Schafherde (Foto: Lahn-Dill-Kreis)

Blauzungenkrankheit wieder aufgetreten

Fünf hessische Kreise liegen im Sperrgebiet – Lahn-Dill-Kreis ist nicht betroffen

Im August 2006 trat die Blauzungenkrankheit erstmals in Deutschland auf. Empfänglich für die Tierseuche sind alle Wiederkäuer, also neben Rindern, Schafen und Ziegen auch Büffel, Rehe und Hirsche. Die Herden des Lahn-Dill-Kreises – vor allem Schafe und Ziegen – waren damals von der Erkrankung sehr stark betroffen und extrem geschädigt.

Nun bedroht die Blauzungenkrankheit die regionalen Tierbestände ein weiteres Mal. Wirksamer – und einziger – Schutz: Eine zeitnahe Impfung der Rinder-, Schaf- und Ziegenbestände. So können Wiederkäuer wirksam vor einer Infektion mit dem Virus geschützt werden. „Es ist wichtig, die heimischen Nutztierbestände vor eindringenden Bedrohungen wie der Blauzungenkrankheit zu schützen. Dabei sollten wir die Tierhalter hier im Kreis bestmöglich unterstützen“, so der für die Tiergesundheit im Lahn-Dill-Kreis zuständige Dezernent Heinz Schreiber.

Besonders wichtig für Tierhalter: Handel in betroffenen Gebieten ist nur nach vollständiger Immunisierung durch die Impfung möglich. Wenn z. B. Kälber verkauft werden sollen, müssen die Kühe vor Abkalbung schon mehrfach geimpft sein!

Die Impfung gegen die Blauzungenkrankheit kann direkt und ohne bürokratischen Aufwand durchgeführt werden: Der Lahn-Dill-Kreis hat hierzu eine Allgemeinverfügung erlassen, die es jedem Tierhalter ermöglicht – ohne vorherige Genehmigung – seine Tiere gegen die Erkrankung zu schützen. Der Hoftierarzt kann sofort mit der Impfung beauftragt werden. Die Allgemeinverfügung kann auf der Homepage des Lahn-Dill-Kreises hier oder direkt bei der Veterinärabteilung eingesehen werden.

Gefahr für den Menschen besteht nicht

Für den Menschen ist die Tierseuche ungefährlich. Fleisch- und Milchprodukte können ohne Bedenken verzehrt werden. Tiere, bei denen die Krankheit ausgebrochen ist und Krankheitsanzeichen vorhanden sind, müssen jedoch getötet werden und dürfen nicht mehr in den Handel kommen. Der in Baden-Württemberg aufgetretene Serotyp 8 des Virus verursacht in der Regel bei infizierten Rindern keine Krankheitserscheinungen. Bei Schafen sind dagegen in Einzelfällen schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle beobachtet worden. Das Virus kann in den infizierten Tieren bis zu 60 Tage im Blut vorhanden sein. Werden die infizierten Tiere während dieser Periode von Stechmücken gestochen, so kann das Virus von der Mücke aufgenommen und auf weitere Wiederkäuer übertragen werden. Eine direkte Übertragung von Tier zu Tier findet nicht statt

Kontakt beim Lahn-Dill-Kreis für Fragen zum Thema: Abteilung Veterinärwesen und Verbraucherschutz, Tel. 06441 407-7711, E-Mail: veterinaeramt@lahn-dill-kreis.de.

Pressemitteilung des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

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