Wirtschaftliche Situation im Lahn-Dill Kreis bleibt ambivalent (Foto: Lahn-Dill-Kreis)

Wirtschaftsdialoge garantieren Handlungsfähigkeit

Heimische Institutionen & Politik analysieren gemeinsam auf Einladung des Kreises die wirtschaftliche Lage

Seit etwas mehr als einem Jahr ist die Corona-Pandemie im Lahn-Dill-Kreis präsent. Die Auswirkungen auf Wirtschaft und Arbeit sind vielfältig und komplex. Bereits im März 2020 traten auf Einladung von Landrat Wolfgang Schuster und von Wirtschaftsdezernent Wolfram Dette Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände, Arbeitsagentur, Kammern, regionale Banken, Kommunen und heimische Abgeordnete aus Bundes-, Land-, und Kreistag per Videokonferenz zusammen, um ein Gesamtbild der wirtschaftlichen Situation im Lahn-Dill-Kreis zu erstellen. Aufgrund der sich verändernden pandemischen Situation und der angepassten Maßnahmen ist der „Wirtschaftsdialog“ zum dauerhaften Beobachtungs- und Kommunikationsgremium geworden. Nach vier durchgeführten Wirtschaftsdialogen im vergangenen Jahr ist auch für das Jahr 2021 eine Veranstaltung pro Quartal geplant.

„Wir erhalten von den Institutionen wichtige Informationen und geben diese im Gesamtbild an die politischen Entscheiderinnen und Entscheider weiter“, erklärt Wolfram Dette das Konzept der Wirtschaftsdialoge. „Auf diese Weise erhalten die Abgeordneten ein konkretes Bild über die Auswirkungen der Pandemie auf Unternehmen, aber auch auf Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. So können Instrumente wie Unterstützungshilfen bedarfsgerecht geschaffen und angepasst werden.“

Wirtschaftliche Situation im Lahn-Dill Kreis bleibt ambivalent

Während in den Monaten März, April und Mai 2020 ein Anstieg der Kurzarbeit auf bis zu 19,3 % zu verzeichnen war, sind seitdem fallende Zahlen zu beobachten. Somit lässt sich die bisherige Kurzarbeitsspitze in der Jahresmitte 2020 verorten. Im Hinblick auf die für Fachkräftefrage so wichtige Ausbildung sind zwar die angebotenen Ausbildungsstellen relativ konstant, aber die Anzahl an Bewerberinnen und Bewerbern ist deutlich zurückgegangen – um fast 25 %. „Hier ist ein deutlicher Einbruch zu beobachten, der im Wesentlichen auf einen pandemiebedingten Mangel an Möglichkeiten der Berufsorientierung zurückzuführen ist“, folgert Wolfram Dette. „Aus diesem Grund werden wir in eben diesem Feld in Zusammenarbeit mit unseren Partnern alle Möglichkeiten nutzen, die wir unter den gebotenen Vorsichtsmaßnahmen als durchführbar erachten.“

Gastronomie und Einzelhandel sind weiterhin von den aktuellen Schließungen stark betroffen. Die im Lahn-Dill-Kreis starke Industrie hingegen erweist sich insgesamt als stabilisierendes Standbein. Das verarbeitende Gewerbe verzeichnet im Dezember 2020 mit einem Plus von 11,3 % sogar erstmalig wieder höhere Umsätze als im Vorjahreszeitraum. Auch das Handwerk ist – bis auf die erheblich betroffenen Bereiche – nach wie vor stark und stabil.

Weiter beobachten – weiter analysieren – weiter gestalten

„Die Wirtschaftsdialoge haben sich als probates Mittel erwiesen, um aktuelle Erkenntnisse über die Wirtschaft unserer Heimat zusammenzutragen und unmittelbar an die Politik weiterzugeben“, so Landrat Wolfgang Schuster. „Wir werden an diesem Format festhalten, positive Entwicklungen herausstellen und Probleme und Lücken benennen, um sie beheben zu können. Und mit Disziplin schaffen wir es aus dem Schraubstock der Pandemie heraus!“ Landrat Wolfgang Schuster und Wirtschaftsdezernent Wolfram Dette bedanken sich bei allen Teilnehmenden des Wirtschaftsdialoges für die konstruktive Zusammenarbeit. Ebenso bedanken sie sich bei allen Unternehmen, deren Angestellten sowie allen Bürgerinnen und Bürgern für die an den Tag gelegte Disziplin in Hinblick auf die Einhaltung der Abstandsregeln und Beachtung der Hygienemaßnahmen.

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