Foto (LDK), von links: Sebastian Hoffmanns und Wolfram Dette

Kreishandwerkerschaft ein wichtiger Partner in der Wirtschaftsregion Lahn-Dill

Wirtschaftsdezernent Wolfram Dette im Gespräch mit dem Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Sebastian Hoffmanns

Positiv blickt Sebastian Hoffmanns auf die das erste dreiviertel Jahr seiner Amtstätigkeit als Geschäftsführer zurück. Es stand als bedeutende Herausforderung die Wahlen an, die in allen Innungen zu vollständig besetzten Vorständen geführt haben.

Große Probleme sieht Hoffmanns im Nahrungsmittel-Handwerk. Im letzten Jahr konnten nur zwei Gesellen verabschiedet werden. Zu wenig, um dieses Handwerk im Lahn-Dill-Kreis auf Dauer fortführen zu können. Die bei ihm gemeldeten Austritte sind meist einhergehend mit der Betriebsschließung, die im städtischen Bereich höher liegen, als in der ländlichen Region. Gründe für den Nachwuchsmangel sei die scheinbar geringe Attraktivität dieser Ausbildungsberufe. Damit einhergehend müssen der Wohn- und Arbeitsort der Auszubildende nah beieinanderliegen, um den Mobilitätsproblemen – gerade in den frühen Morgenstunden – Rechnung zu tragen.

Um dieser Tendenz entgegen zu wirken, engagiert sich die Kreishandwerkerschaft sehr in der Nachwuchsförderung, z. B. mit regelmäßigen Informationsveranstaltungen, „Handwerk live“ – gemeinsam mit der Handwerkskammer Wiesbaden –, Messen und Imagekampagnen. Trotz dieser Anstrengungen konnte nachwievor der Anteil der Frauen in den gewerblichen und technischen Ausbildungsberufen noch nicht signifikant erhöht werden.

Die Möglichkeiten, dem Fachkräftemangel mit der Einstellung von Flüchtlingen zu begegnen, konnten bisher lediglich in Einzelfällen umgesetzt werden. Wie Geschäftsführer Hoffmanns darlegte, sei in den meisten Fällen die bislang noch fehlende ausreichende deutsche Sprachkompetenz die wesentliche Hürde, insbesondere um dem komplexen Berufsschulunterricht zu folgen. Dette und Hoffmanns waren sich darin einig, dass öffentliche Hand, Wirtschaft und Sozialverbände alle Anstrengungen darauf konzentrieren sollten, die Deutschkenntnisse von Flüchtlingen zu verbessern. Parallel dazu müsste der Lernprozess bezüglich der kulturellen und arbeitsmarktbezogenen Rahmenbedingungen, wie z.B. die Akzeptanz von Frauen in Führungspositionen, intensiviert werden.

Im Bereich Bau gibt es eine differenzierte Situation: im Hochbaubereich läuft es wirtschaftlich sehr gut. Im Tiefbaubereich wünscht sich Hoffmanns mehr Engagement für die Auftragsvergabe an regionale Anbieter. Wolfram Dette sagt zu, dass sich die Koalition im Kreistag – nach den Schulbausanierungen – als zweiten Schwerpunkt auf die Sanierung der Kreisstraßen geeinigt hat. Damit gibt es neue Möglichkeiten für die Tiefbaufirmen, sich auf die Ausschreibungen zu bewerben.

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