Alle Jahre wieder gibt es Tipps von den Profis, wie Gesundheitsrisiken für Haustiere zu Weihnachten zu vermeiden sind. Denn rund um die Weihnachtszeit verzeichnen Tierarztpraxen alljährlich einen Anstieg der Patientenzahlen. Grund dafür sind saisonbedingte Unfälle und Erkrankungen. „Diese können leicht verhindert werden, wenn Haustierbesitzerinnen und -besitzer einige Vorsorgemaßnahmen beachten“, so Heinz Schreiber, zuständiger Dezernent für den Tierschutz im Lahn-Dill-Kreis.

Hier lauert die Gefahr – nicht nur zu Weihnachten

  • Das flackernde Licht brennender Kerzen weckt oftmals die Neugierde von vierbeinigen und gefiederten Hausgenossen. Kontakt mit der Flamme kann zu schweren Brandverletzungen führen oder die Gefahr des Wohnungsbrandes bergen. Brennende Kerzen sollten deshalb keine Sekunde aus den Augen gelassen werden, wenn Haustiere im Raum sind. Während Ziervögel ihren Freiflug genießen, werden Kerzen am besten erst gar nicht angezündet.
  • Der Weihnachtsbaum besitzt vor allem auf junge Katzen und Hunde eine große Anziehungskraft. Sie sollten deshalb nicht unbeaufsichtigt im „Weihnachtszimmer“ bleiben. Der Baum ist so zu befestigen, dass er nicht umfällt, wenn die Katze ihn erklimmt oder der Hund beim Toben dagegen stößt. Der beste Standplatz ist eine Ecke im Raum.
  • Zerbrechlicher Glasschmuck birgt die Gefahr von Schnittverletzungen nach Bruch, vor allem im Maul beim Zerbeißen.
  • Gefährlich sind auch Dekorationsartikel mit Metallhaken, die verschluckt werden könnten. Auf Lametta sollte ebenfalls verzichtet werden. Es könnte noch giftiges Blei enthalten und außerdem nach Abschlucken einen lebensbedrohlichen Darmverschluss auslösen. Dünne, bunte Bänder von Geschenken müssen umgehend entsorgt werden. Sie stellen für Katzen ein beliebtes Spielzeug dar und werden dabei oft gefressen. Es besteht dann ebenfalls Gefahr eines Darmverschlusses. Das gleiche gilt für Engelshaar.
  • Auf folgende Pflanzen sollte verzichtet werden: Der Weihnachtsstern produziert den klebrig-weißen Giftstoff Euphorbin. Bei Hautkontakt kommt es zu Reizungen, beim Verschlucken durch Hunde oder Katzen zur Vergiftung mit Symptomen wie Krämpfen, Durchfall, Lähmungen und Herzrhythmusstörungen. Die Stechpalme (Ilex) enthält in Blättern und roten Beeren starke und in höherer Konzentration sogar tödliche Giftstoffe, die Christrose und der dekorative Mistelzweig sind in (fast) allen Pflanzenteilen giftig.
  • Auch das Trinken aus dem Wassergefäß des Weihnachtsbaumes oder Kauen auf seinen Zweigen kann zur Vergiftung führen.
  • Schokolade, vor allem Backschokolade, muss sicher aufbewahrt werden. Durch das in Kakaokernen und -schalen enthaltene Theobromin kann ihr Verzehr für Hund oder Katze tödlich sein. Je höher der Kakaoanteil im Schokoladenartikel, desto höher ist auch der Theobromingehalt. Die tödliche Dosis für Hund und Katze liegt bei etwa 100 bis 200 Milligramm Theobromin pro Kilogramm Körpergewicht. Das heißt: Etwa 3 Tafeln Vollmilchschokolade oder eine Tafel Zartbitterschokolade können einen 10 bis 15 kg schweren Hund töten.
  • Mülleimer sollten für den Vierbeiner unerreichbar sein, denn die Reste des Festessens können ihm schwere Magen-Darm-Probleme verursachen.

Für weitere Fragen steht die Abteilung Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Lahn-Dill-Kreises mit Sitz in Herborn unter der Telefonnummer 06441 407-7711 zur Verfügung.

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