Verurteilung wegen schweren Tierschutzverstoßes

Amtsgericht Wetzlar verhängt Haftstrafe auf Bewährung

Wetzlar (ldk): Weil sie 15 Pferde und Ponys über lange Zeit nicht richtig versorgt haben und auch nicht tierärztlich behandeln ließen, wurde ein Ehepaar aus dem Lahn-Dill-Kreis jetzt vor dem Amtsgericht Wetzlar zu einer 12-monatigen Haftstrafe und zu einer Geldstrafe verurteilt.

Bis zur Auflösung der Tierhaltung durch Amtstierärztin Claudia Eggert-Satzinger hat das angeklagte Ehepaar 15 Pferde und Ponys im Außenbereich von Schöffengrund gehalten. Schon im April 2016 wurde das Veterinäramt des Lahn-Dill-Kreises auf die Pferdehalter aufmerksam. Damals ging eine Anzeige voraus. Das Ehepaar hatte die in ihrer Obhut befindlichen Ponys und Pferde über längere Zeit unzureichend versorgt, was zu erheblichen Abmagerungen über das Winterhalbjahr 2016 führte. Die amtlich durchgeführten Kontrollen bestätigten die Vorwürfe. Den behördlichen Auflagen zur besseren Fütterung und Pflege der Tiere kamen die Halter nicht nach. Auch einen Tierarzt haben sie nicht hinzugezogen. Die Folge: Das Ehepaar musste seinen kompletten Tierbestand abgeben. Außerdem wurde ein Pferdehaltungs- und -betreuungsverbot ausgesprochen. Die Tierhalter behaupteten vor Gericht, sie hätten ihre Tiere ausreichend mit Heu und Kraftfutter versorgt. Das wurde im Verlauf der Verhandlung allerdings widerlegt. Alles in allem befand auch die vom Gericht geladene Sachverständige vom Regierungspräsidium Gießen, Dr. Mona Schütz, dass die Pferde länger anhaltenden, erheblichen Leiden und Einschränkungen des Wohlbefindens ausgesetzt waren und somit ein schwerer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorliegt.

Die Gerichtsvorsitzende, Richterin Nicole Mett, verurteilte den Tierhalter zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Monaten, ausgesetzt auf einen Bewährungszeitraum von drei Jahren und die Tierhalterin zu einer Geldstrafe in Höhe von 900 Euro. Sie folgte damit den Anträgen der Vertreterin der Staatsanwaltschaft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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