Rothaarsteig und Wacholderweg – nicht zu übersehen!

Traumhafte Wanderung in Donsbach

25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei geführter Wanderung auf der Rothaarsteigspur „Wacholderweg“

Perfektes Wanderwetter, herrliche Fernsicht, Spuren der Bergbaugeschichte, eine jahrhundertealte Handelsstraße, 25 Wanderbegeisterte – die beste Voraussetzung für einen gelungenen Wandernachmittag in der heimischen Region. Unter Leitung von Dr. Harald Knoche, Geschäftsführer am Rothaarsteig, erkundet die Gruppe auf ihrer Wanderung den westlichen Teil der neuen Rothaarsteigspur „Wacholderweg“ bis auf den Kornberg.

Faszination Flora und Fauna

Vom Startpunkt am Dorfgemeinschaftshaus zog die Gruppe vorbei am Wildpark und schon bald in das ruhige Reistenbachtal. Im Naturschutzgebiet Alteberg und Sauernberg – wies Harald Knoche auf die vielen seltenen und geschützten Arten in Fauna und Flora hin. „Alteberg und Sauernberg“ wurde 1993 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Es liegt südwestlich des Dorfes Donsbach auf dem Gebiet der Stadt Dillenburg, ist über 40 ha groß und besteht aus Teilen der ehemaligen Gemeindeviehwiese von Donsbach, angrenzenden Wiesentälern und Wald. Über 20 verschiedene Heuschreckenarten leben auf den extensiv genutzten Flächen rechts und links des Weges, verschiedene Orchideenarten blühen auf den Magerrasen am Wegesrand. „Das haben wir auch den hier ansässigen Landwirten zu verdanken, die auf der Grundlage mit uns getroffener Vereinbarungen wirtschaften“, berichtet Margot Schäfer, Leiterin der Abteilung für den ländlichen Raum des Lahn-Dill-Kreises (*) zu berichten. Zusammen mit Mann, Kind und Hund ist sie mitgewandert.

Alte Handelsstraße und Bergbaugeschichte

Aber nicht nur der Naturschutz war Thema dieses Tages. Auch die bewegende Vergangenheit der Region war allgegenwärtig. So führte der Weg ein Stück über die Alte Rheinstraße. Die Alte Rheinstraße war im Mittelalter ein Hauptverkehrsweg für Kaufleute auf ihren Reisen von Mitteldeutschland/Thüringen zum Rhein. Zu Napoleons Zeiten war sie ein viel benutzter Truppen- und Militärtransportweg. Nach dem Bau der Eisenbahn und der großen Landstraßen verlor sie ihre Bedeutung. Mit ein wenig Phantasie kann man sich in ihre Blütezeit zurückversetzen, in der die voll beladenen Pferdegespanne über die Steine holperten. Auch an Erdgeschichtlichem gab es einiges zu entdecken. Im ehemaligen Abbaugebiet des Erzbergwerkes Stangenwaage wies Harald Knoche auf Spuren des Eisenerzabbaus hin. In dieser Grube wurde in der Zeit von 1600 bis 1900 Kupfererz und zeitweise auch Eisenerz abgebaut.

Erlebnisreiche Wanderwege – ein Plus für die Region

Auf dem Kornberg genoss die Gruppe einen einmalig schönen Ausblick zur Haincher Höhe, ins Hinterland, zum Dünsberg, nach Hohensolms, zum Stoppelberg bei Wetzlar sowie in das Dietzhölztal und zur Kalteiche. Dort schloss sich Wolfram Dette, ehrenamtlicher Kreisbeigeordneter des Lahn-Dill-Kreises und zuständig für die Bereiche Wirtschaftsförderung, Tourismus, Partnerschaften und europäische Beziehungen, mit seiner Frau der Gruppe an. Er unterstreicht damit die Wichtigkeit des Weges für die Region, dessen Erfolg auf die Wirtschaft, den Tourismus und die Naherholung im Lahn-Dill-Kreis. „Wanderer werden immer anspruchsvoller. Reichte vor 15 Jahren ein schöner Weg, muss heute das Gesamterlebnis überzeugend sein, damit ein Weg bei den Wanderern ankommt. Darum freut es mich besonders, dass der Wacholderweg eine „Traumtour“ nach den Kriterien des Deutschen Wanderverbandes werden wird“, so Wolfram Dette.

Zertifizierung für den Wacholderweg

Das Zertifizierungsverfahren für den Wacholderweg hat bereits begonnen. Ganz entscheidend für die Anerkennung ist der Zustand des Weges und seiner Markierung. Harald Knoche ist sehr dankbar, dass sich der Heimat- und Verschönerungsverein Donsbach bereit erklärt hat, diese Aufgabe zu übernehmen. Und wie es der Zufall wollte, begegnete die Wandergruppe unterwegs dem „Kümmerer“ Markus Dechert vom Heimat- und Verschönerungsverein Donsbach auf seinem Kontrollgang.

Der Rothaarsteig

Der 154 km lange Höhenwanderweg Rothaarsteig zählt zu den beliebtesten Fernwanderwegen Deutschlands. Komplettiert wird der Rothaarsteig durch seine 10 „Rothaarsteigspuren“. Dies sind Rundtouren von 10 bis 16 km Länge. Drei der 10 Spuren liegen auf hessischer Seite: Die Dill-Bergtour bei Haiger-Offdilln, die Breitscheider Höhlentour und der Wacholderweg bei Dillenburg-Donsbach. Sie alle sind konzipiert und zertifiziert als Premiumwege mit dem Deutschen Wandersiegel bzw. als Qualitätsweg „Wanderbares Deutschland“.

(*) Die Abteilung für den ländlichen Raum des Lahn-Dill-Kreises betreut das Hessische Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflege-Maßnahmen (HALM). Es dient der Förderung einer besonders nachhaltigen Landbewirtschaftung in Hessen. Mit den Fördermaßnahmen soll ein Beitrag zur Erfüllung der Ziele in den Bereichen Biologische Vielfalt, Wasser-, Boden- und Klimaschutz sowie bei der Erhaltung der Kulturlandschaft geleistet werden. Die Landwirte erhalten einen finanziellen Ausgleich für zusätzliche Kosten oder Ertragsverzicht in Folge einer besonders umweltgerechten Landbewirtschaftung.

Foto zur Verfügung gestellt vom Rothaarsteigverein e. V.

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