Zecken haben Hochsaison

Gesundheitsamt rät zur Vorsicht

Wetzlar/Dillenburg/Herborn (ldk): Obwohl der Lahn-Dill-Kreis nicht zu den Zecken-Hoch-Risikogebieten zählt, empfiehlt das Kreis-Gesundheitsamt, sich vor der Urlaubs- und Feriensaison über die potentielle Zecken-Gefahr in den angestrebten Urlaubsgebieten zu informieren. Je südlicher das Reiseziel liegt (auch außerhalb Deutschlands), umso größer ist die Gefahr in der Natur mit Zecken in Kontakt zu kommen.

Durch Zecken können Infektionskrankheiten auf den Menschen übertragen werden:

  • die durch Bakterien verursachte Borreliose, die landesweit vorkommt und
  • die durch Viren hervorgerufene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute, die hauptsächlich im süddeutschen Raum übertragen wird, überwiegend in Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen und im südöstlichen Thüringen. Einzelne Risikogebiete befinden sich aber auch in Mittelhessen im Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Zecken lauern auf Grashalmen und Sträuchern bis in einer Höhe von ca. 1,50 m auf. Sie sind auf bis zu 2000 Höhenmetern zu finden.

Zeckenbiss vermeiden
Oberstes Ziel ist es, den Zeckenbiss zu verhindern. Das Tragen von langer, geschlossener Kleidung und in die Socken gesteckte Hosenbeine bieten einen ersten wichtigen Schutz. Sprays und Zecken abweisende Mittel, sogenannte Repellentien, können helfen, halten aber die Tiere nicht sicher ab und wirken auch nur über einen begrenzten Zeitraum.

Nach Ausflügen in die Natur sollte man seinen Körper – trotz vorbeugender Maßnahmen – gründlich absuchen. Zecken mögen warme, weiche Hautstellen, wie z. B. Kniekehlen, Leisten, Ellenbogen, Bauchnabel, Achselhöhlen, den Bereich hinter den Ohren sowie den Kopf und Haaransatz. Entdeckt man eine festgebissene Zecke, sollte man das Tier zügig entfernen.

Wie entfernt man Zecken richtig?
Wird eine Zecke frühzeitig entfernt, ist das Infektionsrisiko nur sehr gering. Dafür die Zecke möglichst im Kopfbereich, dicht an der Haut und Bissstelle, mit einer spitzen Pinzette oder einer Zeckenkarte packen und vorsichtig heraus ziehen. Dabei nicht auf den möglicherweise schon vollgesogenen Körper drücken. Größere Drehbewegungen sollten ebenfalls vermieden werden.

Man sollte es außerdem dringend vermeiden, die Zecke zu manipulieren, wie zum Beispiel mit Öl, Cremes, Nagellack, Klebstoff, etc. Auch das Quetschen der Zecke ist nicht gut, da dadurch vermehrt Erreger freigesetzt werden können. Um eine Entzündungsreaktion zu vermeiden, sollte die Bissstelle – nach vorheriger Prüfung, ob alle Teile restlos entfernt wurden – sorgfältig desinfiziert werden. Wenn die Zecke oder Teile nicht restlos entfernt werden können oder es zu einer entzündlichen Reaktion nach dem Zeckenbiss kommt, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Was schützt vor FSME und Borreliose?
Gegen FSME gibt es eine Impfung, die durch die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Institutes (RKI) folgenden Personengruppen empfohlen wird:

  • Wohnsitz in FSME-Risikogebieten und häufigem Aufenthalt in der Natur
  • Vor Reisen in Gebiete mit einem besonderen FSME-Risiko, sofern ein Kontakt zu Zecken wahrscheinlich ist
  • Besondere Berufsgruppen, wie z. B. Förster, Waldarbeiter oder Jäger

Das Risiko einer Infektion mit Borrelien steigt 12 bis 48 Stunden nach Zeckenbiss deutlich an, da dann die Bakterien von der Zecke auf den Menschen übergegangen sind. Daher gilt: Je früher das Tier entfernt wird, desto geringer ist das Infektionsrisiko. Eine Impfung gegen Borreliose gibt es nicht.

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Nicole Zey

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