Heinz Schreiber eröffnet die Ausstellung (Foto: LDK)

Der Kunsttrakt des Johanneums – hier entstehen noch flexibel nutzbare Außenanlagen, die Unterricht im Freien und Open-Air-Veranstaltungen ermöglichen. (Foto: LDK)

Holzbau hat viel Potential

Ausstellung „HOLZ.BAU.ARCHITEKTUR“ im Kreishaus Wetzlar

Vom 29. August bis zum 7. September 2017 zeigt die Ausstellung „HOLZ.BAU.ARCHITEKTUR“ den aktuellen Stand der Technik, das Potential und die universelle Einsetzbarkeit des Holzbaus. Zur Eröffnung der Ausstellung hatten sich am Montag etwa 25 geladene Gäste aus Handwerk, Kammern, Planung und Baugewerbe eingefunden. Heinz Schreiber, Erster Kreisbeigeordneter und Umweltdezernent des Lahn-Dill-Kreises, begrüßte die Gäste und hob hervor, dass Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung die großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit sind. Zum effektiven Klimaschutz gehört auch eine klimafreundliche Bauweise. Und damit kommt gerade dem energieintensiven Bausektor eine entscheidende Rolle zu, den Ausstoß an Treibhausgasen zu reduzieren.

Premiere für Hessen
Diese Ausstellung, die erstmals überhaupt in Hessen zu sehen ist, zeigt auf über 20 ansprechend gestalteten Tafeln das Potential für den Klimaschutz und die konstruktiven Vorteile für den Baustoff Holz auf. Christian Sturm, Innungsobermeister der Zimmerinnung des Lahn-Dill-Kreises, machte auf die Leistungsfähigkeit der regionalen Zimmererbetriebe aufmerksam und wies auf das hohe Potential des Holzbaus hin. Fachleute seien im Landkreis vorhanden und auch die Betriebe für neue Herausforderungen offen. Das Zimmererhandwerk ist eines der ältesten Zünfte und kann auf jahrhundertealte Erfahrungen aufbauen.

Bei Einfamilienhäusern schon heute 20% Holzbauanteil in Hessen
Auf die besonderen Eigenschaften des Baustoffs Holz ging Prof. Dr.-Ing. Achim Vogelsberg von der Technischen Hochschule Mittelhessen ein. Er ist 1. Vorsitzender des Holzbau-Clusters Hessen und betonte, das Holz wesentlich leichter als andere Baustoffe ist. Damit ist es z. B. für Aufstockungen bestens geeignet. Die hohe Vorfertigung erlaubt extrem kurze Bauzeiten und auch die Stockwerkshöhen der Bauwerke sind beachtlich. Einige Hochhäuser mit Holzkonstruktionen erreichen mittlerweile bis zu 60 m. Neue Fertigungstechniken und Produkte, wie z. B. die „Baubuche“ wurden entwickelt und erlauben immer vielseitigere Konstruktionen. Schon heute liegt der Anteil des Holzbaus bei neuen Einfamilienhäusern in Hessenbei über 20% – ein Spitzenwert in Deutschland.

Beispiel aus den eigenen Reihen
Beim Schulbau hat der Lahn-Dill-Kreis bereits die Vorzüge des Holzbaus erkannt. Der Kunsttrakt des Johanneum-Gymnasiums in Herborn (1553 Schülerinnen und Schüler, 63 Klassen im Schuljahr 2016/2017) wurde in Holzständerbauweise errichtet. Das eingeschossige Gebäude mit insgesamt 820,03 m² Nutzfläche hat vier Kunsträume, zwei Sammlungsräume, einen Werkraum, Räume für Brennofen und Materiallager. Das Gebäude ist komplett barrierefrei erschlossen und verfügt über eine behindertengerechte Sanitäranlage. Heinz Schreiber: „Hier lohnt sich ein Blick vor und hinter die Kulissen“. Er empfiehlt außerdem, verstärkt Holz als Baustoff einzuplanen und zu verwenden.

Was gibt es zu sehen?
In der von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt Osnabrück (DBU) fachlich und finanziell geförderten Wanderausstellung werden nicht nur beispielhaft Gebäude gezeigt, die in den letzten beiden Jahren entstanden sind und damit den aktuellen Stand der Technik im Holzbau zeigen. Zu sehen sein wird auch die Vielfalt der ökologischen, architektonischen und konstruktiven Möglichkeiten des Holzbaus. Vorgestellt werden diese Möglichkeiten anhand von Bauprojekten aus den Kategorien „Neubau“, „Bauen im Bestand“ und „Komponenten / Konzepte“. In der Kategorie „Komponenten / Konzepte“ gibt die Ausstellung darüber hinaus einen Ausblick auf Bauprodukte, Bausysteme oder innovative Planungs- und Baukonzepte, die zukunftsfähige Lösungen im Bauwesen ermöglichen.

Öffnungszeiten der Ausstellung
Die Ausstellung im Wetzlarer Kreishaus (Karl-Kellner-Ring 51, 35576 Wetzlar) wird am 28. August 2017 offiziell eröffnet und kann vom 29. August 2017 bis 7. September 2017 montags bis mittwochs von 8 bis 16 Uhr, donnerstags bis von 8 bis 18 Uhr, freitags von 8 bis 13 Uhr besucht werden.

Flyer zur Ausstellung

Ansprechpartner beim Lahn-Dill-Kreis für Fragen zum Thema ist Ingo Dorsten, Tel.: 06441 407-1865, E-Mail: ingo.dorsten@lahn-dill-kreis.de.

Kontakt

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Pressestelle

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