Mitarbeiter der Gesellschaft für Integration, Jugend und Berufsbildung GmbH Gießen (IJB) Außenstelle Wetzlar beim Entfernen der Herbstzeitlose in der Wieseckaue. (Foto: LDK)

Giftige Pflanzen beseitigen und auf Vögel achten

Entfernung der Herbstzeitlose in der "Wieseckaue" in vollem Gange

Sie ist giftig und kann über die Verfütterung von Heu und Silage für Weidetiere gefährlich werden. Genau deshalb muss sie jetzt beseitigt werden. Dieser Tage sind in der "Wieseckaue" zwischen Trohe und Großen-Buseck Helfer unterwegs, die die giftige Herbstzeitlose von Hand aus der Erde ziehen. Außerdem wird auf den Wiesen mit großflächigem Massenvorkommen der Giftpflanze ein Schröpfschnitt mit landwirtschaftlichem Gerät durchgeführt.

Auf brütende Vögel achten

Dass neben der Beseitigung der giftigen Pflanzen das Brutgeschäft wiesenbrütender Vogelarten wie z. B. der Feldlerche schon im Gange ist, hat man natürlich im Blick. "Es ist leider nicht zu verhindern, dass die Pflegemaßnahmen im Schutzgebiet zu einem für die Wiesenbrüter sensiblen Zeitpunkt stattfinden müssen", erklärt Umweltdezernent Heinz Schreiber. "Bereiche ohne Herbstzeitlose bleiben deshalb von dieser Maßnahme verschont. Außerdem stimmen wir uns eng mit dem örtlichen Vogelschutz, den Naturschutzbehörden und auch den Mitgliedern des städtischen Naturschutzbeirates ab." Doch auch Bürgerinnen und Bürger, die in der "Wieseckaue" unterwegs sind, sollten achtgeben und mögliche Brutflächen nicht betreten sowie ihre Hunde zurück halten. Darauf weisen die Informationsschilder entlang der Wege in der Aue hin.

Zum Hintergrund

Die Abteilung für den ländlichen Raum in den Landkreisen Lahn-Dill und Gießen, zuständige Behörde für das europäische Naturschutzgebiet (NATURA2000) "Wieseckaue", hat die Gesellschaft für Integration, Jugend und Berufsbildung GmbH Gießen (IJB) Außenstelle Wetzlar mit der Beseitigung der Herbstzeitlosen beauftragt. Diese Maßnahme wird im Rahmen eines Pilotprojektes durch das Regierungspräsidium Gießen finanziert und durch die Professur für Landschaftsökologie und Landschaftsplanung der Universität Gießen wissenschaftlich begleitet.

Die Herbstzeitlose besitzt eine unterirdische Speicherknolle. Bis Ende April / Anfang Mai zehrt die Herbstzeitlose aus gespeicherten Nährstoffen. Danach werden die Produkte der Photosynthese wieder in die Knolle eingelagert. Durch die Entfernung der oberirdischen Blattmasse kann eine maximale Schädigung der Pflanze erreicht werden. Dies geschieht über manuelles Ausreißen oder eine Pflegemahd, das sog. Mulchen. Ohne die Bekämpfung der Herbstzeitlose wäre die Verwertung des Grases nicht mehr möglich und die extensive, landwirtschaftliche Nutzung der Wiesenflächen (keine Düngung, später Mahdzeitpunkt), könnte nicht mehr praktiziert werden. Eine Nutzungsaufgabe würde mittelfristig zum Verschwinden von Lebensräumen innerhalb des NATURA2000-Gebietes führen. Die Lebensbedingungen für unterschiedliche Tierarten wie z. B. Vögel und Schmetterlinge würden dadurch nachhaltig beeinträchtigt.

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