Na, wo ist denn nun der Schnee? Das fragt sich Hündin Fonny aus Schöffengrund. (Foto: LDK)

Winterfreude für Vierbeiner

Gesunde Haustiere bei Eis und Schnee

Wintermärchen mit verschneiter Landschaft, klirrender Kälte und strahlend blauem Himmel sind in unseren Regionen eher die Ausnahme denn die Regel. Was des einen Freude und Lust, ist des anderen Last und Frust. Die Winterzeit mit all’ ihren Facetten kann auch das Wohlergehen unserer Haustiere mitunter erheblich stören. Doch mit einigen wenigen Verhaltensregeln lassen sich Gefahren wirksam vermeiden. Heinz Schreiber, Erster Kreisbeigeordneter und für den Tierschutz zuständige Dezernent des Lahn-Dill-Kreises: „Folgende Regeln sollten die Menschen für ihre tierischen Hausfreunde beherzigen“:

Hunde
Schneefressen verursacht bei Hunden häufig blutige Magen-Darm-Entzündungen. Deshalb sollte man es unterbinden und die Vierbeiner nicht noch durch Schneeballwerfen dazu animieren. Streusalz und Split in großen Mengen greifen die Hundepfoten an. Hier helfen ein „Fußbad" nach dem Gassi gehen und gegebenenfalls Pflegeprodukte, die das Austrocknen der Ballen und Risse verhindern. Wenn bereits Verletzungen und/oder Entzündungen bestehen oder auch zur Vorbeuge bei empfindlichen Pfoten leisten Pfotenschuhe gute Dienste, die es in verschiedenen Größen gibt.

Kurzhaarige Hunde frieren deutlich schneller als ihre langhaarigen Artgenossen und müssen bei Kälte immer in Bewegung bleiben. Das gilt für alle Tiere, wenn sie nass sind, da ihr Körper dann mehr Wärme abgibt. Nicht nur die gemessene Temperatur ist entscheidend: Ein kalter Wind lässt Mensch und Tier die Temperatur kälter empfinden als das Thermometer anzeigt und führt zur Auskühlung.

Katzen
Eine bisher als reiner „Stubentiger" gehaltene Katze darf im Winter nicht plötzlich zum ganztägigen Freigänger erklärt werden, wenn kein warmes Plätzchen oder eine Katzenklappe ins Haus vorhanden ist. Ein kurzes Hupen vor dem Start eines noch warmen Autos hilft, Katzen aus dem Motorraum zu vertreiben, die sich hier aufwärmen wollen.

Kaninchen
Das Kaninchenfell bietet eine gute Isolation, so dass die „Mümmelmänner" in einem wind- und wettergeschützten Stall mit Unterschlupf gut den Winter draußen verbringen können. Zur Ausbildung eines entsprechend dicken Felles müssen sie aber während des Übergangs der Jahreszeiten draußen leben. Plötzliche große Temperaturschwankungen (im Winter zum Streicheln in die warme Wohnung und dann wieder in die Kälte) vertragen solche „Freilandkaninchen" nicht.

Meerschweinchen
Für Meerschweinchen ist Vitamin C (chemischer Name: Ascorbinsäure) lebensnotwendig. Im Winter steht kein frisches Grünfutter zur Verfügung und der Vitamin-C-Gehalt von Obst und Gemüse kann lagerungsbedingt niedrig sein. Zur Sicherstellung der Versorgung gibt man in 100 ml Trinkwasser 20-50 mg Ascorbinsäure und als Stabilisator 100 mg Zitronensäure (täglich frisch ansetzen, keine Metallgefäße verwenden). Die Substanzen sind in der Apotheke erhältlich. Empfehlenswert ist dieser Zusatz vor allem bei kranken, trächtigen oder säugenden Tieren, da diese einen erhöhten Vitamin-C-Bedarf haben. Atemwegs- und Hauterkrankungen (trockene Haut, Juckreiz) können sich verschlimmern, wenn sich die Tiere überwiegend in gut geheizten Räumen mit niedriger Luftfeuchtigkeit aufhalten. Abhilfe schaffen Luftbefeuchter und regelmäßiges Lüften.

Gefahrenquelle Frostschutzmittel
Frostschutzmittel, die Äthylenglykol enthalten, werden von Haustieren wegen des süßen Geschmacks gerne aufgenommen und führen zu einer meist tödlichen Vergiftung. Immer sicher verwahren!

Heinz Schreiber: „Wer diese Ratschläge beherzigt trägt dazu bei, dass auch unseren Haustieren der Winter in angenehmer Erinnerung bleiben wird!“

Für weitere Fragen steht die Abteilung Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Lahn-Dill-Kreises mit Sitz in Herborn unter der Telefonnummer 02771 407-7711 zur Verfügung.

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