Mit dem Feuerwerk beginnt auch eine arbeitsreiche Nacht für Feuerwehren, Rettungsdienste und Polizei – Was Sie tun können, um den Jahreswechsel sicherer zu machen (Foto: Lahn-Dill-Kreis)

Schaubild (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung): Bei einem Unfall heißt es: Ruhe bewahren und situationsgerecht helfen.

Gut und sicher ins Neue Jahr!

Silvester 2020 – Der Lahn-Dill-Kreis informiert

10,..9,..8,..7,..6,..! Das neue Jahr 2020 rückt näher! Viele Stunden der Planung und der Vorbereitung münden in einer Viertelstunde voller Krach, Licht und Rauch. Doch damit beginnt für Feuerwehren und Rettungsdienste auch die arbeitsreichste Nacht des Jahres. Die Silvesternacht mit Krachern, Feuerwerkskörpern und Böllerei bedeutet Ausnahmezustand für Mensch und Tier. Der Lahn-Dill-Kreis hat einige Informationen zusammengestellt, damit Sie gut und sicher ins neue Jahr kommen.

Der richtige Umgang mit Feuerwerkskörpern

Silvesterböller und -raketen sorgen immer wieder für zahlreiche schwere Unfälle und Brände. Der vergangene Jahreswechsel hielt die Feuerwehren und Rettungsdienste im Lahn-Dill-Kreis mit 213 Einsätzen in Atem. Damit sich diese Zahl minimiert und alle Bürgerinnen und Bürger gut und unbeschadet ins neue Jahr kommen, erinnert die Gefahrenabwehr des Lahn-Dill-Kreises zum Jahreswechsel an einige wichtige Verhaltensregeln. Grundsätzlich sollte man ausschließlich Feuerwerkskörper verwenden, die in Deutschland zum Verkauf freigegeben sind und über eine Prüfnummer der Bundesanstalt für Materialforschung und -Prüfung (BAM) verfügen. Feuerwerkskörper, die nicht über eine solche BAM-Nummer verfügen, können schädlich sein, unkontrolliert abbrennen und gewährleisten nicht genügend Sicherheit. Die Eigenherstellung von Feuerwerkskörpern ist verboten, auch sogenannte Himmelslaternen steigen zu lassen ist untersagt. Feuerwerk ist selbstverständlich nicht in geschlossenen Räumen gestattet – außerdem sollte es ausschließlich von Erwachsenen bedient werden.

Wo darf Feuerwerk gezündet werden?

„Das Zünden von Raketen und Böllern in der Nähe von öffentlichen Einrichtungen wie Kirchen Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen oder auch in unmittelbarer Nähe von Fachwerkhäusern ist untersagt.“ erinnert Rupert Heege, Kreisbrandinspektor des Lahn-Dill-Kreises. Es sollte außerdem selbstverständlich sein, dass Böller und auch Raketen nicht in der Nähe von anderen Personen, Tieren oder möglicherweise entflammbaren Gegenständen gezündet oder unkontrolliert weggeworfen werden. Auch parkende oder fahrende Autos sind kein Ziel für Böller, Feuerwerkskörper und Co.! Zur eigenen Sicherheit sollte man Feuerwerks- und Knallkörper nicht länger als nötig in der Hand halten. Feuerwerkskörper, die nicht explodiert oder gezündet haben sowie solche, die nicht vollständig abgebrannt sind, sollten auf gar keinen Fall noch einmal gezündet werden. Es besteht eine hohe Gefahr sich bei dem Versuch zu verletzen, da die nun verkürzte Zündschnur meist nicht genügend Zeit bietet, um ein Explodieren in der Hand zu verhindern. Daher sollten solche Feuerwerkskörper durch Feuchtigkeit unbrauchbar gemacht werden. So lässt sich verhindern, dass auch Kinder und Jugendliche diese nicht erneut zünden können.

Was tun bei Verbrennungen, Atemnot und Co.?

Sollte es doch zu einem Unfall durch einen Feuerwerkskörper kommen, heißt es: schnell handeln! Häufigste Verletzungen durch Feuerwerkskörper sind Verbrennungen, Amputations- und Splitterverletzungen. Grundsätzlich gilt es, die übliche Erste-Hilfe Routine zu beachten (siehe Schaubild). Im Idealfall sollten Reanimation und Versorgung von Verletzten durchgeführt werden, während eine andere Person den Notruf absetzt. Ein Brand und brennende Personen sollten umgehend gelöscht werden. Als Löschmittel empfiehlt sich, einen Feuerlöscher oder auch Wasser zur Hand zu haben, im Zweifelsfall kann jede nicht brennbare Flüssigkeit genutzt werden. Kleidungsreste sollten nicht aus Brandwunden entfernt werden, da dies meist zu tieferen Wunden führt. Die Wunden sollten für mindestens 15 Minuten mit fließendem Wasser gekühlt werden und anschließend mit einem sterilen Verband für Verbrennungen abgedeckt und fixiert werden. Kein Aufbringen von Pudern, Salben o. ä. auf offene Brandwunden, Blasen nicht aufstechen! Atemnot? Der Schwefelgehalt der Knaller kann auf die Atemwege einwirken. Im Explosionsfeld der Knallkörper ist die Luft stark schwefelhaltig. Dieser Schwefel kann zu Augenbrennen oder Schleimhautentzündungen führen. Gerade Menschen, die an Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen leiden, sollten die schwefelhaltige Luft meiden oder sich im Zweifel draußen nur kurz aufhalten.

Haus- und Weidetiere – Hinweise für Tierbesitzer

Auch für unser Vierbeiner ist die Silvesternacht ein hoher Stressfaktor. Als Folge der Lautstärke können durch Erschrecken Körperzittern und Jaulen bis hin zu Störungen von Körperfunktionen, insbesondere des Magen-Darm-Trakts, auftreten. Auch vielen Haustieren macht der Schwefelgehalt der Knaller zu schaffen – gerade Hunde, deren Geruchsempfindlichkeit viel höher ist als die des Menschen, versuchen den Schwefel zu meiden. Helfen Sie ihrem Haustier, indem Sie es beim Jahreswechsel in der Wohnung lassen, Fenster und Türen geschlossen halten und Vorhänge vorziehen, um so die Lautstärke und die ungewohnten Lichter zu minimieren. Ablenkung durch eine gewohnte Geräuschkulisse wie Radiomusik oder Fernsehgeräusche helfen zusätzlich den Krach zu neutralisieren. Auch Katzen, die Freigang gewohnt sind, sollten in der Wohnung bleiben, da sie sich aus Panik tagelang verkriechen oder verirren könnten. Beruhigungsmittel sollten nur mit Vorsicht gegeben werden und in jedem Fall ist vorher der Rat eines Tierarztes einzuholen. Aber nicht nur an die Tiere im Haus muss gedacht werden. Auch für Weidetiere stellt die Silvesternacht eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar. Insbesondere Pferde und junge Rinder neigen zu Weideausbrüchen, wenn sie in Panik geraten, hier vielleicht den Zaun durchbrechen und z. B. auf eine vielbefahrene Straße laufen. Deshalb ist es nicht nur zum Schutz der Tiere wichtig, Weidetiere vor dem Feuerwerk in den Stall zu bringen.

Der Lahn-Dill-Kreis wünscht einen guten und unbeschadeten Wechsel ins Jahr 2020!

 

 

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