Lehrling Harry John Köhn, Fleischerei Göbel, bei der Pfefferbeißer-Herstellung (Foto: LDK)

Frank Göbel, Obermeister der Fleischer-Innung Dillenburg (Foto: LDK)

Von links: Frank Göbel, Dr. Martin Pott (Handwerkskammer Wiesbaden), Stephan Aurand (verdeckt) und Wolfram Dette (LDK), Burghardt Loewe (IHK Lahn-Dill); Wolfgang Schuster (LDK) und Markus Deusing (Mittenaar) (Foto: LDK)

Wirtschaftsdelegation besucht Fleischerei Göbel in Mittenaar

Gutes Qualitätsfleisch von zertifizierten Betrieben aus der Region erfährt eine zunehmende Nachfrage

Großes Interesse gab es bei der Betriebsbesichtigung der Fleischerei Göbel in Mittenaar-Ballersbach, so dass die „gute Stube“ bis auf den letzten Platz besetzt war. Stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Wiesbaden Dr. Martin Pott kam eigens aus Wiesbaden angereist, um dem Obermeister der Fleischer-Innung Dillenburg, Frank Göbel, in seinem Betrieb einen Besuch abzustatten.

Das dies notwendig war, erschloss sich schnell im gemeinsamen Gespräch mit Landrat Wolfgang Schuster, Wirtschaftsdezernent Wolfram Dette, der Wirtschaftsförderung, Vertretern der Arbeitsagentur, der Industrie- und Handelskammer (IHK) und der Handwerkskammer sowie Mittenaars Bürgermeister Markus Deusing. In Göbels Fleischerei, ein seit sechzig Jahren geführter Familienbetrieb, arbeiten Ehefrau, Mutter, Großmutter und ein Auszubildender. Ohne die familiäre Unterstützung sei diese tägliche Arbeit bei weitem nicht zu stemmen, so Göbel. Finanziell kommen erschwerend die aktuelle Gebührenerhöhung der Fleischbeschauer und die der Schlachtabfälle hinzu – die monatlichen Zusatzkosten seien damit um weitere 200 Euro gestiegen. Die bedeutendste Herausforderung sei jedoch die Gewinnung von qualifizierten Mitarbeitern.

Die aktuellen Ausbildungszahlen der Fleischer-Innungen zeigen ein eindeutiges Bild Richtung Fachkräftemangel

Nur sieben neue Ausbildungsverträge (Fleischer und Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk – Schwerpunkt Fleischerei) wurden dieses Jahr im Einzugsgebiet der Innung-Dillenburg geschlossen, insgesamt gibt es in den Innungen Dillenburg und Wetzlar insgesamt ca. 30 Auszubildende aller Lehrjahre in diesen Ausbildungsberufen. Zu wenig, um auch in Zukunft noch ausreichend qualifiziertes Personal für die handwerklich arbeitenden Metzgereien im Lahn-Dill-Kreis zu stellen, diagnostiziert Sebastian Hoffmanns (Kreishandwerkerschaft) die Situation. Verschiedene Kampagnen des Handwerks und der Fachverbände konnten bisher nicht dem Trend entgegen wirken, hier ist die persönliche Ansprache an junge Menschen sowie an deren Eltern erforderlich, so Geschäftsführer Dr. Martin Pott von der Handwerkskammer Wiesbaden.

Wirtschaftsdezernent Wolfram Dette appelliert an die Handwerkskammer, die Schulen mehr zu sensibilisieren und diesen Ausbildungsberuf zu bewerben, denn das Fleischerhandwerk sei ein Beruf mit guten Zukunftsaussichten. Das gute Qualitätsfleisch von zertifizierten Betrieben aus der Region erfahre eine zunehmende Bedeutung bei der ernährungsbewussten Bevölkerung. Das Thema Nachhaltigkeit spiele – angefangen bei der artgerechten Haltung über die kurzen Transportwege bis hin zur Verarbeitung – eine überaus wichtige Rolle und werde immer stärker nachgefragt.

Ansprechpartnerin beim Lahn-Dill-Kreis (LDK) für Fragen zum Thema: Meike Menn, Tel.: 06441 407-1222, E-Mail: wifoe@lahn-dill-kreis.de

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