Von links: Frank Dworaczek, Boris Rhein, Wolfgang Schuster, Heinz Schreiber (Foto: AWLD)

Neue Energie aus alten Photovoltaik-Anlagen

Abfallwirtschaft Lahn-Dill startet bahnbrechendes Projekt

Meteorologischer Frühlingsbeginn war am 1. März 2017. Auch für den Eigenbetrieb Abfallwirtschaft Lahn-Dill (AWLD) in Wetzlar begann mit diesem Datum ein neuer Abschnitt. Grund: Der Hessische Wissenschaftsminister Boris Rhein überreichte in Gegenwart von Landrat Wolfgang Schuster und weitere Ehrengästen dem 1. Betriebsleiter Frank Dworaczek einen Zuwendungsvertrag in Höhe von 366 000 Euro für ein bahnbrechendes Projekt: „Funktionserhaltendes Recycling von Photovoltaik-Modulen“.

Dahinter verbirgt sich die Idee, den nach ca. 25 Jahren ausgedienten Photovoltaik-Anlagen durch intelligentes Recycling ein zweites Leben zum Wohle von Mensch und Umwelt zu geben. Im Ergebnis des Projektes ist der Bau und Betrieb einer Photovoltaik-Anlage mit so genannten „2nd-Life-Solar-Modulen“ auf einem endabgedichteten Deponiebereich in Aßlar vorgesehen. Frank Dworaczek: „Die jährlichen Abfallmengen für Elektronikschrott nehmen zu, da die technischen Produktzyklen immer kürzer werden. Wir müssen deshalb zu einem Stoffstrommanagement in Kreisläufen kommen.“ Die AWLD ist Sammelstelle für Abfälle von Elektro- und Elektronikgeräten incl. ausgedienter Photovoltaik (PV).

Partner des Verbundprojektes, das vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst im Rahmen der Förderlinie 3 der Landes-Offensive zur "Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz" (LOEWE) gefördert wird, sind neben der AWLD die Rühl Solar GmbH in Kirchvers, die ZME Elektronik Recycling GmbH in Heuchelheim, die SM InnoTech GmbH und Co. KG in Bocholt sowie die Technische Hochschule Mittelhessen, THM in Gießen.

Die Industriefirmen beteiligen sich mit weiteren 51% an den Forschungsausgaben. Das zweijährige Projekt wird im Auftrag des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst von der HA Hessen Agentur GmbH, Wiesbaden begleitet. Deren Vorsitzender Geschäftsführer Folke Mühlhölzer sagte: „Wir legen bei LOEWE besonderen Wert auf das wettbewerbliche Auswahlverfahren im Sinne einer Bestenauslese.“

Boris Rhein, Hessischer Minister für Wissenschaft und Kunst, hob die Bedeutung der LOEWE-Förderlinie für die wirtschaftliche Stärkung der Region durch Schaffung neuer Kompetenz in Kleinen- und Mittleren Unternehmen (KMU) sowie der Bindung junger Menschen durch zukunftsträchtige Arbeitsplätze hervor. Heinz Schreiber, Erster Kreisbeigeordneter des Lahn-Dill-Kreises, beeindruckte der Erhalt der „technischen Intelligenz“ demontierter PV-Anlagen: „Das Projekt weist über verschiedene Reparaturschritte und die Rückgewinnung der wertvollen Silizium-Zellen und Aluminium-Rahmen zur Produktion neuer Solarmodule den Weg zu einer innovativen Prozesskette „von der Wiege über den Verbraucher zurück zur Wiege und nicht mehr zur Einbahnstraße Müllhalde“.

Stephan Grüger, MdL, freute sich über die Stoffstrompräzision des Projektes: „Werkstoffe, Wertschöpfung und Arbeitsplätze bleiben in Hessen für die dezentrale mittelständische und kommunale Energiewende“. Für den Präsidenten der THM, Herrn Prof. Dr. Matthias Willms, spielt bei der Entwicklung einer ökologisch orientierten Marktwirtschaft das Kreislaufprinzip von Stoffen und Energie eine zentrale Rolle. Das PV-Verbundprojekt ist dafür ein wegweisender Baustein.

Ansprechpartner bei Fragen zum Thema: Frank Dworaczek, AWLD, Tel. 06441 407-1820, E-Mail: frank.dworaczek@awld.de.

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