Hühner und Co. müssen im Stall bleiben

Vorsichtsmaßnahme zum Schutz gegen sich ausbreitende Geflügelpest H5N8

Wetzlar/Aartal (ldk): Aufgrund der aktuellen Vogelgrippesituation in Deutschland muss sämtliches Geflügel in bestimmten Regionen des Lahn-Dill-Kreises ab Montag, dem 21. November 2016 im Stall bleiben. Die Stallpflicht ist eine Allgemeinverfügung, die durch das Veterinäramt des Lahn-Dill-Kreises am kommenden Samstag als Amtliche Bekanntmachung in der heimischen Presse herausgegeben wird. Dabei handelt es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Angesprochen sind damit die Halterinnen und Halter sämtlicher Geflügelsorten, wie Hühner, Perlhühner, Rebhühner, Truthähne, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänse. Wie das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit mitgeteilt hat, besteht aktuell ein Risiko der Übertragung der Geflügelpest von Wildgeflügel auf das Hausgeflügel. Infektionen des Menschen mit H5N8 sind äußerst unwahrscheinlich und bisher nicht bekannt.

Aufstallungspflicht für Gebiete rund um Dutenhofener See und Aartalsee
Seen und ihre umlaufenden Gebiete zählen zu den Risikoregionen, weil dort das Aufkommen von Wildvögeln besonders hoch ist. Die Kreisverwaltung des Lahn-Dill-Kreises gibt deshalb eine Allgemeinverfügung zu zwei Regionen im Kreis aus:

Wer in den Gebieten rund um den Dutenhofener See und den Aartalsee Geflügel hält, ist dazu verpflichtet, der Allgemeinverfügung nachzukommen und seine Tiere spätestens ab Montag, entweder

  1. in geschlossenen Ställen oder
  2. unter einer nach oben gegen Einträge von außen gesicherten Abdeckung mit gegen das Eindringen von Wildvögeln zusätzlich gesicherten Seitenbegrenzungen

zu halten.

Betroffen sind Teile von Dorlar und Atzbach sowie u. a. die Gemarkungen Ahrdt und Mudersbach. Genauere Informationen und weitere betroffene Gebiete sind bereits ab jetzt im Internet zu finden: http://www.lahn-dill-kreis.de/aktuelles/bekanntmachungen/.

Weitere Einschränkungen
Neben der Stallpflicht sieht die Allgemeinverfügung außerdem das Verbot von Geflügelausstellungen und –märkten vor, bis die Verfügung wieder aufgehoben ist.  Die Bundesverordnung sieht keine Ausnahmegenehmigung von diesem Verbot vor. Das Risiko, dass das Virus durch Aussteller und Besucher auch in geschlossene Ausstellungshallen eingetragen wird, ist innerhalb der Risikogebiete als besonders hoch anzusehen.

Strafe bei Verstoß
Wer die Vorschriften der Verordnung nicht einhält, muss mit empfindlichen Bußgeldern rechnen.

Meldepflicht – Landkreis muss wissen, wer Geflügel hält
Gemäß § 26 Abs. 1 der Verordnung zum Schutz gegen die Verschleppung von Tierseuchen (Viehverkehrsverordnung) i. V. m. § 2 Abs. 1 der Geflügelpest-Verordnung ist, wer u. a. Hühner, Enten, Gänse, Fasane, Perlhühner, Rebhühner, Truthühner, Wachteln oder Laufvögel hält, verpflichtet, dies der zuständigen Behörde vor Beginn der Tätigkeit unter Angabe seines Namens, seiner Anschrift und der Anzahl der im Jahresdurchschnitt voraussichtlich gehaltenen Tiere, ihrer Nutzungsart und ihres Standortes bezogen auf die jeweilige Tierart, mitzuteilen.

Geflügelpest – höchst ansteckend!
Das Virus der aviären Influenza wird vor allem durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren, aber auch über Kot und andere durch Ausscheidungen von infizierten Tieren kontaminierte Materialien wie Einstreu übertragen. Hierbei spielen Wildvögel als Eintragsquelle eine wichtige Rolle, da sie Oberflächengewässer, Futtermittel und Einstreu kontaminieren können. Besonders Wasservögel stellen nach den vorliegenden Erkenntnissen ein Risiko dar, da Wasservögel infiziert sein können und den Erreger ausscheiden, ohne selbst Krankheitssymptome zu zeigen. Dadurch sind insbesondere Freilandhaltungen und Stallhaltungen, bei denen keine adäquate Schutzvorrichtung gegen das Eindringen von Wildvögeln besteht, gefährdet, da ein direkter Kontakt mit infizierten Wildvögeln und kontaminiertem Material naturgemäß möglich ist. Bei der Geflügelpest handelt es sich darüber hinaus um eine hochansteckende Viruserkrankung der Hühner und anderen Geflügels, die zu schweren klinischen Erkrankungen bis hin zum Tod der infizierten Tiere führt. Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass das Auftreten der Geflügelpest in Hausgeflügelbeständen zu erheblichen Handelsbeschränkungen und damit zu weiteren erheblichen wirtschaftlichen Schäden führt.

In Anbetracht dieser Gegebenheiten war nach § 13 der Verordnung zum Schutz gegen die Geflügelpest die Anordnung der Aufstallung in den besonders gefährdeten Gebieten erforderlich, um die Einschleppung oder Verschleppung der Geflügelpest durch Wildvögel zu vermeiden.

Detaillierte Informationen 
finden Geflügelhalterinnen und -halter im Notfallplan für Stallhaltungspflicht.

Kontakt

Nicole Zey

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