Landrat Wolfgang Schuster im Gespräch mit Akteuren aus der Region und Sensitec-Chef Dr. Rolf Slatter. (Foto: LDK)

NASA benutzt „Made in Germany“

Sensoren fürs All kommen aus Lahnau

Wetzlar/Dillenburg/Herborn (ldk): Sensitec, 1999 als Teil der Lust-Unternehmensgruppe gegründet und seit 2013 zur Körber-Gruppe in Hamburg gehörend, entwickelt im Bereich der magnetoresistiven Sensoren alles, was sich bewegt. So fasst Geschäftsführer Dr. Rolf Slatter grob die Produktpalette seines Unternehmens zusammen.

Das, was sich bewegt, nimmt dabei eine große Spannbreite ein, wie der studierte Maschinenbauer mit großem Enthusiasmus schildert. "Ich bin mit Leib und Seele Techniker", sagt Slatter. Stromsensoren in der Elektromobilität, Sensoren für die Lenkung und das ABS, Sensortechnik in jedem dritten Windrad weltweit, Sensoren in Kameraobjektiven, der  Industrieautomation, Sensortechnik im autonomen Fahren, Magnetfeldsensoren in Drohnen oder als Kompass-Sensoren in Handys usw. Jährlich werden innovative Ideen des Unternehmens ausgezeichnet. Für besonderes Aufsehen sorgte in 2012 der Mars-Rover "Curiosity", der mit 40 Sensoren von Sensitec bestückt ist und auf dem roten Planeten nach Spuren von Wasser sucht. Die Präzision und die Robustheit dieser langlebigen Produkte werden besonders unter den schwierigen Bedingungen der Umgebung auf dem Mars deutlich. Dass Sensitec diese Königsdisziplin gemeistert hat, wird durch die weitere zukünftige Zusammenarbeit mit der NASA deutlich: Auch beim nächsten Rover im Programm "Mars 2020" greift die NASA auf die Sensoren der Firma Sensitec - made in Germany - zurück.

Das Unternehmen wachse im zweistelligen Bereich, so Slatter. Es gebe Neueinstellungen und eine Firmenerweiterung würde ebenfalls anstehen. Derzeit sind in Lahnau 90 und in Mainz 70 Mitarbeitende beschäftigt. Ein hoher Promotionsgrad von ca. 10 Prozent sowie ein Drittel an akademischen Absolventen verdeutlichen den wissenschaftlich-technologischen Entwicklungsbereich. Zudem komplementiere eine hohe Zahl an angelernten Fachkräften die Belegschaft.

Die Frage von Burghard Loewe, IHK Lahn-Dill, zur Fachkräftesituation wird von Dr. Slatter mit "schwierig" beantwortet. In Zusammenarbeit mit StudiumPlus werden Studierende eingestellt und darüber hinaus arbeitet Sensitec aktiv mit der THM in Form von Workshops zusammen. Etwa 10 bis15 Studierende haben so die Ausbildung bei Sensitec durchlaufen. Erkennbar ist die bereits eingetretene Landflucht von jungen Menschen, die es in die Großstadt ziehe. Auch Abwerbungen mit besserer Aussicht auf höhere Bezahlung von IT-Ingenieuren gehören zur aktuellen Situation. Zählen kann man auf die Mitarbeiter, die nicht in die Metropolen pendeln möchten und gerne hier leben.

Landrat Schuster bedankt sich für den sehr informativen Austausch: "Unternehmen wie Ihres setzen einen Stempel auf die Wirtschaftsregion Lahn-Dill."

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