So könnte es aussehen: Der Vorentwurf zeigt das neue Erweiterungsgebäude der Kreisverwaltung inklusive des Parkhauses am Buderusplatz in Wetzlar. (Grafik: Architekturbüro KUBUS)

„Abriss- und Neubauarbeiten am Buderusplatz in Wetzlar sollten zeitnah beginnen“

Notwendige Planänderung in der Statik und Steigerung der Kosten im Baugewerbe haben Kostenerhöhung des Neubaus der Kreisverwaltung zur Folge

„Die Abriss- und die darauffolgenden Bauarbeiten des Neubaus der Kreisverwaltung und des Parkhauses für unsere Mitarbeitenden sollten zeitnah beginnen. Der Bau des Parkhauses ist Teil eines Vertrages mit der Stadt Wetzlar, den wir zu erfüllen haben“, macht Landrat Wolfgang Schuster deutlich. Nun warte er auf die Abstimmung des Kreistages. Die Kosten haben sich nämlich erhöht. „Die Gründe der Kostenerhöhung waren nicht in diesem Ausmaß vorhersehbar. Natürlich muss darüber abgestimmt werden. Zeitdruck kommt zusätzlich durch die aktuelle Pandemie. Die Industrie erleidet derzeit massive Einbrüche. Die Corona-Krise wird auch das Bauhauptgewerbe erreichen. Auch vor diesem Hintergrund sollten die notwendigen Investitionen zeitnah umgesetzt werden“, betont der Landrat mit Blick auf die anstehenden Abrissarbeiten des Sparkassenrundbaus am Buderusplatz in Wetzlar sowie des direkt angrenzenden alten Verwaltungsgebäudes am Karl-Kellner-Ring. Entstehen sollen auf der Fläche in der Wetzlarer Innenstadt ein neues Bürogebäude für Mitarbeitende der Kreisverwaltung sowie ein Parkhaus mit 220 Stellplätzen.

 

Das Abriss- und Neubauprojekt wurde vom Kreistag bereits im November 2017 beschlossen. Aktuelle Berechnungen haben nun ergeben, dass sich die Kosten um rund 3,6 Mio. erhöhen werden. Damit beträgt die Investitionssumme inklusive der Ingenieur-Leistungen 16,1 Mio. Euro, anstelle der damals in einer Machbarkeitsstudie kalkulierten 12,5 Mio. Euro. „Der Kreisausschuss des Lahn-Dill-Kreises hat der Erhöhung der Kosten bereits einstimmig zugestimmt. Nun warten wir auf die Entscheidung des Kreistages am 18. Mai 2020“, so Schuster.

 

Neben der wirtschaftlich zu bedenkenden Faktoren im Zuge der Corona-Krise, ist der Bau des Parkhauses außerdem dringend erforderlich, da er Teil eines Vertrages ist. Die hier geplanten 220 Stellplätze für die Mitarbeitenden der Kreisverwaltung sind durch Bestimmungen der Stadt Wetzlar vorgegeben und Bestandteil der Baugenehmigung des Neubaus Gebäude D am Karl-Kellner-Ring in Wetzlar, das ab Dezember 2015 in Betrieb genommen wurde. Platz gemacht werden könne laut Schuster zügig: Die Abrissgenehmigung für das alte, an den Sparkassenrundbau grenzende Verwaltungsgebäude, liegt vor.

 

Notwendige Planungsänderungen haben Erhöhung der Kosten verursacht

Die wesentlichen Gründe der Kostenerhöhung gegenüber den ersten Schätzungen und Annahmen der Machbarkeitsstudie von 2017 sind die notwendigen Änderungen im Bereich der Gründung bzw. Fundamentierung, die allgemeine Kostenentwicklung im Baugewerbe sowie ergänzende erforderliche Maßnahmen zur Freianlagengestaltung und Nutzung einer Projektsteuerung. „Die Erhöhung der Kosten hat sich im Laufe der Planungsanpassungen abgezeichnet. Das gab Anlass, mehrere Planungsvarianten und verschiedene Optimierungsmöglichkeiten durchzuspielen. Letztendlich ist man bei einer Gesamtkostenberechnung von 16,1 Mio. Euro angelangt“, sagt Landrat Wolfgang Schuster.

 

In der Machbarkeitsstudie ist man davon ausgegangen, dass die vorhandenen Fundamente weiterhin verwendet werden können. „Die mittlerweile durchgeführten Bodengrunduntersuchungen haben deutlich gemacht, dass nur Teile des Fundaments mit in die neuen Planungen einfließen können. Dabei geht es insbesondere um die Statik. Tragfähiger Baugrund ist laut Untersuchung erst in 13 bis 18 Metern Tiefe vorhanden“, erklärt Wolfgang Schuster. Dies erfordere eine komplett neue Gründung in Verbindung mit Arbeiten im sogenannten Spezialtiefbau. Das wiederum bringe weitere Herausforderungen mit sich: Das betroffene Grundstück wird unterirdisch vom Lahn-Dill-Verbindungskanal gequert.

 

Neben den vorgenannten Gründen, die im Zuge der Machbarkeitsstudie nicht vorhersehbar waren, hat sich die Kostensituation im Baugewerbe verändert. Seit der Machbarkeitsstudie ist es dort zu einer Steigerung der Baukosten von rund 20 bis 25 % seit 2017 gekommen. Nach Angaben des statistischen Bundesamtes beträgt die Kostensteigerung allein vom 01.01.2018 bis zum 30.09.2019 19,3 %.

 

Die Machbarkeitsstudie hat die Gestaltung der Freianlagen noch nicht berücksichtigt. Diese Kosten fließen nun in die neuen Berechnungen ein. Hinzu kommen außerdem die Kosten für eine Projektsteuerung, um die Komplexität der gesamten Baumaßnahme durch eine zentrale Stelle koordinieren zu lassen.

 

Enge Zusammenarbeit von Kreis und Stadt

Der Sparkassenrundbau am Buderusplatz prägt das Bild der Wetzlarer Innenstadt seit den 1950er Jahren. Er ist von besonderer städtebaulicher Bedeutung. „Die bisherigen und weiteren Planungen zum Neubau des Rundbaus liefen und laufen stets in enger Abstimmung mit der Stadt Wetzlar“, unterstreicht Wolfgang Schuster. Das Gesamtkonzept, bestehend aus dem Erweiterungsneubau als Rundbau sowie dem Neubau des angrenzenden Parkhauses, beinhaltet eine architektonisch einheitliche Bebauung in der Wetzlarer Innenstadt. „Der gesamte Neubau kann die stadtbildprägende Innenstadtlage um den Buderusplatz erheblich aufwerten“, fasst der Landrat zusammen. „Außerdem kann das Bauhauptgewerbe gerade jetzt in der Corona-Krise von den Investitionen profitieren.“

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