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Verkehrssituation auf der B 255 zwischen Ober- und Niederweidbach

Die Bundesstraße 255 verbindet die mittelhessischen Städte Marburg und Herborn.

Bundesstraßen dienen in erster Linie dem überregionalen Verkehr und sollen, soweit die topografischen Bedingungen erfüllt sind, so ausgebaut sein, dass ein zügiger und stetiger fließender Verkehr möglich ist. Die B 255 verbindet die mittelhessischen Städte Marburg und Herborn. 

Außerhalb von geschlossenen Ortschaften soll nach den Vorgaben der StVO grundsätzlich eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h möglich sein, um einen zügigen und stets fließenden Verkehr sicherzustellen. Aus Gründen der Verkehrssicherheit (z. B. bei Kreuzungen/Straßenanbindungen und erkannten Unfallhäufigkeiten) und des Lärmschutzes kann die zulässige Höchstgeschwindigkeit beschränkt werden. Gemäß der Straßenverkehrsordnung dürfen Anordnungen von Verkehrszeichen in den fließenden Verkehr nur dann angeordnet werden, wenn aufgrund der besonderen örtlichen Verhältnisse eine Gefahrenlage besteht, die das allgemeine Risiko einer Beeinträchtigung der Rechtsgüter Leib, Leben oder bedeutende Sachwerte erheblich übersteigt.

Bei dem Streckenabschnitt zwischen Oberweidbach und Niederweidbach stoßen vier Feldwege auf die Bundesstraße, bei denen landwirtschaftliche Fahrzeuge, Fußgänger oder Radfahrer die B 255 kreuzen können. Feldwege sind stets untergeordnete Zuwegungen zu den überörtlichen Verkehrswegen. Der Verkehrsteilnehmer muss beim Queren der übergeordneten Verkehrsstraße höchste Aufmerksamkeit walten lassen.

Durch die sehr gute Sichtweiten in diesem Streckenabschnitt sowohl für den querenden als auch für den Fahrzeugführer, der die B 255 befährt, ist eine gefahrlose Querung der B 255 zweifelsfrei möglich. Gerade der Fahrzeugführer eines landwirtschaftlichen Fahrzeuges muss unter Beachtung seiner geringen Anfahrgeschwindigkeit mit besonderer Aufmerksamkeit und Verantwortung die Bundesstraße queren bzw. auffahren. Auch bei einer Verkehrsbelastung von ca. 7000 Fahrzeugen pro Tag sind größere Lücken im Verkehrsfluss vorhanden, die eine sichere Querung der Bundesstraße ermöglichen.

Dies wird auch anhand der hier durchgeführten Unfallauswertung für diesen Streckenabschnitt deutlich. Die Gesamtunfallzahl in den letzten 6 Jahren liegt bei 21 Unfällen. Im Jahre 2012 ereignete sich 1 Unfall, im Jahr 2015 zwei Unfälle und im Jahr 2016 lediglich 1 Unfall, die der Querungsproblematik zuzuordnen wären. Ein tödlicher Unfall ereignete sich im Jahr 2012. Weiter sogenannte Einbiege-, Kreuz- sowie Abbiegeunfälle sind nicht registriert. Ein Unfallpunkt ist in dem gesamten Streckenabschnitt nicht gegeben.

Insgesamt kann man das dortige Unfallgeschehen als unauffällig beurteilen.

Entsprechend den vorstehenden Darlegungen, liegt hier keine qualifizierte Gefahrenlage vor, die das allgemeine Risiko einer Beeinträchtigung der Rechtsgüter Leib, Leben oder bedeutende Sachwerte erheblich übersteigt. Bei der Teilnahme am Straßenverkehr besteht immer ein grundsätzlich allgemeines Risiko für den Verkehrsteilnehmer.

Die Anordnung einer Geschwindigkeitsbeschränkung durch den Landrat des Lahn-Dill-Kreises als zuständige Verkehrsbehörde würde somit gegen die Vorgaben der Straßenverkehrsordnung verstoßen.

Vielmehr obliegt allen Verkehrsteilnehmern die Verpflichtung zur eigenen verantwortlichen Beachtung der allgemeinen und besonderen Verkehrsvorschriften. Örtliche Anordnungen zu Verkehrszeichen werden nur dann getroffen, wo dies aufgrund der besonderen Umstände zwingend geboten ist.

Damit ist die Eigenverantwortlichkeit der Verkehrsteilnehmer im Straßenverkehr durch die Straßenverkehrsordnung rechtsverbindlich festgeschrieben, wie die Verpflichtung, sich auf die unterschiedlichsten Verkehrssituationen einzustellen. 

 

 

 

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