v. l. n .r: Wolfram Dette, Ralf Jeschke, Katja Gronau, Dr. Tobias Nöthe, Roland Esch, Aline Heckmann, Jürgen Keller, Manfred Weber, Wolfgang Schuster (Foto: Lahn-Dill-Kreis)

Die Wirtschaftsdelegation besucht die Produktionsstätte der Berkenhoff GmbH in Herborn und begutachtet eines der Produkte (Foto: Lahn-Dill-Kreis)

30 Millionen Kilometer Feindraht im Jahr

Wirtschaftsdelegation Lahn-Dill besucht Drahthersteller Berkenhoff in Herborn

Brillen, Zahnbürsten, Rotweinflaschen: Die Drähte der Berkenhoff GmbH finden sich nicht nur in der Industrie, sondern auch in Produkten in fast jedem deutschen Haushalt. Der Großteil der Produktion der Hightech-Feindrähte wird für industrielle Prozesse der Funkenerosion, Schweißen & Löten, Elektronik sowie für Spezialanwendungen hergestellt. „Als einziger Hersteller von Präzisionsdrähten bilden wir komplette Produktionsketten von der Schmelze bis zum fertigen Produkt selbst ab“, so Dr. Tobias Nöthe, Chief Technical Officer und Geschäftsführer des mittelständischen Betriebes. Der Maschinenbauingenieur ist seit 2001 in verschiedenen Abteilungen bei der Firma Berkenhoff und hat in diesen beinahe 20 Jahren einiges erlebt. „Während der Finanzkrise 2008 war die Situation für unser Unternehmen kritisch“, fasst er zusammen. „Zum Glück hat unser heutiger Eigentümer, ein chinesischer Unternehmer mit ähnlichem Produktportfolio innerhalb des Konzerns, in die Firma investiert.“

Diese Lösung trifft auf Interesse in der Wirtschaftsdelegation Lahn-Dill. „Funktioniert die Kommunikation gut mit Ihrem Eigentümer?“, fragt Landrat Wolfgang Schuster. „Am Anfang mussten sich die Dolmetscher zunächst das komplizierte Fachvokabular aneignen. Mittlerweile ist die Kommunikation perfektioniert und auch über die jeweils andere Kultur haben wir viel gelernt.“ so Geschäftsführer Tobias Nöthe.

Fachkräfteakquise bleibt wichtiges Handlungsfeld

Schwierigkeiten macht dem Unternehmen mit 420 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Herborn und Heuchelheim der stärker werdende Fachkräftemangel. Drahtziehen lässt sich nicht allein mit Automatisierungstechnik und wenigen Ingenieuren bewerkstelligen.

Es werden Fachkräfte gebraucht – Verfahrensmechaniker, Schlosser, Elektriker und andere. Kreishandwerksmeister Ralf Jeschke stimmt zu: „Kluge Köpfe werden gerade überall gebraucht. Wir beabsichtigen, im Handwerk die Anzahl der Azubis mit Abitur zu erhöhen und werben dazu schon jetzt intensiv in den Schulen für die attraktiven Ausbildungs- und Karriere-Möglichkeiten im Handwerk.“

Auch auf die Frage nach Hilfestellung aus der Politik von Wirtschaftsdezernent Wolfram Dette und Herborns Bürgermeisterin Katja Gronau ist dieses Thema für Geschäftsführer Nöthe zentral: „Junge Menschen aus der Region sollten die heimische Firmenlandschaft kennen – das halten wir für wichtig.“ Dies trifft auf die Zustimmung der Wirtschaftsdelegation. „Alle jungen Menschen müssen wissen, dass es im Lahn-Dill-Kreis attraktive Arbeitsplätze gibt und niemand pendeln muss, um hier ein gutes Leben zu führen. Diesen Ansatz verfolgen wir in unserer strategischen Arbeit der Wirtschaftsförderung schon heute und werden ihn in Zukunft in Zusammenarbeit mit unseren Partnern intensivieren“, erklärt Wolfram Dette.

Bei diesem Unternehmensbesuch waren außerdem anwesend: Roland Esch, Erster Kreisbeigeordneter des Lahn-Dill-Kreises, Manfred Weber, stellv. Leiter der Geschäftsstelle Mittelhessen der Handwerkskammer Wiesbaden, Katja Gronau, Bürgermeisterin der Stadt Herborn, Jürgen Keller von der Industrie- und Handelskammer Lahn-Dill und Aline Heckmann, Bildungscoach der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung, Ausbildungs- und beschäftigungsinitiativen (GWAB) mbH.

Wirtschaftsdelegation Lahn-Dill

In der Wirtschaftsdelegation sind vertreten: Lahn-Dill-Kreis (LDK), Industrie- und Handelskammer Lahn-Dill (IHK), Kreishandwerkerschaft (KH); Handwerkskammer (HWK), Arbeitsagentur Wetzlar-Weilburg sowie die / der jeweilige Bürgermeisterin / Bürgermeister. Die Delegationsmitglieder besuchen – oft mit weiteren Gästen aus Politik und Verwaltung – regelmäßig (ca. 1 x im Monat) Unternehmen der Region.

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