„Wie können wir unsere Tiere schützen?“

Infoabend zum Thema 'Präventiver Herdenschutz'

Wolf und Luchs kehren zurück - eine alte neue Gefahr für die Weidetiere in der Region: Seit April 2018 bietet das Land Hessen deshalb für landwirtschaftliche Schaf- und Ziegenhalter eine neue Fördermöglichkeit zum Schutz ihrer Tierherden an. Gleichzeitig rückt das Thema Artenschutz in den Mittelpunkt. Es gilt einen Spagat zu bewältigen. "Es geht darum, den betroffenen Haltern von Schaf- und Ziegenherden Sicherheit zu geben, ihnen die Möglichkeiten zum Schutz ihrer Tiere vor dem Wolf aufzuzeigen und natürlich ganz direkt zu beraten. Auf der anderen Seite möchten wir auch den Wolf schützen", sagt Margot Schäfer, Leiterin der Abteilung für den Ländlichen Raum Lahn-Dill/Gießen. Gemeinsam mit ihrem Team hat sie deshalb vergangene Woche zur Informationsveranstaltung 'Sichere Schaf- und Ziegenbeweidung' eingeladen, zu der rund 50 Interessierte in den Hüttenberger Bürgerstuben zusammen gekommen sind.

Unterstützung vom Land

Der Tenor am Infoabend: Das Land Hessen unterstützt alle Schaf- und Ziegenhalter beim Schutz ihrer Tiere. Wichtig ist, dass bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind: Bei dem Förderprogramm kann jeder Betrieb mitmachen, der mindestens 5,4 Hektar beweidetes Grünland und mindestens elf Schafe oder Ziegen hält. Bis zum 11. Juni 2018 können Tierhalter noch Anträge einreichen, um Gelder vom Land zu erhalten. Für die zweite Jahreshälfte 2018 wird die Förderung anders aussehen, möglicherweise sollen dann Mittel speziell zum Erwerb von Herdenschutzhunden und zur Errichtung von Schutzzäunen vom Land freigegeben werden. Interessierte können Fördermittel bei der Abteilung für den ländlichen Raum beantragen.

Zaun und Herdenschutztiere: Den Wolf abschrecken

Drei Referenten, vom Regierungspräsidium Gießen, vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen und vom Lahn-Dill-Kreis, haben die Interessierten aufgeklärt und beraten. Wölfe suchen sich immer den Weg des geringsten Widerstandes und suchen sich gezielt einfache Beute, wie Jungtiere oder schwache Tiere. Man könne dem Wolf allerdings den Weg schwer machen. "Mit einem Elektrozaun. Wölfe wollen unter den Zäunen durch kriechen oder hindurch schlüpfen. Und dann werden sie lernen, dass es schmerzhaft ist, wenn sie das versuchen und sich den Weidetieren nähern wollen", so Referent Martin Steffens vom RP Gießen. Die Elektrozaunmaßnahme sei sehr wirkungsvoll. Außerdem sehr hilfreich und ab der zweiten Jahreshälfte vom Land ebenfalls besonders gefördert seien Herdenschutztiere, wie zum Beispiel Hunde oder Esel, so Steffens. Sollte es trotz aller ordentlichen Schutzmaßnahmen doch zu einem Wolfsriss innerhalb einer Schaf- oder Ziegenherde kommen, wird es voraussichtlich Entschädigung geben. Das Land erarbeitet zurzeit ein Konzept für Entschädigungszahlungen. Auf jeden Fall steht fest, dass der Wolfsriss gut dokumentiert und durch einen Sachverständigen begutachtet sein muss.

Wölfe melden!

Generell raten die Wolfsexperten an diesem Abend dazu immer wachsam zu sein. Wer einen Wolf sieht oder den Verdacht hegt, solle diesen bei der Wolfshotline melden 0611 815 399 (24 Stunden) oder 0641 4991 315 (Mo. - Fr.), E-Mail: wolf@umwelt.hessen.de. Diese Wolfshinweise seien erforderlich, um Angaben über die Populationsgröße, Reproduktion und Vorkommensgebiete machen zu können.

Viele Schafsherden in Lahn-Dill und Gießen

Die beiden Landkreise sind mit ca. 17.000 Mutterschafen eine der schafsreichsten Regionen Hessens. Das Thema Herdenschutz spielt in dieser Region damit eine besondere Rolle. Ansprechpartner für Schaf- und Ziegenhalter mit Fragen zum Thema in den Landkreisen Lahn-Dill und Gießen ist Oliver Lauff, Telefon: 06441 407-1779.

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