Setzen sich für den Abbau der Lohnungleichheit im Lahn-Dill-Kreis ein (von links): Alfred Gumbert (VdK Kreisverband Dillkreis), Roswitha Bork (VdK Kreisverband Wetzlar), Marianne Mathofer (Bezirkslandfrauen Herborn/Dill), Ingrid Staaden (Bezirkslandfrauen Wetzlar), Hildegard Schuster (Präsidentin Verband Landfrauen Hessen), Anneliese Kaltenbach (Bezirkslandfrauen Herborn/Dill) und Landrat Wolfgang Schuster. (Foto: LDK)

Auftakt mit Pakt 'Gleicher Lohn für gleiche Arbeit'

Vereine der Landfrauen, VdK und Landrat Schuster werben für eine gerechte Bezahlung von Frauen und Männern

"Es kann nicht sein, dass gleiche Arbeit ungleich bezahlt wird", Landrat Wolfgang Schuster findet klare Worte mit Blick auf die Zahlen des Hessischen Lohnatlas. Denn laut den darin gemachten Erhebungen bekommen Frauen im Lahn-Dill-Kreis im Schnitt über 20% weniger Lohn als ihre männlichen Kollegen. Diese Zahl, die sich auf Vollzeitbeschäftigte bezieht, wird noch einmal genauer untergliedert: Frauen mit und ohne Berufsabschluss verdienen 18% weniger (ohne Abschluss -485 EUR, mit Abschluss -595 EUR). Frauen mit akademischem Abschluss erhalten sogar 31,4% weniger (-1.696 EUR). "Die Unterschiede sind gravierend. Genau deshalb treffen wir uns heute. Wir wollen ein Zeichen setzen", so der Landrat weiter.

Zusammen mit den Landfrauen Wetzlar, den Landfrauen Herborn/Dill, dem VdK Wetzlar und dem VdK Dillkreis setzt sich Schuster mit der Unterzeichnung des gemeinsamen Paktes "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" für eine gerechte Bezahlung der Menschen im Lahn-Dill-Kreis ein. Primäres Ziel ist es, möglichst viele Arbeitgeber im Landkreis in die Diskussion einzubinden. Insbesondere sind Betriebe gemeint, die sich außerhalb von Tarifvereinbarungen bewegen. Denn diese sind selbst für die Gestaltung der Löhne zuständig. Hier gilt es im Bereich der Tarifautonomie ganz direkt etwas zu bewegen und auf die Verantwortlichen zuzugehen. Die Paktunterzeichnung steht für den Auftakt der Zusammenarbeit der genannten Akteure, und um noch einmal mehr auf das Thema der Lohnungleichheit aufmerksam zu machen. Auf der Agenda: Lösungsansätze zur inhaltlichen Umsetzung erarbeiten. "Wir müssen die, die es betrifft erreichen und dann vor allem etwas für sie erreichen. Heute haben wir den Startschuss gegeben", so Wolfgang Schuster.

Ein geringerer Verdienst zeichnet sich oftmals schon bei den Berufswünschen und der Studienwahl junger Menschen im Kreis ab. Für die Zukunft, auch mit besonderem Blick auf den drohenden Fachkräftemangel im Lahn-Dill-Kreis, sieht der Pakt u.a. vor, junge Frauen noch mehr für technisch-naturwissenschaftliche Berufs- und Studiengänge zu begeistern. Hier sind ebenso die Betriebe gefragt und Unternehmenskulturen ggf. auch zu ändern. Zudem spielt das Thema Kinderarmut eine Rolle: Ein geringes Familieneinkommen verursacht in vielen Fällen Kinderarmut mit all ihren Folgeproblemen. Diesen Teufelskreis gilt es zu durchbrechen.

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