Bei Bodensondierungsarbeiten an der Aartalsperre im Jahr 2015 wurde das Erdgasvorkommen entdeckt. (Foto: LDK)

Lahn-Dill-Kreis bestätigt Erdgasförderung an Aartalsperre

Fertigstellung der Förderanlage in 2020 geplant

Wetzlar/Hohenahr (ldk): Bei Unterhaltungsarbeiten an der Aartalsperre zwischen Bischoffen und Hohenahr ist man auf Erdgas gestoßen. Bereits im Jahr 2014 häuften sich utopische Werte einer Grundwassermessstelle im Bereich der Ortschaft Ahrdt direkt unter der Deichkrone. Um die Ursache zu ermitteln, wurde in 2015 eine Bodensondierung beauftragt. Hierbei ist man zufällig auf das Erdgasvorkommen gestoßen.

Das Bohrloch musste vorerst wieder verschlossen werden, da zunächst unklar war, wie mit dem 'Fund' umgangen werden sollte. Derzeit weißt lediglich ein kleiner Schachtdeckel auf die Bohrung hin. "Welcher Landrat in der Umgebung kann schon behaupten, er fördert Erdgas in seinem Kreis? Ich bin natürlich stolz wie Oskar. Endlich sind wir autark in diesem Bereich", sagt Wolfgang Schuster. 

Seit der Bodensondierung hat sich viel getan. Zwischenzeitlich wurde ein Gutachten bei einem namenhaften Fachingenieur in Auftrag gegeben, um die genaue Lage des Gasvorkommens zu ermitteln. Die Ergebnisse hierzu sind vielversprechend, da sich die betreffenden Grundstücke überwiegend im Eigentum des Lahn-Dill-Kreis befinden. Mit den übrigen Eigentümern laufen bereits Verhandlungen. Gleichzeitig wurde eine Projektgruppe ins Leben gerufen, die sich mit der Vermarktung und den rechtlichen Voraussetzungen beschäftigt.

Aus der Sperre wird eine GmbH
Im nächsten Schritt soll der Betrieb der Hochwasserschutzanlage Aartalsperre in eine GmbH umgewandelt werden. Die zukünftige Energieversorgung Aartalsperre GmbH (kurz: EVA) sieht ihr Kerngeschäft in der Vermarktung des Erdgases sowie in der Energieerzeugung aus der Wasserkraft. In den Statuten der EVA GmbH bleibt die Funktion als Hochwasserrückhaltebecken weiterhin bestehen. Außerdem bleibt die Freizeitnutzung der Anlage weiterhin gewährleistet. Jedoch muss hier künftig mit schwankenden Wasserständen von +/- zwei Metern gerechnet werden.

Derzeit läuft das Genehmigungsverfahren zur Errichtung der Erdgas-Förderanlage. Die beteiligten Behörden haben schon signalisiert, dass einer Zustimmung zum Projekt nichts im Wege stehe. Sobald der Bewilligungsbescheid vorliegt, erfolgt in Zusammenarbeit mit Experten der EAM (als unabhängigem Partner) die Ausschreibung der Förderanlage sowie des Anschlusses an die bestehende Erdgas-Pipeline der EAM. Mit der Fertigstellung der Förderanlage wird im Sommer 2020 gerechnet. Ab diesem Zeitpunkt kann auch eine Einspeisung in die Pipeline erfolgen.

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