Über 170 Besucher sind im großen Sitzungssaal der Kreisverwaltung in Wetzlar zusammen gekommen. (Foto: LDK)

Hessischer Bibliothekstag in Wetzlar

Über 170 Akteure treffen sich zum Austausch

"Bibliotheken - Allianzen für Bildung" - unter diesem Motto fand am 14. Mai 2018 der Hessische Bibliothekstag in Wetzlar statt. Gemeinsam mit dem Deutschen Bibliotheksverband (dbv), dem Landesverband Hessen und der Stadt Wetzlar konnte der Lahn-Dill-Kreis ein vielseitiges Programm für den Fortbildungstag für Bibliotheksfachleute aus öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken auf die Beine stellen:

Im Anschluss an die Begrüßung durch Christian Engelhardt, Vorsitzender des Landesverbandes Hessen im Deutschen Bibliotheksverband und Landrat des Kreises Bergstraße, Frau Ministerialdirigentin Irene Bauerfeind-Roßmann, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Wolfgang Schuster, Landrat des Lahn-Dill-Kreises, Heinz Schreiber, Erster Kreisbeigeordneter und Schuldezernent des Lahn-Dill-Kreises, Jörg Kratkey, Stadtrat und Kulturdezernent der Stadt Wetzlar, stand zunächst die Verleihung des 21. Hessischen Bibliothekspreises im Mittelpunkt.

Verleihung des 21. Hessischen Bibliothekspreises

Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und dem Landesverband Hessen-Thüringen verliehen. Der diesjährige Preisträger, die Stadtbibliothek Dreieich, erfüllt in besonderem Maße durch hervorragende regionale Vernetzung und Kooperationsarbeit das Motto des Bibliothekstages.

Lobbyarbeit für Bibliotheken

Der anschließende Festvortrag von Petra Büning (Bundesvorstand des dbv), eingeführt von Frau Dr. Sabine Homilius, Leiterin der Stadtbücherei Frankfurt am Main, thematisierte die Grundsätze der Lobbyarbeit und die vielfältigen Aktivitäten des dbv in diesem für Bibliotheken immer wichtiger werdenden Gebiet.

"Wetzlar liest"

Neben einer Besichtigung der Phantastischen Bibliothek wurde, auch für die Öffentlichkeit sichtbar, das Kooperationsprojekt der Stadtbibliothek mit der Phantastischen Bibliothek "Wetzlar liest" gestartet. So konnten Interessierte den Leserinnen und Lesern zuhören, die verteilt auf den Weg vom Bahnhof bis zum Domplatz standen.

Urheberrecht im Fokus der wissenschaftlichen Bibliotheken

Im Forum für die Wissenschaftlichen Bibliotheken, welches wie bereits das Vormittagsprogramm im Kreistagssitzungssaal der Kreisverwaltung stattfand, drehte sich alles um das Urheberrecht in Bibliotheken. Damit stand ein Thema auf der Tagesordnung, welches eine Vielzahl von Fragen und Aspekten gerade in der Arbeit (nicht nur) von wissenschaftlichen Bibliotheken aufwirft. Digitalisierung, Open Access, europäische Gesetzgebung, Netzneutralität - die Themen rund um das Recht, "sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten" (GG, Art 5) waren vielfältig und wurden durch die Vortragenden Markus Beckedahl, Journalist und Chefredakteur von netzpolitik.org, Oliver Hinte, Sprecher des Aktionsbündnisses "Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft" und Justiziar der Stadtbibliothek Köln, sowie Stephanie Haser von der Goethe-Universität Frankfurt und dbv-Kommission Recht fundiert und interessant dargestellt.

So aspektreich sich das Thema Urheberrecht in Bibliotheken im Forum für Wissenschaftliche Bibliotheken gestaltete, so vielseitig waren die Beiträge im Forum für die Öffentlichen Bibliotheken, welches in den Räumen der Stadtbibliothek Wetzlar stattfand.

Öffentliche Bibliotheken als Partner von Bildungsallianzen

Hier waren in Unterschiedlichkeit und Vielzahl beeindruckende Beispiele für Bildungsallianzen von und mit Öffentlichen Bibliotheken kennenzulernen.

Susanne Barth, Diplom-Pädagogin und Lerntreffkoordinatorin der Stadt Trier erläuterte die Notwendigkeit gezielter Aktivitäten zur Grundbildung und Alphabetisierung für die Herstellung von Bildungsgerechtigkeit. Die Einrichtung eines Lerntreffs in der Stadtbibliothek Trier ist hier ein ideales Angebot, um niedrigschwellige Zugänge zu Informations-, Bildungs- und Austauschangeboten zu schaffen. Dr. Susanne Feuerbach, Leiterin des Frankfurter Kinderbüros, schilderte die in Frankfurt in allen Stadtteilen durchgeführte Kinderrechtskampagne. Mit zahlreichen Veranstaltungen - auch in den dezentralen Stadtteilbibliotheken Frankfurts - erreicht die Kampagne eine Vielzahl von Kindern und zeigt diesen auf, dass sie Rechte haben und an wen sie sich wenden können, wenn einmal etwas schiefläuft. Einen völlig anderen Schwerpunkt lernten die Fachleute aus dem Bereich Öffentliche Bibliotheken im Kurzvortrag von Jens A. Geißler und Tim Schumann aus der Stadtbibliothek Bad Oldesloe kennen.

Speed-Dating

Im sogenannten "Speed-Dating" konnten die Teilnehmer auf dem Markt der Allianzen sowohl die drei bereits vorgestellten Projekte noch eingehender kennenlernen, also auch weitere interessante Kooperationen von Bibliotheken aufspüren. Neben einer Kurzvorstellung von "Wetzlar liest" stieß das umfangreiche Medien- und Serviceangebot des Informations- und Mediennetzwerk für Schulen "IMeNS" des Medienservice der Kreisverwaltung auf großes Interesse. 

"Max und Moritz got the Blues"

Der diesjährige Hessische Bibliothekstag endete mit einem Stehempfang der Stadt Wetzlar in den Räumen der Stadtbibliothek und ging, ganz der Öffnung und Einbeziehung der Öffentlichkeit verpflichtet, in ein Konzert über. Hierfür wurde das "Huub Dutch Duo" gewonnen, das schon den festlichen Vormittag des Hessischen Bibliothekstages musikalisch umrahmt hatte.

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