Fleisch aus der Region ist sehr gefragt. (Foto: LDK)

Von der Schlachtung bis zur Vermarktung

Landkreise wollen regionale Schlachtung und Fleischvermarktung erhalten und fördern

Wetzlar/Herborn/Dillenburg (ldk): Wie ist es eigentlich um unsere regionalen Schlachtstrukturen bestellt? Der Lahn-Dill-Kreis hat nachgehakt - beim Metzger von nebenan. Der Erste Kreisbeigeordnete Heinz Schreiber hat die Metzgerei Thomas Becker in Solms besucht, um sich direkt vor Ort ein Bild zu machen. Mit dabei waren Margot Schäfer (Abteilung Ländlicher Raum Kreise LDK und GI) und Claudia Eggert-Satzinger (Amtstierärztin LDK).

Regionalität ist sehr gefragt!
"Wenn wir die regionale Wertschöpfungskette erhalten wollen, müssen wir den Blick auf kleine und mittlere Schlachtbetriebe richten. Sie stehen für kurze Transportwege und eine hohe Qualität", so Schreiber. Und auch bei den Kunden ist Fleisch aus der Region wieder im Kommen. Sowohl im Lahn-Dill-Kreis als auch im Landkreis Gießen ist ein ganz klarer Trend erkennbar: Immer mehr Menschen stellen das Lebensmittel Fleisch in Frage, fordern mehr Transparenz und wollen wissen, woher das Schnitzel stammt, das sie essen. Nicht selten wird direkt an der Fleischtheke gezielt nach der Herkunft gefragt. Die Preise für regionale Produkte sind im Schnitt zwar etwas höher, Verbraucher zahlen aber. Viele wissen die Regionalität zu wertzuschätzen.

Vorbildfunktion
Die Metzgerei Becker aus Solms geht mit gutem Beispiel voran. Becker will weiter expandieren und wachsen. Er ist sehr beliebt in der Region - und das liegt nicht nur an seinen erstklassigen Produkten. Er pflegt feste Lieferbeziehungen zu den Landwirten vor Ort. Durch die Transparenz seiner Lieferwege kann sich der Kunde auf ein regionales Produkt verlassen. In der Überwachung ist er als vorbildlicher Betrieb bekannt.

Schreiber ist froh, solche Betreibe mit Vorbildcharakter in der Region zu haben. "Das macht anderen Mut und zeigt, dass es funktionieren kann." Es sei wichtig die Schlachtkultur in der Region zu erhalten: dem Fleischerhandwerk und der bäuerlichen Landwirtschaft bieten sich gesicherte Absatzchancen, der Kunde kann die Leistungskette bis zur Fleischtheke nachvollziehen und letztendlich profitieren auch die Tiere. Ihnen bleiben lange Transportwege erspart.

Metzger und Landwirte zusammen bringen
Die Abteilung für den ländlichen Raum hat diese Fragestellung aufgegriffen und ein Projekt initiiert: "Wir wollen einerseits Metzger und Landwirte, die durch Betriebsaufgaben oder Veränderung der Betriebsstrukturen ihre Marktpartner verloren haben wieder zusammen bringen. Wir wollen aber auch versuchen, die Marktpartner beim Aufbau von Wertschöpfungsketten bis zur Ladentheke zu unterstützen. Unser Einkaufsführer 'Gutes aus der Region' mit 86 direkt vermarktenden, landwirtschaftlichen Betrieben und 26 Metzgereien, die ihre Schlachttiere von Landwirten aus der Region beziehen, war erst der Anfang", erklärt Abteilungsleiterin Margot Schäfer.

"Landwirt sucht Metzger – Metzger sucht Landwirt"
Eine Fortsetzung wird es am 6. März 2017 in Hüttenberg geben. Die Aktionsgemeinschaft ECHT HESSISCH und die Abteilung Ländlicher Raum der Kreise Lahn-Dill und Gießen sowie die Fleischerinnungen laden Landwirte, Metzger und Interessierte zum Regionalforum "Landwirt sucht Metzger - Metzger sucht Landwirt" ein. Ziel ist es, Metzger, die noch freie Kapazitäten haben, mit Landwirten zusammenzubringen, die nach Schlachtmöglichkeiten für ihre Tiere in der Region suchen. Außerdem soll eine Arbeitsgruppe gebildet werden. In ihrem Rahmen sollen größere Erzeugerbetriebe, Erzeugergemeinschaften, Schlachtbetriebe und Verarbeitungsbetriebe sowie Vermarkter zusammengebracht werden, um die regional vorhandenen Schlachtkapazitäten mit Schlachttieren aus der Region auszulasten.

Zum Hintergrund
Die Zahl der regionalen Schlachtmöglichkeiten geht zurück. Derzeit gibt es noch 35 Metzger im Lahn-Dill-Kreis und 18 im Landkreis Gießen. Viele Landwirte sind deshalb gezwungen ihre Tiere zur Schlachtung immer weiter weg zu transportieren.

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