Waage im Einsatz (Foto: LDK_MM)

von links: Angelika Berbuir (Arbeitsagentur), Frank Schmehl (Multiweigh), Aline Heckmann (Bildungscoach bei der GWAB), Rainer Dietrich (Stadt Wetzlar), Manfred Weber (Handwerkskammer), Wolfram Dette (Lahn-Dill-Kreis), Wolfgang Schuster (Landrat LDK) und Ralf Jeschke (Kreishandwerksmeister) (Foto: LDK_MM)

Schnellste Teilmengenwaage der Welt in Wetzlar gebaut

Wirtschaftsdelegation des Lahn-Dill-Kreises besucht Firma Multiweigh GmbH

Multiweigh ist eine vergleichsweise junge Wetzlarer Firma, die sich mit der Herstellung von Teilmengenwaagen für die Verwiegung von Nahrungsmitteln und Schüttgütern befasst.

Aufs Milligramm genau wiegen und portionieren

Teilmengenwaagen dienen unter anderem zur Verwiegung von Lebensmitteln in Beuteln, Kartonagen oder Blisterpackungen (*), verwogen werden bruchempfindliche Kekse, Nüsse, Reibekäse, Tiefkühlkost, Salat/Gemüse etc.. Die schnellste Teilmengenwaage, die hergestellt wird, füllt zum Beispiel in einer Minute bis zu 850 Ecken eines Joghurts oder 450 Kartons die Minute mit 400g tiefgefrorenem Spinat mit dem Blubb.

Das von Heinz Debus im Jahre 2001 gegründete Unternehmen hat sich in kurzer Zeit zu einem innovativen, weltweit agierenden Hersteller von Teilmengenwaagen entwickelt. Ein Alleinstellungsmerkmal in der Wiegetechnik machte den rasanten Aufstieg zu einem weltweit beachteten Hersteller von Teilmengenwaagen möglich, die Palette umfasst bis zu 80 unterschiedliche Modelle. Das Unternehmen, das anfangs in der Spielburg ansässig war, ist jetzt in der Altenbergerstrasse zu Hause, wo genügend Platz für den Bau der Teilmengenwaagen vorhanden ist. Eine Erweiterung des Standorts ist für das nächste Jahr geplant.

Durch den Firmenzusammenschluss mit dem Hersteller der Steuerungstechnik hat sich nun die Mitarbeiterzahl auf 55 erhöht, durch die externe Produktion der Bauteile sind nochmal ca. 30 Arbeitsplätze im Umkreis von Wetzlar entstanden, erläutert Geschäftsführer Frank Schmehl. Durch die Fusion ist das Unternehmen noch leistungsstärker geworden und somit den Anforderungen des stetig steigenden Marktes gewappnet. Endkunden sind die Lebensmittelindustrie oder Verpackungsmaschinenhersteller. Das Unternehmen zeichnet eine jährliche Wachstumsrate von ca. 10 %, der Exportanteil beziffert sich auf 60%, 40% der produzierten Anlagen verbleiben in Deutschland.

Fachkräftemangel macht sich bemerkbar

Mit Sorge betrachten die 55 Mitarbeiter, die sich aus Ingenieuren, Vertriebsmanagern, Technikern, Installationselektrikern und Mechatronikern am Standort Wetzlar zusammensetzen, die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt, denn die Geschäftsleitung sucht händeringend nach Verstärkung. Der Fachkräftemangel ist bereits spürbar, denn das Unternehmen bildet auf Grund der geringen Größe nicht aus und kann somit weder Ausbildungs- noch Studienplätze zur Verfügung stellen. Schade, denn gerade die Bandbreite der hier vertretenen Berufe bildet eine solide „Ausbildungsbasis“: Gerne nimmt Frank Schmehl daher die Angebote von Angelika Berbuir, Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar, zur Weiterbildung von Mitarbeitenden und von Alina Heckmann, Bildungscoach, zur Nachqualifizierung an.

Digitalisierung bei Multiweigh

Digitalisierung ist ein ganz wichtiges Thema bei Multiweigh. Die Steuerung ist digitalisiert, ohne läuft nichts mehr. Eine eigene Entwicklungsabteilung stellt dabei die Elektrotechnik her. Denn die Tendenz beim weltweiten Geschäft geht zur „24/7-Erreichbarkeit der Welt“ (24 Stunden an sieben Tagen in der Woche) in Wetzlar.

Mehr Singlehaushalte ändern das Konsumverhalten

Auch der gesellschaftliche Wandel mit mehr Singlehaushalten wird im Unternehmen sichtbar. Dies bedeutet, mehr Waagen zur Befüllung kleiner Einzelverpackungen statt für Großtüten herzustellen oder der Trend zu Convenience/Fertigmahlzeit-Produkten. Für Kreishandwerksmeister Ralf Jeschke ein enormer Anstieg der Müllproduktion. Dies stimmt, so Frank Schmehl, aber auf der anderen Seite bietet die Verpackung einen hohen Produktschutz , der Transportweg von schnell verderblichen Waren kann leichter gesichert werden und führt zu wenig Abfall der Frischware – so das Gegenargument. Die Hygieneanforderungen an die Produkte werden immer größer und somit auch die Anforderungen an die Verpackung und Verwiegung.

Wirtschaftsdezernent Wolfram Dette bedankt sich bei Heinz Debus und Frank Schmehl für den Austausch mit Vertretern der Kreisverwaltung, der Stadt Wetzlar, der Industrie- und Handelskammer Lahn-Dill, der Handwerkskammer und der Arbeitsagentur.

Ansprechpartnerin beim Lahn-Dill-Kreis für Fragen zum Thema: Meike Menn, Wirtschaftsförderung, Tel.: 06441 407-1222, E-Mail: wifoe@lahn-dill-kreis.de.

(*) Verpackung aus einer festen Papp-/Aluminiumunterlage und einem die Ware umhüllenden transparenten und flexiblen Kunststoff.

 

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